AUS DER REGION

Ich freue mich über junge Familien

Interview mit Günter Tiroux in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Günter Tiroux (66) ist
seit 23. Juni 2021 ehrenamtlicher
Bürgermeister von Pinnow.

Welche Aufgaben haben Sie sich als Bürgermeister gestellt?
Bürgernähe, Transparenz, Mitwirkung. Das ist mir wichtig, weil auf uns alle große Herausforderungen zukommen. Die Bevölkerungsstruktur verändert sich, wir erleben gerade einen Generationenwandel. Viele, die hier in den 1990er-Jahren gebaut haben, verkleinern sich und ziehen wieder in die Stadt, junge Familien ziehen dafür nach Pinnow. Gerade die Jüngeren interessieren sich sehr für die Entwicklung der Gemeinde. Die Aufmerksamkeit der Einwohner für Ausschuss- und Gemeindevertretersitzungen ist groß. Wir informieren über eine gemeindeeigene Webseite, über Facebook. Und wir haben auch schon überlegt, ob wir die Sitzungen der Gemeindevertretung perspektivisch online übertragen können. Wichtig ist dafür vernünftiges Internet, da hat es zum Beispiel in Godern noch gehakt. Anfang 2022 sollen alle 2100 Einwohner schnelles Netz haben. Und die Zukunft hält viele weitere Aufgaben bereit, egal, ob es um Energieeffizienz oder die Einrichtung einer Elektrotankstelle geht.

Wie lassen sich kulturelle Events und junge Leute aufs Land locken?
In der zurückliegenden Zeit sind rund 30 junge Familien nach Pinnow gezogen, darüber freue ich mich natürlich sehr. Und der Trend geht eindeutig zum dritten Kind! Wir sind ein familienfreundliches Dorf, das sich in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten gut entwickelt hat; mein Vorgänger hat hier gute Arbeit geleistet. Es gibt viele aktive Vereine und regelmäßig stattfindende Veranstaltungen wie die Irish Night, die schon Kultstatus hat – auch wenn sie in diesem Jahr wieder verschoben werden musste. Ideengeber und Veranstalter mit Unterstützung der Gemeinde ist Tom Ogilvie, der nicht nur unser Pastor, sondern auch aktiver Feuerwehrmann ist.

Was schätzen Sie besonders an der Pinnower Dorfgemeinschaft?
Das Schönste für mich ist die Vernetzung untereinander, da laufen die Fäden kreuz und quer. Dazu kommt das vielfältige Engagement – sei es in der Feuerwehr oder im Kultur- und Heimatverein, der zu zahlreichen Veranstaltungen einlädt. Wir haben einen Sportverein mit 200 Mitgliedern, Malkreise, einen eigenen Weihnachtsmarkt … Ich selbst wohne seit 1992 in Pinnow und fühle mich hier sehr wohl.

Wenn Sie einen Wunsch für die Gemeinde frei hätten – wie würde er lauten?
Dass wir von der Landesregierung auch in Zukunft ausreichend finanziell ausgestattet werden. Die Gemeinde hat einen ausgeglichenen Haushalt, aber wir sind natürlich bei vielen Projekten auf Fördermittel angewiesen.
Ein aktuelles Projekt, das wir ohne Fördermittel verwirklichen, ist der Bau der Brücke zwischen Pinnow und Godern, der am 6. September beginnt und vor Weihnachten abgeschlossen sein soll. Und für dieses Vorhaben wünsche ich mir natürlich, dass die Brücke mindes­tens 100 Jahre hält.

Der Legende nach soll das Petermännchen ja unter dem Petersberg in Pinnow eine Werkstatt haben. Wann haben Sie es zum letzten Mal gesehen?
Das weiß ich ganz genau: am 13. Juni bei der Verabschiedung meines Vorgängers Andreas Zapf. Und nicht zuletzt führt die Gemeinde ja auch ein eigenes Wappen, in dem das Petermännchen ebenfalls zu sehen ist.Interview: Katja Haescher

Grünes Gewerbegebiet für Grabow

Foto: Rainer Cordes

In Grabow soll mit dem Business-Park Eldetal ein grünes Gewerbegebiet entstehen – dafür erhält die Stadt Unterstützung vom Land. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Wirtschaftsminister Harry Glawe überbrachten Bürger­meisterin Kathleen Bartels den Zuwendungsbescheid über 38 Millionen Euro für die Erschließung des Areals. Damit sich ein Gewerbegebiet als „grün“ bezeichnen darf, spielen drei Kriterien eine Rolle: die Nutzung von erneuerbaren Energien, die in der Region erzeugt werden, Maßnahmen zur Energieeffizienz und ein sparsamer Flächenverbrauch. Gerade in den erneuerbaren Energien sieht die Landesregierung für die kommenden Jahre einen entscheidenden Standortvorteil im Wettbewerb um potenzielle Investoren. Ein weiterer Vorteil in Grabow ist die gute Anbindung an die Metropolregion.

Gärtnern und Ernten

Foto: Torsten Schünemann

Die Kinder der Parchimer Kita „Freundschaft“ ernten auf eigenen Beeten – und Bürgermeister Dirk Flörke konnte sich bei einem Besuch überzeugen, wie prächtig Kürbis, Kartoffeln & Co gedeihen. Mit viel Begeisterung und persönlichem Engagement hat das Team um Kitaleiterin Sigrid Klimaschewski den Garten in den Bürgermeisterwiesen angelegt. Neben Beeten gibt es dort Obstbäume und sogar ein eigenes kleines Gewächshaus, in dem Gurken und Paprika wachsen.

Der Ball fliegt

Foto: Stadt Grevesmühlen

An der Bürgerwiese in Grevesmühlen ist ein Volleyball-Platz entstanden. Die Beachanlage ist eine Spende von Rudi Volk und Prof. Dr. Wilfried Haker – einschließlich der daneben platzierten Bänke. Bürgermeister Lars Prahler bedankte sich bei beiden für das zusätzliche Freizeitangebot in der Stadt. Sportlich eingeweiht wurde das Feld mit einem Freundschaftsspiel zwischen Grevesmühlener und Schönberger Volleyballern.

Spielspaß am Fischereihof

Foto: Hansestadt Wismar

„Fischereihof“ heißt ein neuer Spielplatz in Wismar, der jetzt im Stadtteil Redentin eröffnet wurde und die Nähe zur Ostsee thematisch aufgreift. Die große Spiellandschaft wurde von der Spielgerätefirma „Krambamboul“ entworfen und hergestellt. Auf 1500 Quadratmetern warten Kletterturm, Doppelschaukel und Tischtennisplatte, Streetballständer und Spielrasen mit Fußballtor auf Kinder und Jugendliche. Die Anlage bietet Spielspaß für verschiedene Altersgruppen, acht neue Bäume, Bänke aus Robinienholz und Jugendsitzbänke aus Stahl machen Lust aufs Längerbleiben.
Rund 200.000 Euro hat die Stadt Wismar in die neue Spiellandschaft investiert.

Lieber einmal mehr als zu wenig nachfragen

Interview mit Rainer Hennings in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Rainer Hennings,
43 Jahre
Inhaber „Marlies Schreibkiste“ in Schwerin
Foto: Rainer Cordes, Archiv

Anfang August beginnt die Schule wieder. Schüler und Eltern kommen mit langen Listen für Schulmaterial in „Marlies Schreibkiste“. Was fehlt oft auf der Liste, sollte aber nicht vergessen werden?

In der Regel sind die Schulzettel schon recht ausführlich und sorgfältig von den Lehrern erstellt. Nur an die Zeugnismappe wird oft nicht gedacht. Wenn das Zeugnis dann kommt, wird es hektisch mit der Mappensuche. Oder es kommt vor, dass die Schullisten schon so viele Jahre verwendet werden, dass einige Artikel gar nicht mehr so zu kaufen sind oder sich die Bezeichnung geändert hat.

Welche Trends zeichnen sich bei Schreibwaren, besonders für Schüler, ab? Welche Dinge sind neu auf dem Markt?

Ganz aktuell wird die Auswahl der Farben immer größer. Alles in Pastell oder Metallic-Farben ist der Trend im Moment, egal ob Stifte, Hefter oder Ordner. Und der Trend zu nachhaltigen Produkten aus Recycling-Materialien nimmt stark zu – mit Markenzeichen wie dem FSC-Siegel oder dem „Blauen Engel“.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Schultag erinnern? Was steckte in Ihrer Schultüte?

Ja, kann ich. Es war zum Glück wunderschönes Wetter, und meine Schultüte war schön groß und gut gefüllt. Neben Süßigkeiten und einem Plüschtier haben meine Eltern praktischerweise auch einiges an Schulmaterial mit untergebracht.

Bekommen Sie manchmal Lust, erneut die Schulbank zu drücken, oder sind Sie froh, diese Zeit längst hinter sich zu haben?

Ich würde sehr gern nochmal die Schulbank drücken, es war eine schöne Zeit, und zurückbetrachtet hätte ich mich ein wenig mehr anstrengen können, dann wäre das Zeugnis auf jeden Fall einen Tick besser ausgefallen.

Welche Tipps und Wünsche möchten Sie den Mädchen und Jungen für den bevorstehenden Schulstart auf den Weg geben?

Als Tipp würde ich sagen, dass man bei den Lehrern und Eltern ruhig immer nachfragt, wenn man was nicht versteht, lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig. Und für die Zukunft wünsche ich den Kindern, dass sie eine engagierte Lehrkraft bekommen, welche sie auf dem Weg begleitet, und dass der Unterricht wieder normal stattfinden kann, das soziale Umfeld fehlt beim Home-Schooling doch sehr.Interview: S. Krieg

Bahnhofsvorplatz mit neuem Gesicht

Grevesmühlen verschönert

Foto: Stadt Grevesmühlen

Der Vorplatz des Grevesmühlener Bahnhofes präsentiert sich im neuen Glanz. Anderthalb Jahre nach dem ersten Spatenstich ist der Platz nun fertig saniert – mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 1,6 Millionen Euro.

Das Areal wurde barrierefrei gestaltet. Hier erfolgte eine en­ge Abstimmung mit dem städ­tischen Behindertenverband. Das historische Pflaster konnte erneuert werden und auch die historische Bahnhofsuhr hat – aufwendig restauriert – hier wieder ihren Platz gefunden. Außerdem sind 50 neue Pendlerparkplätze entstanden.

Der barrierefreie Ausbau geht auch an anderen Stellen weiter: So kann sich Grevesmühlen über einen Fördermittelbescheid in Höhe von rund 500.000 Euro für den barrierefreien Aus- und Umbau von 20 Bushaltestellen freuen.

Ein Tag auf dem Pingelhof

So sah das Landleben früher aus

Foto: Volkmar Eggert

Von wegen romantisches Leben auf dem Lande: Was heute wie ein Traum aus guter alter Zeit erscheint, bedeutete für Bauern, Knechte und Mägde vor allem eins: Knochenarbeit.
Der Pingelhof in Alt Damerow rückt diese Zeit ins Bewusstsein der heutigen Besucher. Und statt harter Arbeit erleben diese heute auf dem 1607 von Joachim Pingel angelegten Hof ein idyllisch in die Natur eingebettetes Museum mit vielen Freizeitmöglichkeiten.

Naturkunde vor Ort

Die Ufer unserer Seen haben viel zu bieten

Foto: Katja Haescher

Wie wäre es im Frühsommer mit einer schönen Seenrunde? Rund um Pinnow und Godern laden Pinnower See, Mühlensee und Binnensee zu Entdeckungen ein. Wer mehr dazu erfahren möchte, was da blüht und wächst, fliegt, springt und schwimmt, kann an Schautafeln Pausen einlegen. Insgesamt gibt es zehn Stationen, die auf dem Naturlehrpfad Pinnow Informationen über Lebensräume und die Tier- und Pfanzenwelt liefern.

Dank an Soldaten

Bundeswehr half bei Überwindung der Pandemie

Foto: C. Wohllebeb

Ein Dankeschön für die Hilfe der Bundeswehr bei der Bewältigung der Pandemie nahmen in Gre­ves­mühlen stellvertretend Stabsgefreiter Silvio Linke und Stabsfeldwebel Dietmar Morgan ent­gegen. Besucht wurden die beiden an ihrem vor­letzten Arbeitstag im PCR-Testzentrum des Landkreises Nordwestmecklenburg von Kreis­tags­präsident Thomas Grote. Begleitet wurde er von Oberstleutnant Rico Gindler, der den Einsatz als Verbindungsoffizier seit dessen Beginn im Oktober letzten Jahres mit koordiniert. Zeitweise waren bis zu 70 Soldaten in Nordwestmecklenburg im Einsatz, unter anderem in der Kontaktverfolgung und der Quarantänebetreuung.

850 Jahre, bedenken Sie, welch lange Zeit!

Interview mit dem Schweriner Domprediger Volker Mischok in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Volker Mischok, 61 Jahre, Domprediger in Schwerin
Foto: privat

Seit mehr als 20 Jahren arbeiten Sie in Schwerin als Domprediger. Was umfasst diese Tätigkeit?
Ja, tatsächlich, dass ich über 20 Jahre hier sein werde, das habe ich so nicht gedacht, als ich im Jahr 2000 nach Schwerin berufen wurde. Mein Plan war es, durchaus noch einmal die Pfarrstelle zu wechseln, es gab auch verführerische Rufe. Aber letztlich muss es ja an der Vielseitigkeit gerade dieser Stelle am Dom liegen, die mich bewogen hat, hier meine Kräfte einzusetzen. Da ist an erster Stelle die Herausforderung des Predigens. Aber darüber hinaus: die Seelsorge, der Konfirmandenunterricht, die bauliche Unterhaltung des Domes. Wie oft und wie gern führe ich Menschen durch dieses besondere Haus!

Der Schweriner Dom feiert in diesem Jahr seinen 850. Geburtstag. Was bedeutet Ihnen dieses Jubiläum persönlich?
850 Jahre, bedenken Sie, welch lange Zeit! Für mich bedeutet das Domjubiläum, einmal aufzublicken aus dem Getriebe der Jahre und mit den Kirchenältesten, den Mitarbeitern, mit der Gemeinde zu prüfen: Wo stehen wir heute? Welche Aufgabe hat eine Kirche, wie der Dom, in unserer Zeit. Da ist es mir ein sehr persönliches Anliegen, die Menschen in unserer Stadt, aber auch die vielen touristischen Gäste darauf aufmerksam zu machen, dass auch sie, ganz unabhängig von ihrer religiösen Haltung, in dieses Haus eingeladen sind und für sich und ihr Leben hier etwas sie Angehendes finden können.

Ist die Kirche aus Ihrer Sicht ein haltgebendes Bollwerk der Tradition in einer sich stets wandelnden Umgebung? Oder muss sie sich immer wieder modernisieren und aktuellen Entwicklungen anpassen?
Von einem „Bollwerk“ möchte ich nicht reden. Schauen Sie unseren Domturm an: Das ist ein Pfeil, das ist ein Finger, der senkrecht nach oben zeigt. Der Mensch ist nicht allein verankert in der Zeit, sondern auch in der Ewigkeit. Der Kirchturm: was für ein starkes Zeichen! Genauso mag ich die Worte „Modernisierung“ und „aktuelle Entwicklung“ nicht. Die Kirche steht für eine lange Überlieferung. Das ist ein großer Schatz! Diesen Schatz gilt es immer wieder in die Zeit zu halten, ihn in die Zeit hinein funkeln zu lassen. Das zeigt dann Wirkung.

Ihre Position setzt einen festen Glauben voraus. Gab es dennoch in Ihrer Vergangenheit Momente des Zweifelns?
Glaube ohne Zweifel gibt es für mich nicht. In der Thomaskapelle unseres Domes steht die Figur des „Zweiflers“ im Altarraum. Den Mut meiner Vorgänger im Amt, dem Zweifel einen Platz in der Kirche einzuräumen, habe ich stets bewundert. Der Zweifel treibt, sich geistig immer wieder zu bewegen, zu fragen, neu nachzudenken. Ich trage meinen Glauben nicht in meiner Hosentasche herum. Der Glaube ist überhaupt nicht habbar, er ereignet sich, er ist ein Geschenk.

Welchen Hobbys widmen Sie sich in Ihrer Freizeit?
Ich bin ein Leser. Das ist meine Leidenschaft. Interview: S. Krieg

Bunte Amphibienwelt im Natureum

Sonderausstellung zu besichtigen

Foto: Udo Steinhäuser

Das Natureum im Ludwigsluster Schlosspark darf wieder öffnen. Für Besucher eine Gelegenheit, die Sonderausstellung über Am­phibien und Reptilien in Mecklenburg-Vorpommern zu besuchen. Sie trägt den Titel „Die letzten ihrer Art?“ und führt mit beeindruckenden Fotos und lebensechten Modellen in eine Welt, die auf den ersten Blick verborgen scheint. Wer weiß, wie eine Zauneidechse aussieht? Und wer hat mal eine Knoblauchkröte gehört oder eine Glattnatter beim Sonnen beobachtet? Von der Kreuzkröte, der Wechselkröte oder der Kreuzotter sind nur noch wenige Vorkommen in MV bekannt. Es gibt also viel zu sehen – und zu hören. Denn auch eine Akustik-Box mit Amphibientönen ist Teil der Schau. Das Natureum hat an den Wochenenden von 10 bis 16 Uhr geöffnet, Voraussetzung für den Besuch ist ein negativer Coronatest.

Klein besucht Groß

Agrarfliegermodel im Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg

Foto: Anna Weber

Vor einem Jahr hat Lutz Richter aus Dresden den Agrarflieger Z 37 im Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg genau unter die Lupe genommen. Ziel war es, ein Modell zu bauen, bei dem alle Details realitätsgetreu nachgebildet werden sollten. Das ist nun fertig und soll am 25. Juni 2021 im Museum vorgestellt werden. Ab 11.30 Uhr beantwortet Lutz Richter Fragen, gegen 14 Uhr sind ehemalige Piloten und Flugtechniker des Agrarfluges zu einer Kaffeetafel eingeladen.

Tunnel für Wasser

Ausbau der Kreisstraße vorbereitet

Foto: Landkreis Parchim

Unter der Kreisstraße 108 zwischen Borkow und Mustin ist jetzt ein neuer Durchlass eingebaut worden, der die baufällig gewordene Gewässerverbindung zwischen dem Rothener und dem Bolzer See ersetzt. Das neue 1,8 Meter breite Wellstahlrohr ist bereits eine Vorbereitung für den Ausbau der Kreisstraße. Voraussichtlich noch in diesem Jahr, spätestens aber 2022, soll das Vorhaben in Angriff genommen werden.

Freie Fahrt für Radler in Parchim

Lückenschluss des Radweges von der Meyenburger Straße zum Rabensoll

Foto: Torsten Schünemann

Auf dem Parchimer Ostring haben Radler nun freie Fahrt. Im Anschluss an die Fertigstellung des Bauabschnittes Rabensoll/Lübzer Chaussee ist nun auch der Lückenschluss von der Meyenburger Straße bis zum Rabensoll erfolgt. Im Mai gaben Parchims Bauamtsleiter Frank Schmidt, Frank Ladewig vom Ingenieurbüro IBUS, Bürgermeister Dirk Flörke, Thomas Dau von der gleichnamigen Baufirma und Heike Bleich, Sachgebietsleiterin Tiefbau bei der Stadtverwaltung, den 750 Meter langen Abschnitt frei. Die Arbeiten hatten im September des vergangenen Jahres begonnen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 316.000 Euro, rund 90.000 Euro trägt die Stadt als Eigenanteil.

 

Die Tierliebe weitergegeben

Interview mit Joachim Kellermann in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Joachim Kellermann, 72 Jahre, Mitarbeiter Tierheim Schwerin Foto: privat

Viele Menschen holen sich in der Corona-Zeit gegen Einsamkeit und Langeweile vierbeinige Begleiter aus den Tierheimen. Beob­achten Sie das in Schwerin auch?
Diese Beobachtung haben wir in unserem Tierheim bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gemacht, oder der Interessent hat diesen Grund nicht angegeben, was er ja auch nicht muss. Unser Tierheim ist für den allgemeinen Besucherverkehr zur Zeit geschlossen und nur für bestimmte dringende Problemfälle nach Vorabsprache zugänglich

Was raten Sie Menschen, die Hund oder Katze aus dem Tierheim „adoptieren“ möchten?
Die meisten Menschen, die ein Tier „adop­tieren“ wollen, verfügen bereits über Erfahrung im Umgang mit einem Haustier. Ansonsten, insbesondere für „Neustarter“, gibt unser fachlich versiertes Personal notwendige Hinweise beziehungsweise erfragt die zu erwartenden Lebensbedingungen für das Tier. Eine artgerechte Haltung steht dabei im Vordergrund – zum Beispiel einen großen Hund in eine Wohnung zu vermitteln, insbesondere höher gelegene, wird vermieden. Ebenso kann eine Katze, die bisher als Freigänger lebte, nicht plötzlich nur in einer Wohnung leben.
Es gibt darüber hinaus eine Fülle von Faktoren, die unbedingt zu berücksichtigen sind und hier nicht in allen Details beantwortet werden können – es gilt aber der Grundsatz, dass Mensch und Tier zusammenpassen müssen. Eine zeitlich begrenzte Übernahme eines Haustiers als „Therapiemittel“ für besondere persönliche Probleme ist nicht möglich.

Welches sind die häufigsten Gründe, warum Tiere bei Ihnen abgegeben werden?
Das Betreiben eines Tierheims ist eine ordnungspolitische Pflichtaufgabe für die Kommunen. In der überwiegenden Anzahl der Vorgänge sind die Erkrankung beziehungsweise das Ableben der Tierhalter ein Grund für die Abgabe des Haustiers. Aber auch Haftzeiten, Beschlagnahme aus nicht artgerechter Haltung oder Vernachlässigung sind neben vielen anderen Gründen dafür ursächlich, dass die Tiere bei uns aufgenommen werden.

Wie lange arbeiten Sie schon für das Tierheim, und wie sind Sie dazu gekommen?
Ich persönlich bin seit dem Erreichen meines Pensionsalters im Jahr 2008 im Betreiberverein des Tierheims ehrenamtlich tätig und als Mitglied des Vereinsvorstandes für den Schriftverkehr zuständig. Dazu gekommen bin ich durch sogenanntes Gassigehen, wodurch die Vereinsmitgliedschaft nahe lag und ich später in den Vorstand des Tierschutzvereins hineinwuchs.

Was machen Sie sonst in Ihrer Freizeit? Sind Tiere Ihr Hobby?
Meine Familie besitzt ein Eigenheim in Schwerin, wo es immer etwas zu machen gibt. Bei entsprechender Witterung bin ich sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs und erkunde unsere nähere und weitere Umgebung, die man eigentlich nur so kennen lernen kann. Mit Tieren bin ich von Kindesbeinen an verbunden, meine Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft. Besonders froh bin ich darüber, dass diese Tierliebe auch an meine Kinder und Enkelkinder weitergegeben wurde. Als sehr bedrückend empfinde ich die Situation im Bereich der Nutztierhaltung, die mit den für uns geltenden Haltungsnormen in keiner Weise vergleichbar ist. Interview: S. Krieg

Luna und Rocco jetzt in einer WG

Neues aus dem Bärenwald Müritz

Foto: Tim Haltermann

Gute Nachrichten aus dem Bären­wald Müritz: Die Braunbären Luna und Rocco konnten ver­gesellschaftet werden und le­ben jetzt gemeinsam in einem weit­läufigen Gehege. Beide stammen aus Albanien und wurden von der Bärenschutzorganisation „Vier Pfoten“ aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet.

Geplante Vergesellschaftungen von Bären-Männchen und -Weibchen werden meist zur Paarungszeit im Frühjahr vorgenommen. In diesen Wochen haben die Tiere ein natürliches Interesse aneinander, Auseinandersetzungen kommen dann weitaus seltener vor.

Oft genug hält die Sympathie auch über die Paarungszeit hinaus. In einem Blog auf der Internetseite www.baerenwald-mueritz.de/news begleitet das Team das Zusammenleben von Luna und Rocco und lässt so Bären-Freunde an den Fortschritten der beiden Bären teilhaben.

Spielplatz bald fertig

In Dargetzow kann bald ordentlich getobt werden

Foto: Bauamt der Hansestadt Wismar

Kleine Bienen können bald ausschwär­men: In Dargetzow auf dem neuen Spielplatz stehen Schaukel, Trampolin, Rutsche und Kletterwand schon start­bereit. Jetzt muss nur noch der Rasen auf der „Bienenwiese“ ordentlich anwachsen. Ungefähr 51.000 Euro hat die Neugestaltung des Spielareals in der 1. Wendung in Dargetzow gekostet. Mit der Eröffnung Mitte Mai wächst der Kreis der Mottospielplätze in der Stadt weiter.

Verträumte Ecke

Wo sich die Warnow schlängelt

Foto: Katja Haescher

Wald und Wasser sind Balsam für die Seele. In unmittelbarer Nähe des Forstamtes Gädebehn schlängelt sich die Warnow zwischen den Bäumen hindurch. Ein Paradies für Tier und Pflanzen – und für Spaziergänger. Verschiedene Tafeln entlang des Wegs informieren über die Bewohner dieses grün-blauen Winkels. Die bei Grebbin entspringende Warnow erreicht nach 155 Kilometern die Ostsee.

Ein Baum als Gedenkort

Erinnerung an Corona-Tote

Foto: Pressestelle Hansestadt Wismar

Auf dem Wismarer Westfriedhof erinnert eine Winterlinde an die Toten der Corona-Pandemie. Anlässlich des bundesweiten Gedenkens im April pflanzte Bürgermeister Thomas Beyer den Baum -– als sichtbares Zeichen dafür, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind. Neben der Linde wird auch eine Gedenktafel an die Menschen erinnern, die Covid-19 das Leben gekostet hat. „Dieser Baum soll ein Ort des Gedenkens sein. Und er soll auch ein Ort sein, an dem die Menschen ihrer Trauer Ausdruck geben können. Vielleicht können diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben, hier ein wenig Kraft und Trost finden“, hofft der Bürgermeister.

Angeln hat mit Geduld nichts zu tun

Interview mit Uwe Köhler in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Uwe Köhler, 68 Jahre,
Vorsitzender
des Anglervereins Schwerin-Süd
Info: angler-schwerin.de

Wo ist Ihr liebster Platz zum Angeln?
Auf der Ostsee, überall dort, wo ich mit meinem Schlauchboot zum Trailern hinkomme. Mittlerweile sind dafür auch gute Apps erfunden worden, zum Beispiel „Boating“, die mir sagen, wo es am besten von der Wassertiefe und so weiter passt.

Die Ostseeküste ist lang.
Meine Frau und ich sind Camper und sehr flexibel – von der Flensburger Förde bis nach Rügen waren wir überall schon angeln. Als Mecklenburger bleiben wir aber hauptsächlich in Mecklenburg.

Und was ist mit den Schweriner Seen?
Als Dauercamper in Retgendorf angeln wir oft auf dem Schweriner Außensee.

Welche Eigenschaften außer Geduld und ein Faible für Natur und Wasser muss ein Angler mitbringen? Und was ist überhaupt so toll am Angeln?
Ich sage immer: Angeln ist Leidenschaft. Warum sie ausgerechnet mich erwischt hat, weiß ich nicht. Aus meiner Familie und meinem Freundeskreis hat niemand geangelt. Aber ich habe schon mit sieben, acht Jahren angefangen – wie alle Kinder erstmal mit der Bambusrute. Aber ich habe günstig eingeheiratet. (lacht) Meine Frau konnte ich schnell vom Angeln überzeugen, und meine Schwiegereltern haben schon immer gern geangelt.
Die Leidenschaft ist das Erste. Das Zweite ist tatsächlich die Liebe zur Natur. Ich finde es einfach schön, wenn ich draußen auf der Ostsee bin und kein Land mehr zu sehen ist. Das hat mit Geduld nichts zu tun; die brauche ich dafür nicht.

Welchen Fisch mögen Sie am liebsten, und bereiten Sie ihn auch selbst zu?
Wir sind klassische Kochtopfangler. Wir angeln nur den Fisch, den wir auch gern essen. Es gibt viele Fische, die wir mögen, am liebsten jeden Seefisch, den wir kriegen können: Dorsch, Scholle, Makrele, Wittling und alle anderen Ostseefische, die man essen kann.
Das Mittagessen kann meine Frau besser kochen als ich, deswegen überlasse ich ihr das in der Regel. Für das Räuchern bin ich zuständig. Kleiner Tipp: selbst geräucherten Fisch mit Gewürzen in Öl einlegen. Das ist ganz lecker. Und der Fisch hält sich auf diese Weise im Kühlschrank sehr lange.

Was war Ihr bisher spektakulärster Fang?
Für mich der Fisch meines Lebens war eine Meerforelle, die ich vor ungefähr zehn Jahren aus der Ostsee gezogen habe, 13 Pfund schwer und 85 Zentimeter lang. Die haben wir gebeizt und dann wie Räucherlachs in Scheiben geschnitten auf der Stulle gegessen.

Sie können ja nicht ständig auf dem Wasser sein. Was machen Sie sonst so?
Seit sechs Jahren bin ich Rentner und muss nebenbei noch ein bisschen Geld verdienen, damit wir unseren Hobbys Angeln und Reisen frönen können. Ja, wir reisen viel und sind dabei mit dem Zelt unterwegs. Wir haben zum Beispiel schon die türkische Küste bereist und dabei auf türkischen Zeltplätzen übernachtet, die keinen Komfort, aber herrliche Naturerlebnisse bieten. Unsere Reisen finanziere ich mit dem Überspielen von Videokassetten – VHS, Camcorder, auch gerissene Bänder – auf DVD oder USB-Stick. Ich habe zuletzt in der IT gearbeitet, die Leidenschaft für die Technik ist geblieben. Deswegen kenne ich mich auch ganz gut mit Computern aus. Ich hatte für das Überspielen sogar schon je einen Auftrag aus Philadelphia und Tokio. Interview: S. Krieg

Es werde Licht!

Zum Beginn der Sommerzeit hieß es „Grabow leuchtet“

Foto: Rainer Cordes

Unter dem Motto „Grabow leuchtet“ lud die Stadt am letz­ten Märzwochenende, pünktlich zur Umstellung auf die Sommerzeit, zum Lichter­spaziergang ein. Rathaus, Kirche und Reuterhaus präsentierten sich auf dieser Route als zentrale Punkte mit illuminierten Fassaden. Ein Gar­ten aus „brennenden Blu­men“ brachte vor dem Reuter­haus Far­be und Licht in den noch dunklen Abend und weckte die Lust aufs Frühlingserwachen und Entdeckungen im Lichtermeer.

Für die Grabower bot das Spek­ta­kel eine Abwechslung im aktuell oft grauen Alltag – und die Möglichkeit, die Stadt corona­konform auf einem Rundgang in ganz neuem Licht zu entdecken. Blasmusik setzte ein i-Tüpfelchen auf eine schöne Aktion, die zwar das traditionelle Lichterfest nicht ersetzen konnte, dennoch aber einen Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten weckte.

Neuzugang im Fuhrpark

Lkw für Straßenmeisterei Hagenow

Foto: Landkreis Ludwigslust-Parchim

Freude über ein neues Auto: In der Kreisstraßenmeisterei Hagenow übergab Rüdiger Fuhrmann von der Firma MAN den Lkw an Straßenwärter Bernhard Kutzner (l.). Das Fahrzeug kostet rund 221.000 Euro und soll vor allem im Winterdienst eingesetzt werden. Es ersetzt einen seit 14 Jahren im Dienst stehenden Lkw, dessen Ladekran nicht mehr funktioniert. Etwa 975 Kilometer Kreisstraßen sind in Ludwigslust-Parchim in der Obhut der Kreisstraßenmeistereien.

Röschen im Wind

Die Natur von ihrer schönsten Seite

Foto: Volkmar Eggert

Wenn die Bäume im Frühjahr noch kein Laub tragen und die Sonnenstrahlen den Waldboden erreichen, ist Zeit für den großen Auftritt der Buschwindröschen: Hier finden sie sich jetzt zu großen weißen Teppichen zusammen. Der botanische Name „Anemone nemorosa“ geht dabei auf „Anemos“, das griechische Wort für Wind, zurück, in dem sich die wilden weißen Röschen so gern wiegen.

Bald freie Fahrt für Radler

Weg zwischen Schwerin und Wismar wird weitergebaut

Foto: Rainer Cordes

Die letzte Lücke im Radwegenetz zwischen Schwerin und Wismar wird geschlossen: Verkehrsminister Christian Pegel hat zusammen mit der Landrätin des Nordwestkreises Kerstin Weiss und dem Leiter des Straßenbauamtes Schwerin Stefan Anker (v.l.) die ersten Spatenstiche am aktuell noch fehlenden Abschnitt bei Zickhusen gesetzt. Ende des Jahres sollen Radler dann zwischen Landeshauptstadt und Hansestadt freie Fahrt haben. Von Zickhusen kommend wird der Radweg bei Wendisch Rambow an die bestehende Trasse in Richtung Wismar angeschlossen. Der rund 2,33 Kilometer lange Abschnitt wird auf einer Breite von 2,5 Metern gebaut. Gesamtkosten: rund 2,2 Millionen Euro.

Gute Erinnerungen sind Balsam für die Seele

Interview mit Björn Berg in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Dr. Björn Berg (56) ist
Agraringenieur und seit 2017
Leiter des Kreisagrarmuseums
in Dorf Mecklenburg. Foto: Katrin Lange

Welche Bedeutung haben Museen wie das in Dorf Mecklenburg für eine Region?
Zugegebenermaßen im Alltag der Menschen kaum. Wenn aber jemand eine Frage über die vergangene Zeit hat, kann er hier Antworten finden. Weil wir den Alltag – insbesondere in der Landwirtschaft – in der Zeit des letzten und des vorletzten Jahrhunderts mit unseren Exponaten abbilden, werden die älteren in ihre jüngeren Jahre zurückversetzt. Das wirkt oft wie Balsam für die Seele, weil mit einiger Distanz vor allem positive Erinnerungen wach werden. Die Jüngeren können sich vorstellen, wie Eltern und Großeltern gelebt haben.

Was macht das Kreisagrarmuseum zu etwas Besonderem? Welche Abteilung ist für Sie persönlich die spannendste?
Für mich sind die ersten zwei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg extrem spannend. Die meisten Menschen hatten wenig bis nichts und viel verloren, wobei die umgekommenen Angehörigen besonders schwer wiegen. Mit viel Arbeit und Schweiß, Idealismus, aber auch häufig Unterdrückung und Zwang, bei manchen auch nur mit purem Überlebenswillen, wurde sehr viel aufgebaut, erfunden, geschafft. Davor habe ich großen Respekt.

Welche Besuchergruppen liegen Ihnen besonders am Herzen – und warum?
Kinder sind besondere Menschen. Sie sind unvoreingenommen, neugierig, lernwillig und begeisterungsfähig. Zwar schafft man es nicht bei jedem Kind, die Neugierde und Lernbereitschaft auf unser Thema zu kanalisieren. Aber es macht viel Freude, wenn es gelingt. Ich unterhalte mich auch gern mit älteren Menschen und höre gern zu, wenn sie von alten Zeiten erzählen und den Schwierigkeiten, die sie gemeistert haben.

Wo entstehen die Ideen fürs Museum und für Veranstaltungen?
Ich vertrete die Meinung, dass dort, wo sich Menschen, die etwas zustande bringen wollen, miteinander unterhalten, etwas herauskommt. Das ist der Fall, wenn wir als Museums­team zusammensitzen, aber auch, wenn Besucher uns etwas berichten oder wenn Leute aus anderen Vereinen, Organisationen und Verbänden bei uns sind.
Wenn Sie das Museum in drei Sätzen auf Plattdeutsch beschreiben müssten – was würden Sie dann sagen?
Wenn einer gaud eten un drinken will bet dat he satt is, hebbt vörher een poor Lüüd bannig arbeiten müsst. Dörch all de Johren hett sick de Arbeid ännert, ober nich dat veel Schweet in de Läbens­mittel stickt. De Lüüd, de sick in Ackerbuu un Veihtucht ehren Lohn verdeint, weet jümmers, dat ehre Arbeit wichtig is un dörch nix to ersetten.

Ihr liebstes Ausstellungsstück?
Es gibt mehrere Exponate, die ich gern zeige. Dazu gehören die selbstgefertigten Holz­latschen, die für die eigene Flucht gezimmerte Kiste aus dem Sudetenland, die Breitdreschmaschine aus Wittenburg …

Sind Sie auch abseits des Museums der Sammlertyp?
Tatsächlich würde ich mich nicht so bezeichnen. Es juckt mich schon, alte Bücher zu kaufen oder mir nette Sachen anzuschaffen, doch aus Pragmatismus – ich habe sowieso sehr wenig Zeit zum Lesen – lasse ich es. Interview: Katja Haescher

Hochzeit auf dem Lande

Janine und Christian heirateten in Wölzow mit Treckerparade

Foto: Volkmar Eggert

Kleine Treckerparade in Wölzow bei Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Par­chim): Anlass für den Korso war die Bauernhochzeit von Janine Dassow und Christian Menne. Die beiden Wölzower konnten wegen der Anti-Corona-Maßnahmen nicht so groß feiern, wie sie es gern getan hätten. Aber auch dank ihrer einfallsreichen Freunde und Verwandten wurde es für Janine und Christian ein toller Tag. „Journal eins“ gratuliert und wünscht dem Paar viele schöne Jahre.

Heimatbund feiert seinen 100. Geburtstag

Verein kümmert sich um Pflege der Parchimer Geschichte

Foto: Stadt Parchim

Am 3. März feierte der Heimat­bund Parchim seinen 100. Geburts­tag. Der Parchimer Bürgermeister Dirk Flörke (l.) und Parchims Stadt­präsi­dentin Ilka Rohr gratulierten dem Verein zum Jubiläum. Mark Riedel (r.) nahm die Glückwünsche stellvertretend für alle 90 Mit­glie­der gern entgegen.

Die Ortsgruppe Parchim des Hei­mat­bundes Mecklenburg wurde im März 1921 im damaligen „Ho­tel Graf Moltke“ (heute Lan­des­theater) gegründet. Der Verein setzte sich anfangs dafür ein, dass historische Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden sowie damals neue Straßen ihre Namen erhielten. Nach 1945 unter­stützte er die Stadt unter anderem bei der Sanierung und Errichtung von Denkmälern.

Heute organisiert die Gruppe zum Beispiel Stadtführungen und hat „Das Parchimer Wörterbuch“ von Otto Köhncke sowie weitere Publikationen herausgegeben.

Weihnacht zu Ende

Abschluss am Anleger der Weißen Flotte Schwerin

Foto: Rainer Cordes

Wir bleiben gern ein bisschen länger, lautete das Motto der „Flotten Weihnacht to go“ am Weiße-Flotte-Anleger in Schwerin, die erst am 28. Februar zu Ende war. Zum Ausklang gab es Musik von Mario Neumeister aus Wismar, der an Bord spielte, und ein Schlückchen Glühwein sowie leckere Currywurst.
Die nächste „Flotte Weihnacht“ ist bereits in Planung – dieses Mal nicht nur „to go“.

SSC holt sich den nächsten Titel

Pokalsieg für Schweriner Volleyballerinnen

Foto: Conny Kurth

Pokalsieger! Der SSC Palmberg holte sich am 28. Februar 2021 in Mannheim den begehrten Titel. Dabei bezwangen die Schweriner Volleyballerinnen den SC Potsdam überlegen mit 3:0, wobei sie zu keinem Zeitpunkt des Spiels zurücklagen. Ein so klarer Ausgang war von kaum einem erwartet worden, gewann Schwerin doch die beiden Liga­duelle mit Potsdam in dieser Saison jeweils nur knapp mit 3:2.

Wismar ist eine schöne, lebenswerte Stadt

Interview mit Anna Herbst in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Anna Herbst (36) wohnt in Wismar und ist Referentin beim Landesjugendring MV in Schwerin. Foto: privat

Sie arbeiten beim Landesjugendring MV – wie sind Sie dort gelandet?
Schon während meines Studiums der internationalen Entwicklung und Geschichte in Wien habe ich in einem Bildungsprojekt mit jungen Leuten gearbeitet und es hat mir viel Spaß gemacht. Mein erster Job war dann in München und nach fünf Jahren dort habe ich Sehnsucht nach dem Norden bekommen. Ich bin in Schleswig-Holstein geboren und in Hamburg aufgewachsen, es zog mich wieder zurück. Zuerst nach Hamburg; dann, als die Stelle in Mecklenburg-Vorpommern ausgeschrieben war, zum Landesjugendring MV nach Schwerin.

Gerade ist der neue Ferienkalender des Landesjugendrings erschienen. Wie ha­ben Sie früher am liebsten die Schul­ferien verbracht?
Meine Familie ist sehr reiselustig, wir haben die Sommerferien immer für große und kleine Fernreisen genutzt. Als ich zehn war, sind wir für vier Wochen nach Australien geflogen, die Schwester meines Opas lebt dort. Das war ein tolles Erlebnis, auch wenn ich anfangs traurig war, dass ich nicht mit meinen Klassenkameraden nach St. Peter Ording fahren konnte. An meine allererste Reise kann ich mich auch noch gut erinnern. Ich war fünf, es ging nach Bayern und ich war fasziniert, dass dort alle „Grüß Gott“ sagten. Ich hab danach versucht, es auch hier in Norddeutschland einzuführen, das hat eher mittelmäßig geklappt.

Welche Bedeutung hat für Sie ehrenamtliches Engagement?
Große Bedeutung, es wird immer noch unterschätzt. Wenn sich Jugendliche ehrenamtlich engagieren, testen sie spielerisch und ganz ohne Leistungsdruck durch die Schule ihre Kompetenzen, lernen andere junge Leute kennen, übernehmen Verantwortung. Ich habe während meiner Tätigkeit viele Jugendliche in ihrem ehrenamtlichen Engagement begleitet und stelle immer wieder fest, was für ein Gewinn das für die Persönlichkeitsentwicklung ist.

Sie sind nach Wismar gezogen, was gefällt Ihnen an der Stadt?
Ich liebe Wismar, das ist eine so schöne und lebenswerte Stadt! Immer wieder entdecke ich neue kleine Geschäfte. Weil ich gern lese, habe ich hier in Wismar einen Lesekreis angestoßen und über die Nachbarschafts-App publik gemacht. Wir treffen uns alle drei, vier Wochen – aktuell virtuell – und sprechen über ein Buch, das wir zuvor alle gelesen haben. Das letzte war „Wilde Iris“ von Louise Glück, die im vergangenen Jahr mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet worden ist.

Was begeistert Sie in Ihrer Freizeit?
Durch Studium, Beruf und ein Austauschjahr in Brasilien habe ich Lieblingsmenschen überall auf der Welt, die würde ich alle gern wieder besuchen. Hier in Europa steht eine Reise nach Barcelona noch auf meiner Liste. Und ich möchte so gern mal in den Iran! Aktuell fehlen mir Reisen und Kino, aber ich bin trotzdem glücklich und dankbar, dass ich so viel erleben darf – aktuell eben virtuell. So können wir unseren Lesekreis durchführen und auch für meine Yoga-Stunden gibt‘s ein Online-Angebot. Interview: Katja Haescher

SSC Palmberg Schwerin im Pokalfinale

Foto: Michael Dittmer

Vor zwei Jahren durften noch Fans beim DVV-Pokal-Finale in Mannheim dabei sein (Foto). Seinerzeit holten die Volley­ballerinnen vom SSC Palmberg Schwerin den Pott. Nun steht die Mannschaft um Cheftrainer Felix Koslowski erneut im Finale – leider ohne Fans. Der Gegner heißt diesmal SC Potsdam. Das Finale steigt am 28. Februar wieder in der Mann­heimer SAP-Arena und wird auf Sport1 ab 14.15 Uhr live übertragen.
Im Halbfinale bezwang Schwerin den Dresdner SC; die Gegnerinnen aus Potsdam setzten sich gegen Allianz MTV Stuttgart durch.

Koslowski sagt: „Potsdam hat in dieser Saison bestätigt, dass sie eindeutig zu den Top 4 in der Liga gehören, sie haben eine starke Mannschaft und sind auf allen Positionen sehr gut und ausgeglichen besetzt. Wir erwarten ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten den Unterschied machen werden.“

Team ist nun  komplett

Foto: Hansestadt Wismar

Seit dem 1. Februar ist auch die letzte freie Stelle bei der Berufsfeuerwehr Wismar besetzt: Marko Görs hat seinen Dienst als Oberbrandmeister in der Hansestadt angetreten und verstärkt das Team der Retter. Für ihn ist es eine Heimkehr nach Mecklenburg-Vorpommern: Der Rostocker war zuvor elf Jahre lang bei der Berufsfeuerwehr in Dresden tätig gewesen. Bürgermeister Thomas Beyer und Feuerwehrchef Ronny
Bieschke begrüßten Marko Görs im neuen Team.

Neues Auto in Rot

Foto: Freiwillige Feuerwehr Grevesmühlen

Die Feuerwehr Grevesmühlen hat einen neuen Mannschafts­transportwagen. Das Fahrzeug wurde im November übergeben – und war seitdem bereits viermal im Einsatz.
Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte der alte Einsatzleitwagen keinen TÜV mehr erhalten. Mit dem neuen Auto kommen die Kameraden nun sicher zum Einsatzort. Es soll sowohl von der Stadt als auch vom Amt Grevesmühlen-Land genutzt werden.

Eine Portion Romantik

Foto: Volkmar Eggert

Die Tage werden schon wieder länger. Wie wäre es da mit einem Bummel durch den Ludwigsluster Schlosspark? Dort gibt es auch im Winter viel zu entdecken – vom Schweizerhaus über zwei Mausoleen bis zur künstlichen Grotte. Letztere entstand 1788 unter der Regie von Hofbaumeister Johann Joachim Busch aus den für die Gegend so typischen Raseneisensteinen. Als künstliche Ruine war sie Element der Parkgestaltung und romantischer Ort, den Mitglieder der Hof­gesell­schaft auch zur inneren Einkehr aufsuchten. Spä­ter wurde die Ruine als Eiskeller auch ganz praktisch genutzt. Heute ist sie ein beliebter Ort für Hochzeitsfotos.

An erster Stelle Service und Einkaufserlebnis

Interview in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“ mit Klaus-Peter Regler

Klaus-Peter Regler (53)
Center-Manager
des Schlosspark-Centers Schwerin
Foto: Rainer Cordes

Seit November 2020 sind Sie Manager des Schlosspark-Centers Schwerin. Wie haben Sie sich bis jetzt dort eingelebt?
Unter den gegebenen Corona-Bedingungen gut. Ich habe schon viele Kontakte aufbauen können, allerdings größtenteils digital. Mir fehlen die persönlichen Beziehungen zu Menschen. Denn Mieter, Kunden, einfach alle persönlichen Kontakte im Center und in Schwerin machen ein gutes Einleben aus.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten muss ein Center-Manager aus Ihrer Sicht mitbringen, um ein Einkaufszentrum erfolgreich führen zu können? Wie haben sich diese Anforderungen in den letzten Jahren geändert?
Wie jede Führungskraft muss der Center-Manager ganzheitlich denken, aktiv kommunizieren und sein Team hinter sich bringen, um mit ihm an gemeinsamen Zielen zu arbeiten. Er muss auf die Wünsche der Kunden eingehen sowie die Interessen der Mieter, der Eigentümer des Centers und der Dienstleis­ter stets im Blick haben. Diese Interessen gilt es zu verstehen, unter einen Hut zu bringen und nach außen hin zu vertreten. Das hat sich im Grundsatz nicht geändert.

Wo sehen Sie die Zukunft des stationären Einzelhandels nach den pandemiebedingten Einschränkungen?
Der stationäre Einzelhandel muss sich zuerst auf seine Stärken besinnen, das sind neben einer zielgruppengerechten Sortimentspolitik aus meiner Sicht an erster Stelle Service und Einkaufserlebnis. Zudem braucht er einen guten Online-Auftritt, ohne Online-Auftritt ist ein Händler schon heute nicht mehr überlebensfähig. Die Kunden zurückzugewinnen von einem durch Corona nochmals deutlich erstarkten Online-Handel, wird Zeit brauchen. Dabei wird die Zukunft des stationären Handels nach Corona maßgeblich auch von den politischen Rahmenbedingungen abhängen.

Sie haben zuletzt im baden-württembergischen Leonberg gearbeitet und sind jetzt im Nordosten Deutschlands gelandet. Wie gefällt es Ihnen hier, und gibt es etwas, das Sie jetzt schon vermissen?
Ich liebe das Wasser, egal ob das Meer oder die schönen Seen hier in Schwerin, die alte Bausubstanz und die Lebendigkeit der Innenstadt. Die Menschen erscheinen mir offen und bodenständig, das alles gefällt mir. Vermissen werde ich ein bisschen die Nähe zu den Bergen.

Was war Ihr Traumberuf als Kind, und warum sind Sie dann Center-Manager geworden?
Mein Traumberuf war der Einzelhandel, in diesem Beruf habe ich meine Ausbildung gemacht und über 20 Jahre gearbeitet. Nach 20 Jahren wollte ich nochmal eine neue Branche und ein neues Unternehmen kennenlernen. Wichtig waren mir immer der Kontakt mit Menschen, die Vielseitigkeit des Jobs und die Gestaltungsmöglichkeiten. Gerade das macht den Einzelhandel und den Job des Center-Managers aus.Interview: Stefan Krieg

Sternsinger bringen Segen ins Rathaus

Verkleidete Kinder in Parchim unterwegs

Foto: Stadt Parchim

Sie sind ein wahrer Lichtblick in der tristen Corona-Zeit: Die Sternsinger besuchten die Mitarbeiter der Parchimer Stadtverwaltung – in ge­bührendem Abstand – und er­freuten sie mit ihren Liedern. Die Mädchen und Jungen der katholischen Kita St. Josef überbrachten den Segen für Rathaus und Stadthaus und wünschten Frieden und Gesundheit in diesen herausfordernden Zeiten.

Bürgermeister Dirk Flörke be­dankte sich und wünschte den kleinen Besuchern alles Gute: „Ich hoffe inständig, dass ihr euch bald wieder mit euren Freunden treffen und mit ihnen spielen könnt. Bleibt bis dahin alle schön gesund!“

Die Sternsinger machen in diesem Jahr auf Kinder „in der Ukraine und weltweit“ aufmerksam. Mit dem eingesammelten Geld werden Mädchen und Jungen unterstützt, die mit nur einem Elternteil, bei Großeltern oder in Pflegefamilien aufwachsen.

Prost Fritz! Prost Franz!

Reuter und Floerke in Grabow

Foto: Rainer Cordes

Die Herren lassen es krachen: Eine Skulptur auf der Rückseite des Grabower Rathauses zeigt Fritz Reuter und Franz Floerke beim fröhlichen Wiedersehen. Obwohl: So fröhlich war der Anlass nicht, wurde doch Reuter 1839 als Häftling aus Preußen in die Festung Dömitz überführt. Als die Eskorte für eine Nacht in Grabow Station machte, traf der Dichter auf seinen alten Schulfreund Floerke, inzwischen Bürgermeister. Und so kann man beiden noch heute beim Umtrunk zusehen.

Frühstück ist fertig!

Snacks für Vögelchen

Foto: Rainer Cordes

In winterlich-kahlen Gärten ver­­speisen Vögel gern kleine Snacks aus Meisenringen und Kern­mischungen. Wer den Piep­mät­zen regelmäßige Mahl­zeiten ser­viert, kann sich schnell über viele gefiederte Besucher an der Futterstelle freuen – übrigens ein idealer Platz, um Vögel zu beobachten. Wichtig ist, Meisenknödel nicht im Plastiknetz aufzuhängen – darin können sich die Vögel leicht verheddern. Auch Brot ist kein passender Snack für Singvögel.

Alte Verbindung gekappt

Consrader Brücke abgerissen

Foto: Rainer Cordes

Die Consrader Brücke über die B 321 kurz hinter Schwerin, Richtung Crivitz, wurde kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres abgerissen und war davor schon seit September gesperrt. An dieser Stelle wird nun eine neue Brücke errichtet, außerdem geht der Ausbau der Bundesstraße weiter voran. Ende dieses Jahres sollen dieser wichtige Zubringer zur A 14 vierspurig verlaufen und auch die Brücke fertig sein. Hier zu sehen sind noch Reste der alten Brücke.

Den Mut zu neuen Ideen haben

Interview mit der Wismarer Gleichstellungsbeauftragten Petra Steffan in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Petra Steffan (56) hat
für weitere fünf Jahre das Amt der Gleichstellungsbeauftragten in Wismar übernommen. Foto: Ulrike Pawandenat

Was sind die schönsten Momente in Ihrer Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte?
Wenn ich Menschen für Ideen und Projekte begeistern kann und diese dann umgesetzt werden. Ein solches Projekt ist zum Beispiel das der „Stadtmütter“: Frauen mit Migrationshintergrund befähigen andere, zugewanderte Frauen, an der Gesellschaft teilzunehmen, sind für sie Türöffner ins öffentliche Leben. Mich macht es froh, wenn ich mit meiner Tätigkeit dazu beitragen kann, Probleme zu lösen und den Anstoß gebe, Tradiertes zu hinterfragen.

Was wünschen Sie sich von Frauen? Und was von Männern?
Da gibt es gar keine großen Unterschiede. Ich wünsche mir Offenheit! Offenheit für notwendige Veränderungen, um die/unsere Gesellschaft noch gerechter, sozialer und zukunftsfähiger zu gestalten! Und das geht nur gemeinsam mit Frauen und Männern. Ein Beispiel: Junge Frauen kommen oft mit sehr guten Abschlüssen aus der Ausbildung oder vom Studium und hängen danach trotzdem in ihrer Karriere fest – in den meisten Fällen, nachdem sie das erste Kind bekommen haben. Danach steigen sie häufig in Teilzeit oder Minijobs ein. Frauen und Männer müssen sich gleichermaßen beruflich entwickeln können und Familienarbeit leisten. Und das wiederum klappt nur, wenn typische Frauenberufe finanziell aufgewertet werden oder auch Führungspositionen in Teilzeit möglich sind. Wir alle sollten die Möglichkeit haben, von dem Geld, das wir mit unserer Arbeit erwirtschaften, gut leben zu können.

Welche Eigenschaften sind in Ihrer Tätigkeit wichtig?
Ein langer Atem und viel Geduld. Die Fähigkeit, sich nicht entmutigen zu lassen. Ich sage immer: Aufstehen, Krone richten, weitergehen. Natürlich muss eine Gleichstellungsbeauftragte manchmal auch nervig sein und unbequeme Themen ansprechen. Und sie braucht viele Partnerinnen und Partner, in der Politik, der Verwaltung, der Gesellschaft. Allein ist diese Aufgabe nicht zu schaffen.

Welche Situationen in Ihrer Tätigkeit gehen Ihnen nah?
Wenn Menschen von Gewalt betroffen sind, liegt mir das auf der Seele. Zum Glück gibt es in Wismar ein supergutes Netz von Beratungsmöglichkeiten. Ein Problem ist die aktuelle Situation mit Corona: Viele Familien hocken in räumlicher Enge aufeinander und Angebote können nicht wie gewohnt stattfinden. Das wird Spuren hinterlassen, auch gesellschaftlich.

Wie sagen Sie es? Bürger oder Bürger und Bürgerinnen?
Bürgerinnen und Bürger natürlich. Denn Sprache formt unser Denken. Wenn ich zum Beispiel nur von Technikern spreche, habe ich vor meinem inneren Auge immer Männer. Frauen müssen auch sprachlich sichtbar werden. Und: Wenn im Steuerformular „der Antragsteller“ steht – wie soll ich mich da angesprochen fühlen?

Wenn Sie sich etwas wünschen könnten – was wäre das?
Dass wir uns nicht mehr so schwer tun, in neuen Modellen zu denken. Und dass Frauen und Männer zu gleichen Teilen in Politik, Führungspositionen und Aufsichtsräten vertreten sind. Interview: Katja Haescher

Abschied von Dr. Harald Ringstorff

Trauer um den früheren Ministerpräsidenten

Foto: Sebastian Schramm

Der ehemalige Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff ist am 19. November verstorben. Zahlreiche Trauernde, unter ihnen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, trugen sich in der Staatskanzlei in das Kondolenzbuch ein. „Viele Menschen in unserem Land haben unseren früheren Ministerpräsidenten Harald Ringstorff in sehr guter Erinnerung. Das zeigt die große Anteilnahme in den letzten Stunden“, sagte Manuela Schwesig.
Auch Landtagspräsidentin Birgit Hesse würdigte den Verstorbenen: „Mit ihm verlieren wir einen großen Demokraten und Gestalter, dessen Name, Persönlichkeit und politisches Wirken tief mit unserem Land verbunden sind. Er hatte Tradition und Zukunft gleichermaßen im Blick und hat die Geschicke Mecklenburg-Vorpommerns und seiner Menschen auf einen guten Weg gebracht.“

Traditioneller Wichernkranz

Schöner Adventsschmuck in der Staatskanzlei MV

Foto: Diakonie MV

Der Landespastor für Diakonie Paul Philipps (l.) überreichte am 1. Dezember im Namen der gesamten Diakonie MV einen Nachbau des Original-Adventskranzes nach Johann Hinrich Wichern an den Chef der Staatskanzlei Dr. Heiko Geue (r.) in Vertretung für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Die Leihgabe mit ihren 24 Holzkerzen schmückt noch bis Anfang Januar die Staatskanzlei. Der Kranz wurde 2011 in einer Rostocker Werkstatt für Behinderte angefertigt.

Winter in der Lewitz

Schöne Gegend

Foto: Volkmar Eggert

Wiesen, Wasserläufe, Wälder: Die Lewitz hat zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Auch wenn die Natur ihre Farbe verliert und der Wind die letzten Blätter von den Bäumen zaust, bietet das Schutzgebiet südlich von Schwerin Raum für Entdeckungen. Ursprünglich war das ganze Areal bewaldet – von hier stammte das Bauholz für die wachsenden Hansestädte. Heute ist die Lewitz die größte, durch Menschenhand entstandene Wiesenlandschaft Deutschlands.

Straße in Parchim fertig

Am Mühlenberg freigegeben

Foto: Torsten Schünemann

In Parchim ist eine Langzeitbaumaßnahme endlich abgeschlossen worden: Die Straße Am Mühlenberg kann nun wieder befahren werden. Mit vereinten Kräften aller Beteiligten wurden im November die letzten Absperrungen beseitigt und damit die Straße „Am Mühlenberg“ für den Verkehr offiziell wieder freigegeben.
Parchims Bürgermeister Dirk Flörke (4. v. l.) freut sich: „Mit der Freigabe dieses Verkehrsabschnittes kehrt ein Stück weit Lebensqualität in unsere Stadt zurück.“
Planungsbeginn für die städtebauliche Sanierungs­maßnahme war Anfang 2017, mit dem Bau be­gon­nen wurde im Dezember 2019.

Werben für einen spannenden Beruf

Interview mit Mories Zeise in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Mories Zeise (56) ist
Einstellungsberater an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege

Wie sieht eine typische Arbeitswoche bei Ihnen aus?
Als Einstellungsberater informiere ich über Ausbildung und Studium an der Fachhochschule für öffenliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow und die Berufswege, die im Anschluss daran möglich sind. Ich plane Veranstaltungen und bin zu Berufsmessen, Vorträgen in Schulen und in Berufsinformationszentren der Arbeitsagentur unterwegs. In einem normalen Jahr kommen da gut 150 Veranstaltungen zwischen Boizenburg und Sassnitz zusammen.

Welche Fragen haben die jungen Leute, die sich bei Ihnen informieren?
Was die Polizei betrifft, gibt es manchmal falsche Vorstellungen. Einige kommen und sagen gleich als Erstes, dass sie Ermittler werden wollen. Ich erkläre dann den tatsächlichen Werdegang bei der Polizei und welche Karrieremöglichkeiten es gibt. Und manchmal geht es auch darum zu sagen, was man bei uns nicht werden kann. Ich möchte keine falschen Erwartungen wecken, denn schließlich soll auch niemand nach Studien- oder Ausbildungsbeginn schnell wieder das Handtuch werfen.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine rechtzeitige Berufsorientierung?
Etwa ab Klasse 8 sehr wichtig. Die Vielzahl der Wahlmöglichkeiten führt dazu, dass viele Schülerinnen und Schüler ratlos sind und gar nicht mehr wissen, was sie machen sollen. Und selbst wenn sie es wissen, wissen sie oft nicht: Wie komme ich da hin? Ich habe zum Beispiel schon einige Male den Berufswunsch „Polizeipsychologe“ gehört. Dorthin gibt es aber nicht unbedingt den geraden Weg über die Fachhochschule – in solchen Fällen hilft die Berufsfrühorientierung. Und auch Eltern haben natürlich viele Fragen, die sich oft um ganz andere Themen drehen. Insofern sind mir Messetermine an Sonnabenden sehr lieb, weil Mütter und Väter dann mitkommen können.

Sie sind selbst Polizist. Welche Eigenschaften sollten Ihrer Meinung nach Bewerber für den Polizeidienst mitbringen?
Sie sollten ein vernünftiges Demokratieverständnis haben. Und natürlich spielen auch Teamfähigkeit und Leistungswille eine wichtige Rolle.

Wie können sich Interessierte auf den Einstellungstest bei der Polizei vorbereiten?
Indem sie Dikate üben. Damit be­ginnt der Test und diejenigen, die hier durchfallen, bekommen gar nicht mehr die Möglichkeit zu zeigen, wie viele Klimmzüge im Schrägliegehang sie schaffen. Natürlich ist auch Kraft- und Ausdauertraining wichtig, der normale Schulsport reicht als Vorbereitung oft nicht aus. Mit der Einstellung, dass es schon nach dem Muster „Ich kam, sah und siegte“ ablaufen wird, kann man schnell scheitern. Natürlich gibt es auch auf unseren Veranstaltungen und im Internet Tipps. Bis Ende des Jahres läuft übrigens noch die Bewerbungsfrist für einen Studienbeginn im nächsten Jahr.

Was machen Sie, wenn Sie gerade keine Ratschläge für den Berufsstart geben?
In meiner Freizeit fahre ich gern campen. Allerdings mit dem Wohnwagen – ein Zelt ist mir inzwischen zu weit unten. Interview: Katja Haescher

Imbiss für Obdachlose in Wismar

Spende vom Landkreis Nordwestmecklenburg

Foto: LK NWM

Leckereien für die Be­woh­ner des Obdachlosenheims in der Hansestadt Wismar: Große Teile des Büfetts, die eigentlich für die Gäste der Ehrennadel- und Kulturpreisverleihung gedacht waren, spendete die Gastgeberin, Nordwestmecklenburgs Land­rätin Kerstin Weiss an die Einrichtung. Zu der Veranstaltung konnten pandemiebedingt nicht so viele Teilnehmer erscheinen, wie ursprünglich geplant.
Christian Klaus Peter Ebke und René Oberlies freuten sich sehr über die delikaten Speisen.
Aus dem eigentlich mal vor­gesehenen großen Empfang mit 150 Gästen wurde eine nur kleine Runde mit etwa 30 Gästen, die Ende Oktober in die Wismarer Markthalle kamen.
Näheres und Wissenswertes zu der Veranstaltung, vor allem, wer die Ehrennadel- und Kultur­preisträger sind, steht auf den Seiten 26 und 30 dieser Ausgabe.

„Oola“ beim „Outpost One“

„Star Wars“-Schauspielerin zu Gast

Foto: Volkmar Eggert

Hoher Besuch im Oktober im „Star Wars“-Museum „Outpost One“: Die Schauspielerin Femi Taylor hat sich auf den weiten Weg nach Dassow begeben, um ihre Fans zu erfreuen. Sie spielte in „Star Wars – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ die Tänzerin Oola. Und sie richtet viele Grüße an die „Journal eins“-Leser aus – geben wir gern an Sie weiter.

Lichterspektakel

Lichterwoche in Schwerin

Foto: Rainer Cordes

Die Stadt Schwerin mal in spektakulärer Beleuchtung erle­ben – das war möglich bei der Lichterwoche Ende Oktober. Viele Gebäude und kleine Straßen der Altstadt wurden mit bunten Lichtern in eine besondere Atmosphäre gehüllt. Gleichzeitig lu­den Geschäfte und Gaststätten zum Besuch ein. Und am 24. Oktober, zu Beginn der Lichterwoche, fand die Kulturnacht statt – die perfekte Ergänzung zu den Illuminationen.

Konferenzzentrum in Parchim wächst

Dachbalken auch schon da

Foto: Jörn Lehmann

Am Morgen des 3. November wurden die ersten neun Dachbinder für den Solitär – das neue Tagungs- und Konferenzzentrum des Landkreises Ludwigslust-Parchim – angeliefert. Die Anlieferung unter Polizeieskorte verlief ohne Probleme – die Putlitzer Straße vor der Kreisverwaltung in Parchim musste dafür einige Stunden gesperrt werden. Der längste Dachbalken misst eine Länge von 35 Metern. Insgesamt sind es 13 Dachbalken.

Musik tatsächlich auch Hobby geblieben

Interview mit Mark Rohde in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Mark Rohde, 44 Jahre, Generalmusikdirektor am Mecklenburgischen Staatstheater

Was macht eigentlich ein Generalmusikdirektor?
Ein Generalmusikdirektor ist zunächst der Chefdirigent eines Orchesters – in meinem Fall also der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin. Darüber hinaus hat der Generalmusikdirektor die künstlerische Leitung über alle musikalischen Belange eines Theaters inne. Ich gestalte also auch die Konzertprogramme, suche Solisten und Gastdirigenten aus und bin dafür verantwortlich, die musikalischen Qualitäten des gesamten Theaters weiterzuentwickeln.

War Ihr Traumberuf als Kind auch schon „irgendwas mit Musik“, oder wollten Sie eigentlich etwas ganz anderes werden?
Nachdem meine Eltern beide Musiker waren, gab es eigentlich keinen anderen Wunsch meinerseits. Später gab es dann natürlich Phasen, in denen mein Herz sehr für andere Dinge schlug. Einige Zeit lang habe ich mich sehr für die Physik interessiert, und ich wollte auch mal Pilot werden. Schließlich habe ich aber immer so gerne und so viel Musik gemacht, dass es doch nicht anders ging.

Spielt die Musik in Ihrem Privatleben auch eine große Rolle? Oder haben Sie ganz andere Hobbys?
Musik spielt im Alltag eine sehr große Rolle für mich, und mit Jazz und Blues ist sie tatsächlich auch ein Hobby geblieben. Ansonsten verbringe ich gerne Zeit mit der Familie, ich koche sehr gerne und habe eine große Vorliebe für technische Basteleien.

Sind Sie nach Ihrer Arbeit in Mannheim froh, zurück im Norden zu sein, nahe Ihrer Heimatstadt Hamburg?
Ich freue mich sehr darüber, wieder „zu Hause“ zu sein, die Luft und das Licht hier liebe ich sehr. Meine Arbeit bringt es mit sich, dass ich schon sehr oft umgezogen bin. Darin liegt auch ein großer Reiz, man lernt andere Regio­nen und Städte kennen und entdeckt immer wieder wunderschöne Orte, Landschaften, regionale Spezialitäten und so weiter. Diese Vielfalt empfinde ich als große Bereicherung.

Waren Sie vor Ihrem Engagement am Staatstheater schon mal in Schwerin, und was mögen Sie an der Stadt?
Ich bin erst im Zuge des Bewerbungsverfahrens nach Schwerin gekommen, habe die Stadt, das Theater und die Staatskapelle aber sehr schnell ins Herz geschlossen. Zum einen ist mir die Mentalität hier im Norden sehr vertraut, zum anderen freue ich mich, wenn ich hier unterwegs bin, immer wieder aufs Neue über die Schönheit der Stadt, über das Schloss mitsamt Schlossgarten und die zauberhafte Umgebung. Interview: S. Krieg

Mit dem Tretroller durch die Elbmarsch

Neues Angebot für Touristen in Boizenburg und Umgebung

Foto: Stadtinformation Boizenburg

Ein Tretroller für Ausflüge in die Elbmarsch: Das ist ein Angebot, mit dem die Stadtinformation Boizenburg bei Besuchern punkten möchte. Im Kooperationsverbund mit den Städten Scharnebeck in Niedersachsen und Lauenburg in Schleswig-Holstein verleihen die Boizenburger diese Gefährte an ihre Gäste.
Für Wald- und Feldwege sind die Roller ebenso gut geeignet wie für die Wege entlang des Elbdeichs – ein Ausflug in die wunderschöne Land­schaft entlang des Flusses wird so zum besonderen Erlebnis. Die drei Städte haben eine Über­sichtskarte der Region entwickelt, die den Gästen als Abreißblock auf Nachfrage kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Die Gäste können die Tretroller in einer Stadt leihen und in einer anderen abgeben. Für 5 Euro pro Roller lässt sich dieser drei Stunden testen, und für 8 Euro bekommt man ihn den ganzen Tag.

Neue Figur wird aufgestellt

Weitere Wasserkunst-Herme in Wismar

Foto: Rita Gralow

Am 21. Oktober um 16 Uhr wird in Wis­mar im Welt-Erbe-Haus eine zweite Wasserkunst-Herme aufgestellt. Die Wasser­kunst, ein unterirdischer Wasserkasten und ein darüber gesetzter prächtiger zwölfseitiger Pavillon auf dem Marktplatz von Wismar, wurde vor über 400 Jahren errichtet. 1602 begann von hier die Verteilung des Trinkwassers in viele Häuser der Stadt. An den Ecken des Pavillons sind figürliche Pfeiler, so genannte Hermen, aus gotländischem Sandstein angeordnet. Sie halten das aufwendige Gitterwerk und tragen das geschwungene Kupferdach.

Neuer VU-Präsident

Lars Schwarz folg auf Thomas Lambusch

Foto: DEHOGA MV

DEHOGA-MV-Präsident Lars Schwarz wird neuer Präsident der Ver­einigung der Unternehmensverbände für MV (VU). Er folgt damit dem derzeitigen VU-Vorsitzenden Thomas Lambusch, der seinen Posten aus persönlichen Gründen aufgibt. Schwarz wurde im September vom VU-Präsidium einstimmig vorgeschlagen und übernimmt das Amt am 3. Dezember.

Vierspuriger Ausbau geht voran

Bald schneller zur Autobahn

Foto: Rainer Cordes

Die nächste Phase des Ausbaus der B 321 in Schwerin Richtung Raben-Steinfeld hat begonnen. Damit verbunden sind Vollsperrungen und ent­sprechende Umleitungen. Das wird auch noch ungefähr ein Jahr lang so bleiben. In zwei Jahren, so die Planung, aber soll der vierspurige Ausbau fertiggestellt sein, so dass es dann problemlos zur A14 geht.

 

Von den Großpilzen gibt es 10.000 Arten

Interview mit der Pilzberaterin Elfi Hruby in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Elfi Hruby, Pilzberaterin, Dreenkrögen
Kontakt: 038753/889988
Foto: privat

Was fasziniert Sie so an Pilzen?
Vor allem die große Vielfalt – von klitzeklein bis ganz groß. Allein von den Großpilzen – das sind die, die sich jeder unter dem Begriff Pilz vorstellt –, gibt es ungefähr 10.000 Arten. Kein Mensch erkennt alle von ihnen auf Anhieb. Die müssen zur Bestimmung oft mikroskopiert und anhand ihrer Sporen identifiziert werden. Und dann gibt es auch noch Schleimpilze. Die sind so winzig, dass man sie nur mit Lupe oder Mikroskop in ihrer vollen Pracht sehen kann.

Wie ist Ihre Leidenschaft für Pilze überhaupt entstanden?
Das kam ganz spontan, als ich etwas älter wurde, beruflich nicht mehr so eingebunden war und mir einen neuen Aufgabenbereich suchte. Etwa ab 2003 habe ich begonnen, mich intensiv mit Pilzen zu beschäftigen. Bis dahin hatte ich nicht mehr Ahnung von Pilzen als Ottonormalverbraucher.

Aber jetzt wissen Sie sehr viel über Pilze. Wie haben Sie sich das Wissen angeeignet?
Ich habe mich mit viel Fleiß in die Materie gestürzt, unter anderem eine Menge Literatur gewälzt. Aber am wichtigsten ist es, die Pilze live in der Natur wahrzunehmen. Daher habe ich viele Exkursionen mit erfahrenen Pilzberaterinnen mitgemacht. Hinzu kamen die Nachwuchskurse, die das Gesundheitsamt anbietet. So ist es mir gelungen, nach nur einem Jahr fleißigen Lernens die Prüfung zur Pilzberaterin zu bestehen. Allerdings lerne ich auch immer wieder dazu und bin zum Beispiel zweimal im Jahr auf Weiterbildung. Zudem tauschen wir Pilzberaterinnen immer wieder unsere Erfahrungen und unser Wissen aus.

Pilzberatung ist schließlich eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.
Ja. Im ersten Jahr habe ich die Pilzberatung auch nur unter Aufsicht angeboten. Man möchte auf keinen Fall jemandem einen Pilz wieder mitgeben, der nicht essbar ist. In Einzelfällen kommt es heute noch vor, dass ich mir nicht hundertprozentig sicher bin. Dann nehme ich den Pilz mit nach Hause, schlage in der Literatur nach und rufe den Finder anschließend an.

Wie bereiten Sie Ihre Pilze am liebs­ten zu?
Das werden viele nicht verstehen, aber ich bin keine große Pilz-Esserin. Trotzdem sammle ich sehr gern Pilze und verschenke sie dann an andere, besonders an ältere Menschen, die nicht mehr mobil genug sind, um selbst Pilze sammeln zu gehen.

Mit welchen Fragen kommen die Pilzsammler am häufigsten zur Beratung?
In der Regel bringen sie einfach ihre Funde mit, die ich dann anschaue und feststelle, welche der Pilze essbar sind. Viele fragen auch nach Rezepten und Möglichkeiten, die Pilze haltbar zu machen. Obwohl ich wie gesagt selbst kaum Pilze esse, habe ich eine Menge Tipps dazu parat.

Pilzfreunde verraten ihre Sammelstellen ja eigentlich nicht. Haben Sie dennoch den einen oder anderen Geheimtipp, wo man am ehesten fündig wird?
In unserer Region findet man eigentlich überall Pilze, wo Wald ist. Am besten an den Wegen schauen, weil dort am meisten Regen hinkommt. Sehr schnell und von Weitem zu erkennen sind die Riesenschirmpilze. Wenn die wachsen, dann wachsen die anderen Pilze auch. Das ist vielleicht ein kleiner Geheimtipp. Übrigens müssen die Funde aller Sammler, die zu unserer Pilzberatung kommen, kartiert werden. Ich mache die Sammelstellen aber nicht öffentlich. Besonders seltene Arten werden nochmal extra erfasst. Dieses Jahr hatten wir sogar schon einen Pilz aus der Roten Liste 1, einen Tonfalben Klumpfuß. Interview: S. Krieg

Abschlussprüfungen erfolgreich

Foto: Stadt Parchim

Die beiden Auszubildenden Lisa Gehrke und Tom Ewert haben ihre Prüfungen zu Ver­waltungsfachangestellten bei der Stadt Parchim bestanden. Drei Jahre lang haben sie alle wichtigen Fachbereiche der Stadtverwaltung Par­chim durch­laufen. Dazu wurden ihnen theo­retische Kenntnisse an der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Verwaltung in Schwerin vermittelt. Die dienstbegleitende Unterweisung erfolgte durch das Kommunale Studieninstitut MV.
Der Fachbereichsleiter Dirk Johanisson (r.) sagt: „Wir sind immer daran interessiert, gute Leute zu halten und weiter­zu­entwickeln – und hoffen deshalb inständig, dass Sie sich für einen Verbleib bei der Stadtverwaltung Parchim entscheiden.“
Auch Parchims Bürgermeister Dirk Flörke (l.) und Susanne Voß (M.), Sachgebietsleiterin Per­so­nal­­we­sen, gratulierten.

So wird Parchim schön bunt

Foto: Stadt Parchim

Das Museum Parchim hat ein Malbuch für Grundschüler herausgegeben. „Es ist ein monatelanges Projekt, in welches wir viel Kreativität und Herzblut gesteckt haben“, betont Museumsleiter Benjamin Kryl. Die Motive aus der Stadtgeschichte haben Künstler der Region gestaltet, die Kinder müssen nur noch zu den Stiften greifen und die Bilder bunt machen. Gedruckt worden sind 1500 Exemplare, die in den kommenden Tagen kostenlos an die Schüler der Klassenstufen 1 bis 3 an Parchimer Grundschulen verteilt werden sollen.

Schöne Ostsee

Foto: Rainer Cordes

Es muss nicht immer das Mittelmeer sein, denn auch die Seen unseres Landes und besonders die Ostsee bieten Sonne und schöne Strände – wie hier in Hohen Wieschendorf. Auch wenn der Sommer im Prinzip vorbei ist, finden sich bestimmt demnächst noch ein paar schöne Tage zum Baden in unserer Region. Ansonsten heißt: Schon mal freuen auf die Badesaison im kommenden Jahr.

Freude auf Deutschland-Tour

Ex-Profis und Hobbyradsportler fuhren die Strecke der 1. Etappe schon mal ab

Foto: Rainer Cordes

Ein Jahr vor dem Start der Deutschland-Tour fuhren ehemalige Radprofis (unter anderen Fabian Wegmann und Jens Voigt), weitere Athleten und Hobbyradsportler die Strecke schon mal ab. Die erste Etappe führt von Stralsund nach Schwerin. Kurz vor dem Ziel in der Landeshauptstadt wurden sie von keinem Geringeren als dem legendären Tour-de-France-Teufel Didi Senft angefeuert. Die Deutschland-Tour fiel in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer, soll im August 2021 aber stattfinden. Das Profiradrennen, bei dem viele prominente Starter erwartet werden, ist insgesamt 727 Kilometer lang, die auf vier Etappen aufgeteilt sind. Ziel ist Nürnberg.

Radwege baulich von Straßen trennen

Interview mit Madleen Kröner in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Madleen Kröner, 62 Jahre, Sprecherin der Initiative Radentscheid Schwerin

Im deutschlandweiten Fahrradklimatest erhält Schwerin keine besonders guten Noten …
Um genau zu sein, ist es Schulnote 4, wobei die 5 am schlechtesten wäre.

Dabei sind in den letzten Jahren doch hier immer mehr Radwege und -streifen geschaffen worden. Was läuft denn Ihrer Ansicht nach trotzdem falsch?
Es sind nur einzelne Wege, die zwar schön sind, aber dann im Nichts enden. Der Radstreifen zum Beispiel am Obotritenring ist nur für sehr Mutige geeignet. Gerade mal
13 Prozent der Schüler kommen mit dem Fahrrad zur Schule, über 50 Prozent der Grundschüler werden mit dem Auto der Eltern gebracht. Das zeigt doch deutlich, dass Eltern den Schulweg für zu gefährlich halten.

Welche Vorschläge leitet die Initiative Radentscheid Schwerin daraus ab?
Wir wollen ein Bürgerbegehren für mehr Investitionen in ein stadtweites lückenloses Radwegenetz. Radwege sollen von Gehwegen und Straßen baulich getrennt werden, weil das für alle Verkehrsteilnehmer sicherer ist. Und wir brauchen dringend mehr Fahrradabstellanlagen.

Betrachten Sie das Thema auch aus der umgekehrten Perspektive? Oder anders gefragt: Was können die Radfahrer selbst für ein besseres Miteinander im Straßenverkehr tun?
Ich selbst halte mich an die Regeln der StVO – aber es gibt nicht DIE Radfahrer, so wenig wie es DIE Autofahrer gibt. Ich halte überhaupt nichts davon, Radfahrer und Autofahrer gegeneinander aufzubringen. Wir als Radentscheid Schwerin wollen nicht das Autofahren verbieten. Aber viele wissen zu wenig über die Rechte von Radfahrern. Manche Auto­fahrer sind davon überzeugt, dass Radfahrer gar nicht auf der Straße fahren dürfen. Auch den Mindestabstand von 1,50 Meter beim Überholen kennen viele nicht.

Was kann Schwerin von Städten mit einem deutlich besseren Fahrradklima lernen?
Stellen Sie sich vor, es gibt Gehwege, auf denen nur Fußgänger gehen. Daneben gibt es Radwege, die baulich von den Straßen getrennt sind. Jeder, der möchte, kann hier Rad fahren und fühlt sich sicher dabei. Und es gibt Straßen für alle, die auf das Auto angewiesen sind. Wir wollen nicht die autogerechte Stadt, wir wollen die menschengerechte Stadt.

Klassische Argumente fürs Radfahren sind Umwelt- und Klimaschutz sowie gesundheitliche Aspekte. Welche Vorteile bringt es noch, das Auto stehen zu lassen und sich auf den Sattel zu schwingen?
Radfahren ist leise und verbraucht sehr wenig Fläche. In Schwerins Innenstadt sind Sie auf jeden Fall schneller per Rad als mit dem Auto. Und billiger ist es auch, Sie müssen keine Parkgebühren zahlen. Das klassische Argument, dass der Einzelhandel die Autos in der Innenstadt braucht, ist längst widerlegt. Studien sprechen von der „höheren Portemonnaie-Dichte“, wenn die Kunden nicht mit dem Auto, sondern stressfrei zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV kommen. Interview: Stefan Krieg

In Parchim leuchtet es umweltfreundlich

Foto: Stadt Parchim

Hohe Lebensdauer und geringer Energieverbrauch, Robustheit und Umweltfreundlichkeit – Leuchtdioden, kurz „LED“, haben viele Vorteile. Deshalb wird jetzt in mehreren Parchimer Straßen umgerüstet. In der Eldestraße und der Hellwerderstraße, im Gänsekamp und Am Badstaven sowie im Wiesenring und im Möderitzer Weg sollen Leuchtdioden die alten Straßenlampen ersetzen, auf ersten Gehwegen, wie hier am Gänsekamp, ist die Installation bereits abgeschlossen.
Auch in Turnhallen setzt die Stadt aufs Energiesparen und möchte damit einen weiteren Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz leisten. Allein in der Turnhalle am Fischerdamm kann durch die Umrüstung mit einem vermindertem Energieverbrauch von circa 26.600 Kilowattstunden pro Jahr gerechnet werden.

Die Kirche im Dorf

Foto: Rainer Cordes

Eine bemalte Kassettendecke aus dem 17. Jahrhundert gehört zu den Glanzpunkten der Innenausstattung in der Kirche von Dorf Mecklenburg. Sie entstand während einer umfassenden Erneuerung des Gotteshauses in dieser Zeit. Zwischen 1992 und 1998 sowie 2002 und 2012 gab es umfassende Restaurierungsarbeiten sowohl an der Kirche als auch an einzelnen Ausstattungsstücken, so dass sich Besucher heute an einem Meisterwerk erfreuen dürfen. Das Gebäude geht bis auf das 14. Jahrhundert zurück.

Guck mal!

Foto: Katja Haescher

Wer den Aufzug zur Aussichtsplattform von St. Georgen nimmt, wird mit einem wunderbaren Blick über die Altstadt von Wismar und den Hafen belohnt. 35 Meter geht es in die Höhe, die verglasten Seitenwände der Fahrkabine machen auch die Dimension des Kirchenschiffs von Wismars größter Backsteinbasilika erlebbar. Der Fahrstuhl zur Aussichtsplattform kann zu den Öffnungszeiten der Kirche genutzt werden.

Rund um Garten und Wohnen

Foto: Rainer Cordes

Eine bunte Schau voller Trends und inspirierender Ideen: Das war die LebensArt-Ausstellung in Brook im Klützer Winkel. Ob Kunstobjekte für den Garten, Schmuck, Mode und Kosmetik, trendige Fiberglasmöbel und edles Teak: Die Besucher konnten sich über ein vielfältiges Angebot freuen, das in Fachwerkscheunen und an Open-Air-Ständen präsentiert wurde. Groß war auch die kulinarische Vielfalt. Mandelgebäck und Nugat aus Italien, Schafskäse aus Frankreich und Wildspezialitäten, wie Elch- und Rehschinken machten ein genussvolles Wochenende perfekt.

Polizist und Musiker aus Leidenschaft

Interview mit Steffen Salow in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Steffen Salow (52), Pressesprecher der Polizeiinspektion Schwerin und
in Wittenförden zu Hause Foto: Diana Salow

Ein Pressesprecher bei der Polizei hat mit vielen unangenehmen Themen zu tun – gibt es auch Meldungen, die Sie gern herausgeben?
Ich freue mich immer, wenn ich über Zivilcourage berichten kann, wenn es also um Menschen geht, die anderen und natürlich auch uns geholfen haben. Gern gelesen – das merke ich besonders in den sozialen Medien – werden auch Meldungen über Tiere. Da gab es zum Beispiel mal einen Erpel, der aufgeregt durch Krebsförden lief und schließlich im Fond des Streifenwagens ins Tierheim chauffiert wurde. Oder ein Kaninchen, das seiner kleinen Besitzerin ausgebüxt war. Das Mädchen war untröstlich und der Polizei ist es wirklich gelungen, das Tier wiederzufinden und einzufangen.

Wie wird man Pressesprecher bei der Polizei?
Wichtig ist das Interesse, über unsere Arbeit zu berichten. Und natürlich sind eigene Erfahrungen nicht zu ersetzen. Als ich 2013 Pressesprecher wurde, lagen mehr als 20 Jahre Polizeiarbeit hinter mir, im Streifendienst, bei der Bereitschaftspolizei, als Trainer und als Leiter einer Sondereinheit. Wenn ich heute also aus dem Bereich des Streifendienstes berichte, dann weiß ich auch, wovon ich spreche.

Wie gut stehen Sie mit Facebook und Twitter?
Online-Medien werden immer wichtiger. Unseren Twitterkanal habe ich zusammen mit unserem damaligen Revierleiter ins Leben gerufen. Ich lerne viel im täglichen Umgang mit den sozialen Medien, auch darüber, welche Dynamik und Wucht sie entwickeln können und welche hässlichen Kommentare es gibt. Ich bin ein Geradeaus-Mensch und habe als solcher Schwierigkeiten mit Kritik, die nicht sachlich ist. Man muss lernen, das nicht persönlich zu nehmen. Es gibt Menschen, die unzufrieden sind und ihren allgemeinen Frust loswerden wollen – gern über die sozialen Medien und bei der Polizei. Aber der Großteil der Bevölkerung steht hinter uns und nur weil einige sehr laut sind, bildet das keine repräsentative Meinung ab.

Sie sind auch mit Ihrer Band „Bluelight“ unterwegs. Was bedeutet Ihnen die Musik?
Sehr viel. Schon als Kind habe ich mit großer Leidenschaft in der Badewanne gesungen und die ganze Familie vor der Badtür versammelt, mir später dann selbst das Gitarrespielen beigebracht. 2005 haben ein Kollege und ich die Band gegründet und uns weitere Mitstreiter gesucht. Wir spielen Schlager, Pop, Rock, kurz Musik, die Menschen zum Feiern und Tanzen bringt.

Worauf dürfen sich Besucher freuen, wenn „Bluelight“ am 18. Juli um 20 Uhr im Rahmen der Schweriner Schlosskonzerte auf der Bühne steht?
Sie dürfen sich auf hochmotivierte Musiker freuen, die mit ganz viel Leidenschaft bekannte deutsche Musik spielen. Natürlich ist auch Englisches dabei – zu Beginn bringe ich gern „Let me entertain you“, aber bei deutschen Sachen können die Leute einfach besser mitsingen. Deshalb wird auch NDW nicht fehlen. Im Schloss-Innenhof und damit quasi unter dem Niklot, da bietet sich der Goldene Reiter doch einfach an. Interview: Katja Haescher

Das große Krabbeln

Foto: Dr. Hans-Peter Reike

Käfer stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die aktuell im Naturparkzentrum „Karower Meiler“ in Karow zu sehen ist. Zusammengestellt hat sie der Biologe Dr. Hans-Peter Reike, der intensiv die Käfer-Fauna im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide untersucht hat und in der Präsentation deren Vielfalt und Schönheit zeigt.
Käfer gehören zu den vielseitigsten Lebewesen. Die Antarktis ausgenommen besiedeln sie alle Lebensräume der Erde – oft zum Leidwesen des Menschen. Denn das Wort Käfer ist von „kauen, nagen“ abgeleitet. Dabei haben Käfer wichtige ökologische Funktionen. Einige beispielsweise ernähren sich von Kot oder toten Tieren und reinigen auf diese Weise die Umwelt. Die Sonderausstellung ist während der Öffnungszeiten des Karower Meilers täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

Journal eins mit auf Reisen

Foto: S. Krieg

Journal eins unterwegs: Jule hat das Magazin für Westmecklenburg mit auf die schöne Nordsee-Insel Sylt genommen. Hier steht sie gerade am Roten Kliff in Kampen. Wir freuen uns, wenn auch Sie das „Journal eins“ als Reisebegleiter wählen und uns ein Foto mit dem Magazin schicken – egal, ob aus fernen Ländern oder dem Kurztrip-Ziel gleich um die Ecke. Sie können dafür einfach nur einen schönen Hintergrund wählen oder sich sogar selbst mit aufs Bild bringen. Bitte an redaktion@journal-eins.de senden.

Die Seele baumelt

Foto: Katja Haescher

Dem Plätschern der Wellen und dem Rascheln des Schilfs lauschen, die Ruhe genießen und die Seele baumeln lassen: Am Schaalsee ist alles möglich. Das Gewässer, das zu den tiefsten Seen Mecklenburg-Vorpommerns gehört, ist das Zentrum des gleichnamigen Biosphärenreservats. 150 Kilometer ausgeschilderte Rad- und Wanderwege laden hier zum Entdecken der einzigartigen Naturschätze ein.

Pfiff spendete an das DRK

Foto: Rainer Cordes

Die Pfiff-Einrichtungshäuser engagieren sich sozial: Für jeden Vertrag, der in den Wochen zwischen der Wiedereröffnung nach der Corona-Schließung und Mitte Juni abgeschlossen wurde, ließ Pfiff einen kleinen Betrag in den Spendentopf für den DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg fließen. Am Ende kam auf diese Weise in der Filiale Brüsewitz eine Summe von über 2.000 Euro zusammen, die Pfiff auf 2.500 Euro aufrundete. André Hartwig, Hausleiter in Brüsewitz, übergab im neuen Küchenstudio einen Scheck in dieser Höhe an Kathrin Konietzke vom Vorstand des DRK NWM.

Ich schaue positiv in die Zukunft

Interview mit Maximilian Haenning in derReihe „Mecklenburger Köpfe“

Maximilian Haenning (34),
Getränkegroßhändler, Inhaber von Liermann & Haenning Foto: privat

Was trinken die Mecklenburger am liebsten?
Die Mecklenburger? Das ist schwer. Wir beliefern die Gastronomie, die natürlich stark vom Tourismus abhängig ist. Und Urlauber wollen gern das Bier von hier probieren. Regionalität und Qualität sind generell gefragt. Die Menschen sind auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Bio ist ein Thema, ob mit Bio-Wasser, Bio-Säften, Bio-Wein … Und natürlich gibt es auch immer wieder neue Getränke-Trends. Das war bis vor kurzem Gin-Tonic, jetzt ist Cola-Korn mit richtig edlen Kornbränden stark im Kommen.

Wie wird man Getränkegroßhändler?
Getränke Haenning gibt es schon seit 1908. Mein Opa, der Kutschen liebte, kam kurz vor der Wende mit meinem Vater zum Kutschenbauer nach Warsow. Dort lernte mein Vater Heinz Liermann kennen, der zufällig eine Halle besaß und dessen Sohn der Geschäftspartner meines Vaters wurde – das waren die Anfänge. Schon im April 1990 wurde Liermann&Haenning gegründet. Ich bin 2003 ins Unternehmen gekommen und habe eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel absolviert, später dann noch den Handelsfachwirt gemacht. Seit zwei Jahren bin ich alleiniger Inhaber. Mein Vater, der dieses Jahr 70 wird, betreut aber nach wie vor Kunden und wird das wohl auch noch machen, wenn er 100 ist. Das Unternehmen ist sein Lebenswerk.

Wohin liefern Sie Getränke und was gehört zum Angebot?
Zu unserem Sortiment gehören 1800 Artikel, darunter Säfte und Wasser, Biere Weine und Spirituosen. Wir beliefern Gastronomen bis hin nach Kühlungsborn und Lübeck, Hamburg, Dömitz und Parchim und haben in Westmecklenburg einen sehr guten Stand. Zahlreiche Kontakte sind über Jahre gewachsen, viele Kunden zu Freunden geworden. Das verlangt natürlich auch eine Menge Einsatz, wir sind viel auf Achse, abends und an den Wochenenden. Außerdem beliefern wir Festivals in nahezu jedem Bundesland.

Was war bisher die für Sie spannendste Veranstaltung?
Ganz klar: Airbeat One, da bin ich seit 17 Jahren dabei. Die ersten Jahre habe ich noch Kisten am Tresen geschleppt, vier Tage durchgearbeitet, vor Ort gecampt. Und es ist schon ein tolles Gefühl zu erleben, wie eine Veranstaltung über die Jahre wächst – von anfangs 500 bis hin zu 65.000 Teilnehmern.

Was wünschen Sie sich angesichts der aktuell schwierigen Situation für die Zukunft?
Dass Corona verschwindet. Durch die Schließung der Gastronomie und die Absage von Veranstaltungen hatten auch wir schwere Monate. Aber ich blicke positiv in die Zukunft. Wir kommen da durch, ich gehe davon aus, dass es nächstes Jahr wieder rundgeht. Die Hilfspakete, die in Deutschland geschnürt werden, sind weltweit beispiellos.
Die Touristen kommen in Scharen wieder in unser Land, das ist wichtig für die Gastronomie. Was die Absage von Veranstaltungen betrifft, sehe ich da jetzt einfach auch mal auf eine positive Seite: Zum ersten Mal seit 17 Jahren kann ich im Sommer Urlaub machen. Ich fahre eine Woche mit meiner Familie weg und freue mich sehr darauf.  Interview: Katja Haescher

Rettungshunde trainieren

Foto: Thomas Schmidt

Inzwischen trainieren die Rettungs­hunde­staffeln des Deutschen Roten Kreuzes wieder gemeinsam. Mehrere Wochen war dies wegen der Pandemie nicht möglich. Hier übt die Leiterin der Schweriner DRK-Hundestaffel mit ihrer Hündin Nala. Marten hat für die anderen Teams auch ein Video zusammengestellt. Darin geht es um das korrekte Einzeltraining der Vierbeiner.
Bei großen Sucheinsätzen nach Vermissten werden regelmäßig auch die DRK-Rettungshundestaffeln als Helfer für Feuerwehr und Polizei eingesetzt.

Hinaus ins Bunte

Foto: Volkmar Eggert

Im Juni treiben es die Feldränder bunt: Dann sprießen Klatschmohn, Kornblumen und Kamille als zuverlässige Begleiter der Nutzpflanzen und erfreuen Vorüberfahrende. Doch wer jetzt plant, einen Teil der Pracht für die Vase zu Hause mitzunehmen, wird möglicherweise enttäuscht. Dort lassen die Feldblumen schnell die Köpfe hängen – es ist also besser, sich an Ort und Stelle an den schönen „Wilden“ zu erfreuen.

Landkreis darf Krankenhaus kaufen

Es tut sich was bei MediClin in Crivitz

Foto: Rainer Cordes

Der Kreistag Ludwigslust-Parchim hat den Landrat Stefan Sternberg ermächtigt, die Verhandlungen mit dem Gesellschafter der MediClin Krankenhaus AG be­züglich des Ankaufes von Gesell­schafteranteilen der Kran­ken­haus am Crivitzer See GmbH abzu­schließen.
Ziel ist ein entsprechender Ver­tragsabschluss bis Ende Juni und damit eine Übernahme des operativen Betriebs in Crivitz zum 1. Januar 2021. Das Krankenhaus soll eingegliedert werden in eine Dachgesellschaft mit dem Namen Ludwigsluster-Parchimer Klinik Gesellschaft mbH – kurz LUP Kliniken – mir deren Gründung der Landrat ebenfalls beauftragt wurde.
Unterschrieben haben neben Stefan Sternberg (M.) auch der MV-Wirtschafts- und Gesund­heitsminister Harry Glawe (r.) sowie Philipp Schlösser von der MediClin AG.

Unterwegs zu „Kunst offen“

Foto: Rainer Cordes

„Kunst offen“ zählte zu den ersten Kultur­ver­an­staltungen, die nach den Lockerungen der Coronamaßnahmen stattfinden konnten. So luden auch in Westmecklenburg zu Pfingsten wieder zahlreiche Künstler in ihre Galerien, Ateliers und Werkstätten ein.
Mit dabei war erneut Michael Frahm (r.) aus Basthorst bei Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Er zeigte den Besuchern seiner Galerie von ihm geschaffene Kunstwerke und erläuterte in gewohnt lockerer Art Hintergründe dazu und seine Arbeitsweise.

„Respekt vor den Abgeordneten“

Interview mit Ingo Funk in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Ingo Funk, 57 Jahre, stellvertr. Geschäftsführer der Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung Schwerin, ab 1. Juli zweiter Stellvertreter der Landrätin NWM Foto: S. Krieg

Am 7. Mai wurden Sie zum zweiten Stellvertreter der Nordwestmecklenburger Landrätin Kerstin Weiss gewählt. Warum haben Sie sich nach fast 30 Jahren in der Stadtverwaltung Schwerin auf das Amt beworben?
Ich habe eine neue Herausforderung gesucht, nachdem meine beiden Kinder aus dem Haus waren. Jetzt habe ich die Zeit für so eine aufwendige Tätigkeit.

Die Herausforderung hätten Sie vielleicht auch anderswo gefunden.
Ich kann bei meiner neuen Aufgabe meine Kompetenzen sehr gut einbringen. Als stellvertretender Geschäftsführer und Prokurist der Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung Schwerin bin ich neben dem Energiebereich vor allem verantwortlich für die sozialen Unternehmen der Stadt, also die Helios-Kliniken, die Kita gGmbH und die Sozius gGmbH, welche Kinder- und Jugendheime sowie Pflegeheime betreibt. Zuvor war ich unter anderem Verwaltungsleiter im Amt für Jugend und Soziales, habe zwölf Jahre in der ambulanten Pflegesatzkommission für die Landkreise und kreisfreien Städte verhandelt. Ich habe den Stadtvertreterbeschluss zur Teilprivatisierung des Medizinischen Zentrums in Schwerin, jetzt Helios, umgesetzt und betreue die Stadtvertreter im Aufsichtsrat der Helios-Kliniken Schwerin GmbH gesellschaftsrechtlich und betriebswirtschaftlich sowie den Oberbürgermeister in der Gesellschafterversammlung der Helios-Kliniken Schwerin GmbH.

Eine Menge Erfahrung.
Das stimmt. Die brauche ich als Beigeordneter für Jugend, Soziales, Gesundheit und Bildung.

Dann können Sie an Ihrem ersten Arbeitstag am 1. Juli direkt Ihre Pläne, die Sie sicher schon geschmiedet haben, beginnen umzusetzen.
Ab 1. Juli möchte ich mich zunächst bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Fachbereich vorstellen. Es gibt tatsächlich schon ein paar Dinge, bei denen ich in meinem Fachbereich neue Impulse setzen möch­te. Haben Sie bitte Verständnis, dass ich aus Respekt vor den gewählten Kreis­tagsabgeordneten das zunächst mit denen besprechen möchte. Meine Aufgabe wird es hauptsächlich sein, die Themen aus der Verwaltung frühzeitig in die Entscheidungsprozesse, sprich in die politischen Gremien, einzubringen. Ich kann dabei auf gute Amtsleitungen und deren sehr kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen.

Sie wohnen im Kreis Ludwigslust-Parchim, arbeiten aber künftig für den Landkreis Nordwestmecklenburg. Wäre es nicht besser, wenn Sie dorthin umziehen?
Einen Umzug schließe ich auf jeden Fall nicht aus.

Seit 1991 sind Sie in der Stadtverwaltung Schwerin tätig. Eine lange Zeit. Wie verabschieden Sie sich von Ihren Kollegen und Mitstreitern? Planen Sie einen großen Ausstand?
Wegen der Corona-Situation kann ich natürlich keinen großen Ausstand geben. Ich habe mich aber bei den Mitgliedern des Hauptausschusses und der Stadtvertretung nach 30 Jahren Zusammenarbeit bereits persönlich verabschieden können. Interview: S. Krieg

Steinschlangen sollen weiter wachsen

Kleine Sehenswürdigkeit in Jesendorf

Foto: Rainer Cordes

„Lasst uns zusammen die Welt ein bisschen bunter machen!“ So steht es auf dem Blatt Papier, das neben einer Reihe bemalter Steine in Jesendorf liegt. Die kleinen Kunstwerke sind eine Einladung, weitere zu schaffen und dazuzulegen – jeder kann mitmachen und die Schlange wachsen lassen. Ziel ist es, die gesamte Straße bunt zu tupfen.
Aktuell tauchen kreative Steinschlangen in ganz Deutschland auf. Malen, dazulegen, sehen, was andere beigetragen haben – diese Form der Kommunikation in Zeiten des Corona-Shutdowns hatten besonders viele Kinder und ihre Eltern genutzt. Unter #Wandersteine gibt es Inspiration und Austausch. Und auch die Jesendorfer Steine sollen nach der Corona-Krise auf Wanderschaft gehen und zur Freude von Spaziergängern in der freien Natur „ausgewildert“ werden.

Wahrzeichen von Dabel

Schöne Mühle

Foto: Volkmar Eggert

Sie ist das Wahrzeichen von Dabel: Die Holländermühle vom Roten Strumpf steckt noch heute die Flügel in den Wind. Sogar im Wappen von Dabel ist ihr Bild zu finden und erzählt von der Landwirtschaft früherer Zeiten.
Die 1892 errichtete Mühle enthält nach wie vor funktionsfähige Technik. Nur die Landwirtschaft hat sich verändert – und so ist zu den vielen Geschichten des Bauwerks die des technischen Denkmals hinzugekommen. Bekannt ist die Mühle auch aus dem Fernsehen durch Auftritte der Dabeler Müllerburschen.

„Bin wieder gesund“

Gute Nachrichten von der Ministerpräsidentin

Foto: Staatskanzlei

Die Krebs-Therapie von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist abgeschlossen. „Ich bin wieder gesund“, teilt sie mit. Sie habe die Behandlung gut überstanden. Darüber sei sie froh und dankbar, auch wenn es keine Garantie gebe und ein Restrisiko bleibe. Deshalb werde sie weiter in medizinischer Behandlung bleiben. „Es war bisher der schwerste Kampf in meinem Leben“, sagt Schwesig, die ihr Amt trotz der Erkrankung weiterführte.

Im Rausch von Rosa und Weiss

Blühende Zierkirschen in Parchim

Foto: Volkmar Eggert

Immer wieder treten Autofahrer im Frühling im Parchimer Südring auf die Bremse, um ein Foto zu schießen. Um den 1. Mai herum erblühen hier die japanischen Zierkirschen in einem wahren Farbenrausch aus Weiß und Rosa. Als Allee gepflanzt schaffen die Bäume einen Hauch von Japan. Das Inselreich im Pazifik ist berühmt für seine blühenden Zierkirschen – und für die Tradition, die Blüte als Beginn des Frühjahrs mit einem Fest zu feiern. Leider ist der Zauber am Südring nur kurz und schnell sind die Blütenblätter wieder gefallen. Dafür ist der Frühling jetzt da.

Ernährung für Senioren komplexes Thema

Interview mit Simone Gladasch in der Reihe Mecklenburger Köpfe

Simone Gladasch, 52 Jahre
Leiterin des Projekts Vernetzungs­stelle Seniorenernährung MV Foto: Rainer Cordes

Sie leiten seit Anfang April die Vernetzungsstelle Seniorenernährung MV. Was macht diese Einrichtung konkret?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Vernetzungsstelle für Seniorenernährung Mecklenburg-Vorpommern ist die erste Vernetzungsstelle in den neuen Bundesländern, die ihre Arbeit aufgenommen hat. Die finanzielle Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV. Sie steht als Ansprechpartner für alle Belange rund um eine ausgewogene Seniorenernährung zur Verfügung. Nach einer Bedarfsanalyse bieten wir zielgruppenorientierte Schulungen, Webinare, Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen zur Verbesserung der Ernährungs- und Verpflegungskompetenz von Senioren*innen und Verantwortlichen an.

Warum wurde die Vernetzungsstelle gegründet?
Kurz gesagt, um Verantwortliche beim Angebot einer bedürfnis- und bedarfsgerechten Ernährung zu unterstützen. Das hört sich erst einmal simpel an. Ist aber viel komplexer. Die Zahl älterer Menschen wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, somit auch die Lebenserwartung. Für den Erhalt der Gesundheit, der Selbstständigkeit und somit für mehr Freude und Teilhabe am Leben spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Viele Faktoren haben Einfluss auf die Nahrungsaufnahme, zum Beispiel physiologische Veränderungen im Alter, körperliche Behinderungen oder die finanzielle Situation, um nur einige zu nennen. Es geht zum Beispiel darum, Mangelernährung vorzubeugen. Ein wichtiges Handwerkszeug hierfür bieten der „DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung der stationären Senioreneinrichtungen“ und der „DGE-Qualitätsstandard für Essen auf Rädern“. Die Standards wurden im Auftrag  des BMEL entwickelt und sind Teil von „ IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“.

Hatten Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn zuvor auch schon mit den Themenkomplexen Ernährung und Senio­ren zu tun?
Ich (er)lebe das Thema Essen und Trinken seit 36 Jahren als Berufung. Aktuell begleite ich als Initiatorin die Stadt Schwerin, die sich als Pilotkommune für das Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen zur Förderung  von mehr Lebensqualität älterer Menschen einsetzt und beworben hat.

Was war Ihr Traumberuf als Kind und warum?
Einen direkten Traumberuf hatte ich nicht. Aber Kosmonaut zu sein, fand ich spannend, und im Zirkus zu arbeiten abenteuerlich (lacht). Und irgendwie hatte ich bis jetzt in meiner Berufswelt von beiden ein bisschen.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten? Zählt Kochen eigentlich zu Ihren Hobbys?
In meiner Freizeit bin ich flexibel. Von faul rumliegen bis die Welt retten ist alles dabei. Kochen zählt tatsächlich nicht zu meinen Hobbys. Ich fotografiere sehr gern.

Interview: S. Krieg

Schöne Pflanzen für die Stadt Parchim

Frühjahrsblumen gesetzt

Foto: Stadt Parchim

Mitarbeiter der Firma Jolitz & Söhne, Garten- und Land­schafts-bau GmbH, aus Tempzin haben in den vergangenen Tagen die Früh­jahrs­bepflanzung in der Stadt Parchim vorgenommen. Im ge­sam­ten Stadtgebiet läuten nun prächtige Blumenbeete die wär­mere Jahreszeit ein.
Gepflanzt wurden unter an­de­rem Stiefmütterchen, Horn­veilchen, Tausendschönchen, Gar­ten­ane­monen und Vergissmeinnicht.
Sie verschönern hierbei den Moltkeplatz, die Kreuzung Ost­ring/Lübzer Chaussee und den Bahnhofsvorplatz. Auch Vor dem Neuen Tor, gegenüber dem und am Rathaus sowie an der Gedenkstätte in der Wallallee können sich die Leute bei einem Spaziergang gern daran erfreuen.
Die vielen blühenden Pflanzen werten nicht nur das Stadtbild auf, sondern bringen auch die Men­schen in harten Zeiten auf angenehmere Gedanken.

Das Schloss im Miniformat

Schönes Bronzemodell

Foto: Rainer Cordes

Das Schweriner Schloss vor dem Schwe­ri­ner Schloss: Im vergangenen Jahr hat der Welterbe-Förderverein ein Bronzemodell übergeben, das im Miniformat das Gebiet vorstellt, das künftig Weltkulturerbe werden könnte. Das Areal bildet das sogenannte Residenzensemble. Geschaffen hat das Modell der Künstler Egbert Broerken.
Zentraler Punkt des Ensembles ist das Schweriner Schloss. Dazu zählen unter anderem aber auch das Staatliche Museum, das Arsenal, viele weitere Gebäude und sogar die Insel Kaninchenwerder.

B321 wird breiter

Vierspuriger Ausbau kurz vor und in Schwerin

Foto: Rainer Cordes

Der Ausbau der B 321 zur vierspurigen Trasse geht voran. Der erste Bauabschnitt befindet sich in der Landeshauptstadt Schwerin. Die Strecke zwischen den Stadtteilen Mueß und Zippendorf lässt sich wegen der Bauarbeiten derzeit nur stadteinwärts befahren. Wenn der Ausbau hier abgeschlossen ist, geht es weiter vom Ortsausgang Schwerins bis Raben Steinfeld (Landkreis Ludwigslust-Parchim), wo die B 321 bereits vierspurig verläuft. Die insgesamt auszubauende Strecke ist etwa zwei Kilometer lang. Die Arbeiten sollen im Herbst 2022 beendet sein.

So eine Schweinerei aber auch

Fröhliche Grunzer aus Bronze in Wismar

Foto: Rainer Cordes

Zum Quieken wohl fühlen sich die vier Schweine auf den Pfosten der ihnen gewidmeten Brücke über den Mühlenbach (auch Grube genannt). So eine Schweinerei gleich neben der Nikolaikirche! Aber die vier fröhlichen Grunzer aus Bronze sind bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebt. Ob es Glück bringt, wenn man die Schweinchen beim Überqueren der Schweinsbrücke streichelt? Einfach mal ausprobieren. Aber Händewaschen nachher nicht vergessen.

Großer Anhänger der Bauhausphilosophie

Interview mit Christian Hajdas in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Christian Hajdas, 42 Jahre, Geschäftsführer, Designschule Schwerin Foto: Designschule

Sie sind Mann der ersten Stunde bei der Design­schule Schwerin. Wann und wie kam es zur Gründung der Schule in der Landeshauptstadt?
Das Wann ist einfach zu beantworten: Die ersten Gründungsideen entwickelten sich im Oktober 2000, die GmbH wurde im April 2001 gegründet, und den Schulbetrieb mit den ersten zwei Klassen haben wir im September 2001 aufgenommen. Das Wie ist im Nachhinein betrachtet eher ein Zufallsprodukt. Im Jahr 2000 war ich als Assistent der Geschäftsleitung bei einem privaten Bildungsträger angestellt und entwickelte zu der Zeit fast wöchentlich Ideen, was meine berufliche Zukunft betrifft. Aus heutiger Sicht betrachtet waren viele davon sicher naiv, allerdings muss man bedenken, dass ich im Jahr 2000 auch gerade erst 22 Jahre alt war. Letztendlich war es eher Zufall. Ich lernte seinerzeit
Dr. Waßermann und Prof. Kummert kennen, die sich mit der Idee trugen, eine Schule in Schwerin zu gründen. Der Rest ist schnell erzählt. Aus den ersten Ideen entwickelten sich konkrete Pläne, bis letztendlich die Designschule Schwerin tatsächlich entstand.

Würden Sie sich selbst auch als Kreativen bezeichnen, oder fühlen Sie sich eher bei Zahlen und Organisation wohl?
Ja, als kreativ würde ich mich in jedem Fall bezeichnen, aber nicht im künstlerisch-gestalterischen Bereich. Meine kreativen Stärken liegen eindeutig im konzeptionellen und auch im handwerklichen Bereich.

Welche Rolle spielt Design in Ihrem privaten Bereich?
Ich bin ein großer Anhänger der Bauhausphilosophie und deren Credo, dass die Form stets der Funktion folgen sollte. Insofern werden Sie in meinem privaten Umfeld eher klare Formensprachen und eine auf die Funktion ausgerichtete Einrichtung finden.

Wie sehr und auf welchen Wegen bereichert die Designschule aus Ihrer Sicht die Stadt Schwerin?
Grundsätzlich bereichert jede Wissen vermittelnde oder Wissens schaffende Einrichtung eine Region positiv. Das „wie sehr“ hängt sicherlich auch immer mit der Größe einer Einrichtung zusammen, und da unsere Schule eine eher kleine, aber feine Einrichtung ist, werden die positiven Auswirkungen auf die Stadt auch immer überschaubar bleiben.
Trotzdem ist es wichtig für eine Landeshauptstadt wie Schwerin, eine Ausbildungsstätte für angewandte Kunst zu haben. Letztendlich sind einige unserer Absolventen in Schwerin geblieben und haben sich erfolgreich selbstständig gemacht. Viele sind in ein Angestelltenverhältnis eingetreten und wieder andere haben eine durchaus beachtliche Kariere vorzuweisen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit dem Theater, dem Museum, der Kirche oder aber auch der regionalen Wirtschaft in Projekten zusammen. Interview: Stefan Krieg

„Sternauto“ unterstützt den Nachtlauf

Foto: Sternauto GmbH

Am 9. Mai findet der 15. Schwe­ri­ner-Nachtlauf statt. Zur Auswahl stehen dabei vier Streckenlängen von 5 bis 20 Kilometern. Hinzu kommen der Schülerlauf und der Bambinilauf. Der Nachtlauf wird präsentiert von Kurzurlaub.de.
Nun freut sich der Organi­sator Michael Kruse (l.) über einen neuen Mobilitätspartner: das „Stern­auto Center Ostsee“ mit Betrieben in Rostock und Schwerin. Jon Püschel (r.), Manager des Sternauto-Centers in Schwerin, sagt: „Wir haben die Veranstaltungen von Herrn Michael Kruse in den vergangenen Jahren mit Begeisterung verfolgt.“ Nun freue er sich, den Nachtlauf und weitere Events von Kruse unterstützen zu können.
Kruse sagt: „Ich bin froh, dass ich einen so exklusiven Mo­bi­li­täts­partner wie Mercedes-Benz für unsere sportlichen Events gewinnen konnte.“

Auf dem Wawel

Foto: Rainer Cordes

„Journal eins“ unterwegs: Hier hat unser Fotograf das Magazin für Westmecklenburg mit genommen ins polnische Krakau zur alten Burganlage Wawel. Schicken auch Sie uns gern Ihre Fotos mit dem „Journal eins“ auf Reisen: redaktion@journal-eins.de.

Fasching im „Hotel MAMA“

Foto: Rainer Cordes

In den Räumen von St. Andreas in Schwerin ging es Ende Februar wieder sehr bunt zu, denn die vier katholischen Gemeinden aus der Region Schwerin/Gadebusch/Rehna, St. Martin, St. Anna, St. Marien und St. Andreas, feierten gemeinsam Fasching. Das Motto in diesem Jahr lautete „Hotel MAMA“, wobei „MAMA“ hier für die Anfangsbuchstaben der vier Gemeinden steht.
Die Teilnehmer warfen sich nicht nur in spaßige Kostüme, sondern es gab auch lustige Wortbeiträge sowie Musik, Tanz, Imbiss und Getränke.

Flötenensemble mit eigener CD

Foto: Luise Kolpin

Das Flötenensemble der Kreismusikschule „Carl Orff“ Nordwestmecklenburg, Arbeitsstelle Wismar, hat im letzten Jahr eine CD produziert, in der das breite Repertoire des Ensembles zur Geltung kommt. Die jungen Musiker zeigen mit barocken Klängen aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ über Klassik aus Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ hin zu modernen Stücken ihre Vielseitigkeit auf und laden am Sonntag, 22. März, um 17 Uhr in die Aula der Musikschule Wismar ein. Auf dem Programm stehen sowohl neueinstudierte Werke als auch Stücke aus der CD. Der Eintritt ist frei

Etwas Wertvolles für die Gemeinschaft

Interview mit Karin Hoffmann in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Karin Hoffmann, 60 Jahre
Ehrenamtskoordinatorin
DRK, Kreisverband Schwerin Foto: S. Krieg

Wie lange sind Sie schon beim Deutschen Roten Kreuz tätig, und wie sind Sie zum DRK gekommen?
Mitglied beim DRK bin ich bereits seit 1976. Ich wurde während meiner Ausbildung bei der Medizinischen Fachschule in Schwerin für das Rote Kreuz geworben.
Welchen Beruf haben Sie dort erlernt?
Krippenerzieherin. Anfang der 90er Jahre habe ich dann auch noch meinen Gesamterzieher gemacht; der Abschluss war nach der Wende Bedingung, um in allen Bereichen der Kita arbeiten zu dürfen. Von 1979 bis 1995 habe ich als Erzieherin gearbeitet. Parallel bin ich von Anfang an ehrenamtlich für das DRK tätig gewesen und habe die Arbeit des DRK bei den Erzieherinnen in den Kitas bekannt gemacht.
Und 1995 wechselten Sie auch beruflich zum DRK?
Nein, nicht unmittelbar. Mitte der 90er Jahre gab es einen Umbruch in der Kita-Landschaft, verbunden auch mit einem Personalabbau. Ich bin allerdings freiwillig gegangen und habe dann erstmal anderthalb Jahre bei der Wahlbehörde der Stadt gearbeitet. In dieser Zeit habe ich schon überlegt: Was kann ich machen, wo kann ich landen? Ich habe mich letztlich entschlossen, mein Hobby zum Beruf zu machen und hauptamtlich beim DRK anzufangen, zunächst auf dem Sektor Kinder-, Jugend- und Vereinsarbeit. Unabhängig davon war ich bereits seit 1991 ehrenamtlich im Vorstand tätig.
In diesem Monat findet in Schwerin die bereits 13. Ehrenamtmesse statt, die wie immer vom DRK organisiert wird. Waren Sie selbst von Anfang an dabei? Und wie kam es überhaupt zu der Messe?
Ja, gleich bei der ersten Messe habe ich mitgewirkt. Die Initiative dazu ging jedoch nicht von uns aus, sondern von der Landesliga der Wohlfahrts- und Sozialarbeit, die sich wiederum an den DRK-Landesverband wandte. In anderen Bundesländern gibt es die Messen schon länger, so kam der eigentliche Anstoß aus Schleswig-Holstein. In Mecklenburg-Vorpommern veranstalten wir die Ehrenamtmesse im Auftrag des Sozialministeriums MV, das die Messe auch fördert.
Warum finden Ehrenamtmessen statt? Was macht diese so wichtig?
Die Messe bildet inzwischen eine traditionelle Plattform, auf der das Ehrenamt einen Tag für sich hat. Die Ehrenamtlichen können zeigen, was sie anbieten, und kommen mit den Bürgern ins Gespräch; so erhalten die Standbetreuer auch gleich Feedback, ob das gut ist, was sie machen. Ein Stück weit kommt dabei auch der Stolz darauf rüber, etwas Wertvolles für die Gemeinschaft zu leisten. Letztlich muss es aber selbst nach 13 Jahren in erster Linie noch eine Informationsmesse bleiben. Es kommen ja immer wieder andere Leute, darunter auch Jugendliche, die sich neu orientieren. Es ist eben alles im ständigen Wandel.
Sie haben Ihr Hobby zum Beruf gemacht. Heißt das, Sie haben keine Hobbys mehr?
Es bleibt einfach nicht mehr so viel Zeit für andere Dinge übrig. Es fällt mir generell schwer, eine klare Grenze zu ziehen zwischen Arbeit und Freizeit, da ich ja weiterhin auch ehrenamtlich für das DRK aktiv bin. Aber ich reise immer noch gern. Seit 2010 fahre ich jedes Jahr einmal nach Polen nach Masuren. Interview: S. Krieg

Vater-Kind-Wochenenden in Dreilützow

Foto: Stefan Baerens

Schloss Dreilützow, ein Haus der Caritas im Norden, veranstaltet im Jahr 2020 mehrere Vater-Kind-Wochenenden in Koope­ra­tion mit der katholischen Fa­mi­lienbildungsstätte Lübeck. Vä­ter und deren Kinder können sich für ganz unterschiedliche Wochenenden anmelden. So star­tet das erste dieser Wo­chen­enden schon Ende Februar unter dem Titel „Faszination Holz“.

Weiterhin geplant sind un­ter anderem „Amazonen-Bogen­schie­ßen“, „Zwischen Himmel und Erde“ und „Männer kochen anders“.

Hintergrund dieser Angebote ist, dass Väter oft zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen. Zeit ist aber das Wertvollste, was sie ihren Kindern schenken können. Weitere Informationen zu den Vater-Kind-Wochenenden gibt es online unter der Web-Adresse www.schloss-dreiluetzow.de und unter Telefon 038852/50154.

Parchim „Fairtrade-Stadt“

Foto: Stadt Parchim

Parchim ist jetzt offiziell „Fairtrade-Stadt“. Der „Titel“ wurde am 21. Ja­nu­ar 2020 im Rahmen einer Aus­zeich­nungsfeier im Stadthaus übergeben. Neben einem kleinen Rahmenprogramm (auf dem Foto Akteure vom Jungen Staatstheater Parchim) gab es im Stadthaus eine Ausstellung zum Thema „Fairer Handel“. Mehr als ein Dutzend Kooperationspartner aus Wirtschaft, Schulen, Vereinen, Verbänden und Kirchgemeinden unterstützen bereits aktiv die „Fairtrade-Stadt“ Parchim.

Neuer Sprecher

Steffen Güll (r.) und sein Vorgänger Frank Wegner Foto: M. Siggelkow

Der Schweriner Steffen Güll ist (r.) neuer Spre­cher des Ingenieurrats MV. Nach seiner Wahl am 20. Januar übernahm er den sym­bo­li­schen Staffelstab von seinem Vorgänger Frank Wegner. Die Sprecherfunktion wird jedes Jahr neu besetzt. Steffen Güll ist Vorsitzender des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure, Landesverband MV. Im Ingenieurrat sind zehn Ingenieurorganisationen zu­sam­men­geschlossen.

Theaterball mit „Masquerade“

Foto: Rainer Cordes

Das Mecklenburgische Staatstheater veranstaltete Ende Januar wieder seinen beliebten Theaterball. Im Großen Haus in Schwerin wurden wie in den vergangenen Jahren fast 1.000 Gäste begrüßt.
Sie sahen unter dem Titel „Masquerade“ ein unterhaltsames Programm, in dem sich Künstler aller Sparten mit Ausschnitten aus den aktuellen Produktionen vorstellten, zum Beispiel „Chess“, „Roméo et Juliette“, „Bohemian Rhapsody“ und „Bunbury“.
Aber vor allem wurde auf dem Ball getanzt – auch zu Livemusik von der Andreas Pasternack Swing Band. Kulinarische Genüsse hingegen bot das opulente Buffet.

Ich fotografiere das, worauf ich Lust habe

Interview mit Anne Jüngling in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Anne Jüngling, 53 Jahre, Vereinsvorsitzende MV Foto e. V. Foto: Anne Jüngling

Sie sind schon lange leidenschaftliche Fotografin, Mitglied im Vorstand des Vereins MV-Foto und haben inzwischen Ihr Hobby auch zum Beruf gemacht. Wäre es übertrieben zu sagen, Sie leben für die Fotografie?
Nein, definitiv nicht! Ich wollte immer schon Fotografin werden und bin es dann 2010 auch geworden. Manchmal braucht es eben Zeit und auch Umwege. Zu spät für die Erfüllung von Träumen ist es jedoch nie.

Was war Ihr bisher spannendstes Erlebnis als Fotografin? Und wen oder was würden Sie gern mal fotografieren, hatten aber noch nicht die Gelegenheit dazu?
Das waren zum Beispiel Brautpaarbilder im Ludwigsluster Schlossgarten, wo zusätzlich zum Brautpaar und dessen Tochter auch noch vier Belgische Schäferhunde mit dabei waren. Eine große Herausforderung für mich. Trotz des Nieselregens hatten wir riesigen Spaß. Letztlich ist das Fotografieren von Menschen sowieso das Spannendste überhaupt für mich.
Was oder wen würde ich gerne mal fotografieren? Das ist eine schwere Frage, die ich mir so auch noch nicht gestellt habe. Ich fotografiere ja das, worauf ich Lust habe, und schiebe nur wenig auf. Spontan fällt mir die Sahara ein. Ich war noch nie in der Wüste und möchte gerne mal hin. Sand, Sonne, Himmel, Sterne, Formen, Strukturen … das stelle ich mir wunderschön vor.

Vor allem mit der Digitalisierung hat sich die Technik der Kameras, aber auch die zur Nachbearbeitung der Bilder rasant weiterentwickelt. Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten gern, oder sind Sie eher skeptische Traditionalistin?
Ich habe die Fotografie ja analog gelernt, mit Filmentwicklung, Dunkelkammer, Chemie und allem Drumherum. Als eher ungeduldiger Mensch finde ich die Entwicklung der digitalen Fotografie großartig und nutze sie sehr gern. Es hat sich an der Art der Fotografie für mich nichts geändert, lediglich das Werkzeug ist moderner geworden. Nach wie vor wichtig finde ich das gedruckte Bild, erst dann ist eine Fotografie fertig für mich.

Sie leben vegan. Wann und warum haben Sie den Entschluss gefasst, komplett auf tierische Produkte zu verzichten?
Die Entscheidung traf ich am 20. Februar 2013. Das Datum hat sich mir eingeprägt. An diesem Tag kaufte ich ein veganes Kochbuch und offerierte meiner Familie, dass ich das jetzt machen müsse. Wenigstens versuchen. Auslöser dafür war, dass ich mich mit Erschrecken dabei erwischte, wie ich gedankenlos ein paar Tage vorher im Discounter billiges Fleisch kaufte, wohl wissend, wo es herkam und warum es so preiswert war. Ich habe mir dann einige Videos zum Thema Massentierhaltung und Tierrechte angesehen und mein Entschluss stand fest: Für meinen Konsum und meine Unterhaltung soll kein Tier mehr leiden. Das war für mich eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Und ist auch – wie angenommen – kein Verzicht, sondern eine Bereicherung, sowohl kulinarisch als auch menschlich. Interview: Stefan Krieg

Diakonie MV unterstützt Seenotrettung

Neue Spendensammlung begonnen

Foto: Katrin Luther

Das Diakonische Werk MV unterstützt als Partner das Ak­tionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten!” zur zivilen Seenotrettung von Flücht­lingen im Mittelmeer. United4Rescue handelt da, wo staatliche Seenotrettung fehlt. Der Landespastor für Diakonie Paul Philipps (l.) sagt: „Wer vom Ertrinken bedroht ist, dem muss geholfen werden – ungeachtet seiner Herkunft, seiner Natio­na­li­tät oder seiner Religion.“
Anfang Dezember 2019 ist die Spendensammlung für ein weiteres Seenotrettungsschiff gestartet, das Flüchtlinge im Mit­telmeer auf­nehmen soll. Unter dem Na­men United4Rescue mit dem #WirSchickenEinSchiff sammelt ein Bündnis aus rund 40 Partnern aus Kirchen, Kommunen, Vereinen und Initiativen Spenden. Ostern 2020 soll das Schiff den ersten Einsatz starten. Es soll nicht aus Kirchensteuern, sondern allein über Spenden finanziert werden.

Eine Ferienfreizeit im Schloss

Winter in Dreilützow

Foto: Schloss Dreilützow

Vom 16. bis 19. Februar sind wieder Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren zu einer Winterferienfreizeit in das Schloss Dreilützow eingeladen. Die Teilnehmer werden sich unter anderem mit der Ausgestaltung einer sich gerade im Bau befindlichen neuen Kinder- und Jugendunterkunft beschäftigen. Zusammen wird ein Tischler besucht, einem Steinmetz über die Schulter geschaut, mit Naturfarben gemalt und sich mit dem Thema Land-Art beschäftigt. Die Plätze sind begrenzt, deswegen sollte man sich rechtzeitig anmelden.

Sehr gut besucht

Staatliches Museum in Schwerin mit erfolgreichen Ausstellungen

Foto: SSGK MV

Die Ausstellung „Von Barbizon bis ans Meer, Carl Malchin“ erwies sich als Besucherliebling im Staatlichen Museum Schwerin und war mit mehr als 30.000 Besuchern das Highlight des vergangenen Jahres. Davon besuchten auch rund 12.000 Gäste zusätzlich die Rembrandt-Ausstellung. Diese beiden Ausstellungen gehören damit zu den erfolgreichsten der letzten zehn Jahre. Allein zur Finissage am 5. Januar kamen mehr als 500 Besucher.

Sternsinger auch in Parchim

Lieder gesungen beim Rat- und Stadthaus

Foto: Torsten Schünemann

In der vergangenen Woche waren wieder überall im Land kleine Sternsinger unterwegs. Auch die Mitarbeiter des Rat- und Stadthauses Parchim freuten sich über deren Besuch. Kinder der katholischen Kita St. Josef sangen Lieder und erteilten den Segen für beide Amtsgebäude. Sie wünschten Glück sowie vor allem Gesundheit und Frieden für das Jahr 2020. Bürgermeister Dirk Flörke bedankte sich im Namen der gesamten Stadtverwaltung mit einem kleinen Präsent.
Mit den eingesammelten Spendengeldern werden dieses Mal Kinder im Libanon unterstützt.

Heiligabend gehört nur mir und den Tieren

Interview mit Bauer Korl in der Reihe „Mecklenburger Köpfe“

Bauer Korl, 60 Jahre alt
Foto: Golchener Hof

Moin Korl! Hast du schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt? Und was schenkst du eigentlich deinen Lieben?
Ach weißt du, früher hatte ich ja meine Elfriede, der hab ich immer am liebsten Geschenke gemacht. Die hat sich immer über einen neuen Dederon gefreut oder über einen neuen Kochtopf. Doch seit meine Elfriede wech ist, schenke ich der einzigen Frau, die aufm Hof übrig geblieben ist, etwas. Meine Kuh Elsa bekommt ein frisches Bund Heu und strahlt genauso glücklich wie Elfriede damals.

Was für ein Festessen kommt bei dir und deiner Familie zu Weihnachten auf den Tisch?
Ein Muss an Heiligabend ist natürlich immer Würstchen und Kartoffelsalat. Und an den Feiertagen natürlich Ente und in meinem Raduga-Fernseher läuft „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“.

Die sogenannten ruhigen Tage werden für euch auf dem Golchener Hof eher unruhig, oder?
Auf dem Lande ist ja fast immer Entspannung angesagt. Vor Weihnachten ist hier nochmal richtig was los, wir haben viele Weihnachtsfeiern mit Firmen und Vereinen, da kommt Bauer Korl nochmal richtig ins Schwitzen, aber der Heiligabend und die Feiertage die gehören nur mir und den Tieren.

Und wie ist es Silvester? Feierst du eher entspannt, oder lässt du es ordentlich knallen?
Ach, ich bin ja nicht so gern allein, darum feiere ich zu Silvester eine große Party bei mich auf dem Golchener Hof. In diesem Jahr bereits das 15. ScheunenSilvester. Da kommt mein Kumpel Kalle vorbei, und wir erzählen den Gästen ein bisschen was und singen ein paar Lieder, du weiß schon, die, die jeder kennt, aber sonst kein Sender mehr spielt. Außerdem ist Danny Buller da und singt Musicalhits für uns und legt auch ein paar Platten auf, damit wir ne flotte Sohle aufs Parkett legen können. Ich freu mich aber am meisten auf die Berliner zu Mitternacht. Auch, wenn ich irgendwie immer den mitm Senf abbekomme.

Was wünschst du dir fürs nächste Jahr und was unseren Lesern?
Ich wünsche mir, dass wir alle ein bisschen mehr nach links und rechts schauen, nicht immer nur auf uns selbst. Dass wir anderen auch mal helfen und ein bisschen nachsichtiger werden mit unserem Gegenüber. Wenn jeder versucht, ein bisschen mehr auf seine Umwelt und sein Umfeld zu achten, dann ist das im Gesamten schon ganz schön viel. Den Lesern wünsche ich ein tolles 2020. Dass sie voller Kraft in das neue Jahr starten und wie Bauer Korl immer sagt: Du musst ja sowieso denken, warum denn nicht gleich positiv?! Interview: Stefan Krieg

Familienfreundliche Unternehmen geehrt

WiFöG lud nach Redefin ein

Foto: Rainer Cordes

Die Wirtschaftsförderungsgesell­schaft Südwestmecklenburg (WiFöG) ver­leiht seit 2014 jähr­lich das Siegel „Familien­freund­liches Unter­neh­men“. Die Aus­zeichnungs­ver­an­stal­tung fand dieses Mal im Landstallmeisterhaus des Land­gestüts Redefin statt.
Die Auszeichnung übergab der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, zu­sammen mit der WiFöG-Ge­schäftsführerin Berit Steinberg.
Erstmals geehrt wurden Volker Rumstich Transport, H.O. Schlüter, Emons Spedition, B+K Sven Buck Freischaffende Architekten mbB, Stadtverwaltung Wittenburg, abacus edv-lösungen und Pusch Heizung-Sanitär.
Das Sie­gel er­neut erhielten ARCUM Süd­west­mecklenburg, Block Menü, bmp production, Elektro Düde, Finitex, Friseur­handwerk Neue Linie Grabow, Jochmann und Stadtverwaltung Hagenow.

Verkehrssichere Schulkinder

Auszeichnung von der Landesverkehrswacht

Foto: Landesverkehsrwacht

Die Schüler der Klasse 1a der Alexander-Behm-Schule in Sternberg haben Grund zu feiern: Für ihre intensive Arbeit mit Materialien des Projektes „Die ersten 100 Schulweg-Tage“ gewannen sie den ersten Preis beim diesjährigen Schul­weg-Gewinnspiel der Landesverkehrswacht. Kinder, Lehrer und Eltern können sich über einen Zuschuss in Höhe von 300 Euro für die Klassenkasse freuen. Den Preis überreichten Ende November Katrin Bischof von der Landesverkehrswacht und Uwe Richter, Aufsichtsperson für Kitas und Schulen von der Unfallkasse MV.

Wismarer Studenten in Málaga

Mit E-Scooter und „Journal eins“ unterwegs

Foto: Sabine Mönch-Kalina

Louisa Wendt, Nadine Maaß, Dorothea Johnsen, Carolin Lucas, Melanie Breit und Ole Scheller (v. l.), Studenten des Bachelor-Studiengangs Wirt­schaftsrecht der Hochschule Wismar, weilten kürzlich mit Prof. Dr. Sabine Mönch-Kalina in der spanischen Stadt Málaga, um im Rahmen einer Forschungswerkstatt herauszufinden, was ein Jahr E-Scooter-Nutzung im Verleihsystem für eine touristisch sehr gefragte Stadt wie Málaga bedeutet. Sie versuchten auch rauszufinden, wie Wismar von den Erfahrungen profitieren könnte. Und das „Journal eins“ war mit in Málaga.

Als Vermittler zur Verfügung stehen

Interview mit dem Antisemitismusbeauftragten unseres Landes, Dr. Hansjörg Schmutzler

Dr. Hansjörg Schmutzler, 68 Jahre,
Beauftragter für jüdisches Leben in Mecklenburg-Vorppommern und gegen Antisemitismus
Foto: Justizministerium

Welche Verbindung hatten Sie zum jüdischen Leben in unserem Land vor Ihrer Ernennung zum Beauftragten für jüdisches Leben in Mecklenburg-Vorpommern und gegen Antisemitismus?
Ich bin dem jüdischen Leben seit Jahren verbunden. Seit 1998 bin ich Mitglied der Deutsch-Israelischen Juristenvereinigung. Als Abteilungsleiter im Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern war mir seit Frühjahr 2015 bis zu meinem Eintritt in den Ruhestand Ende 2016 das Referat Kirchenangelegenheiten und Angelegenheiten der religiösen Gemeinschaften zugeordnet.

Wie möchten Sie Ihr Amt ausfüllen, wo setzen Sie Prioritäten?
Als Ansprechpartner für jüdische Menschen, jüdische Gemeinden, Gruppen sowie Bürgerinnen und Bürger. So habe ich bereits Gespräche mit dem Landesrabbiner Herrn Kadnykov, dem Vorsitzenden des Landesverbandes Herrn Bunimov und der Jüdischen Gemeinde in Rostock Herrn Rosov aufgenommen und werde diese intensiv weiterführen und vor Ort zu den Jüdischen Gemeinden gehen. Nach einer Bestandsaufnahme möchte ich Maßnahmen anregen, die das jüdische Leben in Mecklenburg-Vorpommern würdigen, unterstützen und fördern und für die Bekämpfung des Antisemitismus den unterschiedlichen Akteuren als Vermittler zur Verfügung stehen.

Haben wir aus Ihrer Sicht in Mecklenburg-Vorpommern eigentlich ein Problem mit Antisemitismus?
Der Antisemitismus ist immer – immer noch – auch in Deutschland da. In unterschiedlichen Formen ist er leider wieder spürbarer und sichtbarer geworden. Dem Antisemitismus dürfen wir an keiner Stelle Raum lassen. Die Würde des Menschen und die Freiheit der Menschen, ihre Religion – sicher – auszuüben, gilt es auch in unserem Land zu bewahren.

Inwieweit arbeiten Sie mit dem Antisemitismus-Bundesbeauftragten Felix Klein und Ihren Kollegen aus den anderen Ländern zusammen?
Mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein und den Beauftragten der anderen Länder werde ich mich sowohl im Rahmen der Bund-Länder-Konferenzen als auch darüber hinaus austauschen und mit ihnen zusammenarbeiten.

Was mögen Sie ganz allgemein an Mecklenburg-Vorpommern, und was müsste sich künftig ändern?
Ich mag seine Menschen, Städte und Landschaften. Und ich wünsche mir, dass die Menschen im und für das Land noch nicht gelöste oder zukünftig zu lösende Aufgabenstellungen wie bisher optimistisch, offen und tolerant anpacken. Interview: S. Krieg

Mit der Kant-Medaille au sgezeichnet

Foto: Hansestadt Wismar

Karin Engelmann, langjährige Friedhofschefin in Wismar, ist vom Volksbund Deutsche Kriegs­gräberfürsorge für ihr En­gagement mit der Kant-Medaille geehrt worden. Wismars Bürgermeister Tho­mas Beyer übergab ihr die Auszeichnung. Die Kant-Medaille wird bundesweit ver­geben und ist die höchste Ehrung des Volksbundes. Engelmann sammelt seit 2004 für den Volks­bund Spen­den.

„Jetzt sind alle Friedhöfe fertig im Osten – das ist eine große Leistung, finde ich“, sagt Engelmann. Noch heute gebe es Fälle, in denen Menschen über den Verbleib ihrer Angehörigen informiert werden können. „Für die Menschen ist das wichtig und für mich einer der Gründe, warum ich mich beim Volksbund engagiere.“
Das Zitat Immanuel Kants auf der Rückseite der Medaille sei mehr als richtig: „Der Friede ist das Meisterwerk der Vernunft.“

Denissen feierte ein Hoffest

Foto: Rainer Cordes

Ende Oktober lud der Hof Denissen in Wöbbelin zu einem großen Hoffest ein. Anlass war der Abschluss der „Tüffelwochen“ in der Region. Im Mittelpunkt stand passend dazu die Kartoffel, die „Tüffel“. Unterschiedlichste Kartoffelprodukte konnten verkostet werden. Musik und unter anderem kunsthandwerkliche Angebote ergänzten das Hoffestprogramm. Zum Beispiel wurde gezeigt, wie am Spinnrad Fäden hergestellt werden (Foto). Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung für die ganze Familie.

Sellering hört auf

Foto: Rainer Cordes

Der frühere MV-Ministerpräsident Erwin Sellering gab nun auch sein Mandat als Landtagsabgeordneter zurück. Land­tags­präsidentin Birgit Hesse verabschiedete den SPD-Politiker zu Beginn der Par­laments­sitzung am 18. Oktober. An diesem Datum feierte Sellering seinen 70. Geburtstag.
Für ihn ist vier Tage später Thomas Würdisch in den Landtag nachgerückt.

„Ost oder West ist heute egal“

Foto: Guido Kollmeier

Die IHK Lübeck und die IHK zu Schwerin hatten kürzlich gemeinsam zu einer Gesprächsrunde mit dem Thema 30 Jahre Mauerfall eingeladen. Zu den Gästen zählten unter anderem Mecklenburg-Vorpommerns Landtagspräsidentin Birgit Hesse (3. v. l.) und der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsdent Björn Engholm (l.). Hesse sagte: „Wir müssen aber auch nach vorn sehen. Ost oder West ist heute egal. Ich empfinde mich als Norddeutsche. Es kommt jetzt darauf an, dass wir unsere Stärken im norddeutschen Raum nach vorn stellen.“

Ausstellung im wohl kleinsten Museum

Foto: Stefan Baerens

Jeannette Harendt war eine Frau die verzaubern konnte, die Träume erschuf und Kinderaugen zum Staunen brachte. Leider ist diese Künstlerin schon 2013 verstorben, viel zu jung, mit noch vielen Ideen und Projekten im Kopf. Aber sie lebt weiter in einer ganzen Reihe von kleinen und großen Kunstwerken im Schlosspark und dem davor lie-gen-den Gutshaus von Dreilützow.

Eine kleine Ausstellung mit Fotos und einem von ihr gestalteten Brettspiel ist nun im wahrscheinlich kleinsten Museum zu sehen. Dieses Museum ist eine alte gelbe Telefonzelle, die im Schlosspark von Dreilützow steht – genau dort, wo Jeannette Harendt am liebsten mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet hat. Interessierte Besucher können sich in den nächsten Wochen sich gern im Schloss Dreilützow melden um sich diese kleine Ausstellung anzusehen.

Wismar innovativ

Foto: www.digitalesmv.de

MV-Digitalisierungsminister Christian Pegel (l.) übergab kürzlich auf der Netzwerkveranstaltung „Meet.Discuss.Create“ einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 234.000 Euro für das Digitale Innovationszentrum Wismar an Oliver Greve (M.), Geschäftsführer der Forschungs-GmbH Wismar. Auch Wismars stellvertretender Bürgermeister Michael Berkhahn (r.) freute sich über die Unterstützung. Das Zentrum soll 2020 eröffnet werden.

„JOURNAL eins“ in Bulgarien

Foto: Volker Hofmann

Da werden Erinnerungen an einen schönen Sommerurlaub wach. Unser Leser Volker Hofmann aus Crivitz hat uns dieses schöne Foto geschickt. Es zeigt den Strand von Varna, Bulgarien. Und als Lektüre hatte Herr Hofmann sein Magazin für Westmecklenburg dabei. Schicken auch Sie uns gern ein Foto mit Ihrem „Journal eins“ auf Reisen! Es muss ja nicht weit weg sein; vielleicht sind Sie ja auch an einem schönen Ort ganz in der Nähe.

Gelungene Fotos veröffentlichen wir gern hier im Magazin und/oder auf unserer Facebook-Seite (JOURNAL eins).

 

Trampolinpark in Schwerin

Foto: Rainer Cordes

Enis und Ender Sungar (v. l.) eröffneten jetzt ihren Trampolinpark im Schweriner Ziegeleiweg. Vor dem Start des Hüpf- und Springvergnügens standen die Brüder und Geschäftspartner den Gästen und Medien Rede und Antwort. Easyjump nennt sich das Tobeparadies. Neben einer großen 3D-Trampolinanlage befinden sich dort unter anderem auch ein Ninja-Parcours und ein Fußballbillard-Feld. Außerdem können im Easyjump Geburtstage gefeiert werden, und der Trampolinpark eignet sich perfekt als Ziel für einen Schulausflug.

Rund 120.000 Besucher beim Schwedenfest

Foto: Hansestadt Wismar

Die Stadtverwaltung schätzt, dass Mitte August wie im vergangenen Jahr um diese Zeit rund 120.000 Besucher aus aller Welt das Schwedenfest in der Hansestadt Wismar gefeiert haben. Insgesamt 15.000 Men­schen waren allein zur NDR-Sommertour am Samstagabend mit dabei, als Álvaro Soler auf dem den Marktplatz der Hansestadt gastierte. Am Schwedenweg, dem Umzug in historischen Kostümen, haben 30 Gruppen mit insgesamt ungefähr 500 Teilnehmern mitgewirkt.
Wismars Bürgermeister Thomas Beyer bilanziert zufrieden: „Das 20. Schwedenfest 2019 war wirklich schön. Die Menschen haben alle gemeinsam gefeiert, und es war sehr friedlich und vor allem fröhlich.“
Der parallel zum Fest aus­getragene Schwedenlauf e­rreich­te die Rekordanmeldezahl von 1.300 Läufern.

Ostseewelle stark

Foto: Ostseewelle

Im Internet ist Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern ostdeutscher Meister. Kein anderer Landessender im Osten hat so viele Livestream-Hörer: insgesamt mehr als 1.300.000 Aufrufe pro Monat. Arne Simon (Foto), der die digitalen Aktivitäten von Ostseewelle verantwortet, freut sich: „Die Reichweiten-Steigerung von zehn Prozent im Vorjahresvergleich zeigt, dass Ostseewelle im Internet weiter auf Erfolgskurs ist.“

Herbstfest mit Handwerkern

Foto: Evelin Kartheuser

Am Sonnabend, 28. September, laden der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide und sein Förderverein von 10 bis 16 Uhr zum traditionellen Herbstfest ein. Am Kultur- und Informationszentrum Ka­rower Meiler in Karow (Ziegenhorn 1) kann in entspannter Atmosphäre geklönt und geschlemmt werden. Zu Gast sind außerdem viele regionale Hand­werker, zum Beispiel der Schmied Thomas Behnke (Foto), der sich besonders von den jüngsten Festbesuchern auch gern helfen lässt. Auf dem Programm steht außerdem eine Pilzwanderung, die bereits um 9 Uhr beginnt.

Schweizer in Westmecklenburg

Foto: Rainer Cordes

Prominenter Besuch in der Landeshauptstadt: Unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (2. v. l.) und MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wurden kürzlich zum Produktionsstart des neuen Werks von Ypsomed Gewerbegebiet Göhrener Tannen begrüßt. Gastgeber war der CEO des Schweizer Unternehmens Simon Michel (3. v. r.). Die Ypsomed AG ist ein Medizintechnikhersteller. In Schwerin werden Komponenten für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme vor allem für Diabetiker hergestellt und montiert. 150 neue Arbeitsplätze werden dort insgesamt entstehen.

Tickets für die SSC-Heimspiele

Foto: Eckhard Mai

Am Tag der deutschen Einheit startet der SSC Palmberg Schwerin in die neue Bundesligasaison. Gegner sind die Ladies in Black Aachen. Von den Ladies wechselten zuletzt mehrere Spielerinnen nach Schwerin, zum Beispiel McKenzie Adams (2.v.r.) vor der Saison 2018/19. Das Spiel beginnt um 17.10 Uhr und wird live auf Sport1 übertragen.
Am besten ist man natürlich direkt in der Palmberg-Arena dabei. Dauerkarten für die Heimspiele sind bereits zu haben. Der Verkauf der Einzeltickets beginnt am 5. September.

Eichenstamm jetzt Zuhause für Insekten

Foto: Stadt Parchim

Bei der Vorbereitung zur Fällung des Holzkörpers der Eiche im Parchimer Ortsteil Möderitz wur­de festgestellt, dass sich zwischenzeitlich in dem Riss, der auch einen größeren Hohlraum aufweist, Insekten angesiedelt haben. In diesem Fall muss sich die Stadt Parchim an das Bundesnaturschutzgesetz halten.
Nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde bleibt der Holzkörper der Eiche als Lebensstätte für geschützte Insektenarten stehen, da von ihm keine Gefahr mehr ausgehen kann.
Der Holzkörper wird bepflanzt, beispielsweise mit der klassischen Rankpflanze Efeu, um etwas Schutz für die Insekten zu bieten und eine optische Aufwertung zu erlangen. Der Baum erhält diesbezüglich ein entsprechendes Hinweisschild. Zudem werden Ersatz­pflan­zun­gen erfolgen.

Tolle Ferien erlebt

Foto: Benjamin Zinck

Eine tolle Sommerferienwoche haben 115 Kinder zusammen mit 30 Helfern im Schloss Dreilützow verbracht. Musik, Bewegung, Spielen, thematisches Arbeiten, Tanzen, Basteln, Singen und vieles mehr hatten in den sechs Tagen Platz im 300 Jahre alten Gutshaus nahe der Kleinstadt Wittenburg. Jeder Tag stand unter einem Motto. Ziel war es, auch jungen Leuten aus schwierigeren Familien eine tolle Ferienzeit zu ermöglichen.

WINSTONgolf Spitzenklasse

Foto: WINSTONgolf

Große Freude beim WINSTONgolf-Team: Das „Golf Magazin“ kürte den WINSTONlinks Course im schönen Mecklenburg-Vorpommern bereits 2011 zum besten neuen Golfplatz und 2015 zum besten deutschen Golfplatz. Jetzt setzt das „Golf Journal“ noch einen drauf. Beim sehr detaillierten und vor allem objektiven Golfplatztest, dem sogenannten „Golfplatz-TÜV“, wurde der WINSTONlinks Course mit 83 von 100 möglichen Punkten zum besten Golfplatz in Deutschland gekürt und zählt damit zur internationalen Spitzenklasse!
Darüber hinaus haben die Leser dieses Magazins im Rahmen des Travel Awards WINSTONlinks auf den zweiten Rang (Vorjahr Platz 10) gewählt.

Neue Landesbischöfin ins Amt eingeführt

Foto: Rainer Cordes

Am Pfingstmontag, 10. Juni, wurde Kristina Kühnbaum-Schmidt als neue Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche Norddeutschland (Nord­kirche) in Schwerin in ihr Amt eingeführt. Dies über­nahm Ralf Meister, Leitender Bischof der Vereinigten Evan­gelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. Die feierliche Veranstaltung be­gann mit einem Fest­gottes­dienst im Schweriner Dom. Nach einer Prozession wurde der Gottesdienst auf dem Markt der Landeshauptstadt fortgesetzt. Anschließend fand dort eine große Feier mit vielen Gästen statt. Grußworte sprachen dort unter anderem die Ministerpräsidentin Ma­nu­ela Schwesig und die Landtagsvizepräsidentin Beate Schlupp.
Ralf Meister nennt seine neue Kollegin eine „einfühlsame, kluge und mutige Frau“, die über eine „aufmerksame und achtsame Art“ verfüge.

Senatorin ernannt

Foto: Hansestadt Wismar

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (l.) hat Anfang dieses Monats Heike Bansemer zur Senatorin ernannt. Sie ist nun unter Berufung in das Beamtenverhältnis als Ehrenbeamtin für die Dauer der laufenden Wahlperiode die zweite Stellvertreterin des Bürgermeisters; Beyers erster Stellvertreter bleibt Michael Berkhahn (r.). Heike Bansemer arbeitet seit 1992 für die Stadtverwaltung Wismar.

Triathlon am Schaalsee

Foto: Natalie Sara Niehus

Auch 50 Kinder starteten Ende Juni beim 7. TSV-Empor-Zarrentin-Triathlon am Schaal­see. Jüngste Teilnehmerin war Leni Matha (Foto), die den fünften Platz belegte. Insgesamt zählten die Organisatoren um Regina Taube mehr als 200 Aktive – Einzelstarter und Staffeltriathleten. Während es für die Kinder „Swim & Run“ hieß, absolvierten die Erwachsenen alle drei Disziplinen. Zu den Helfern zählte unter anderem das Panzergrenadierbataillon 401 aus Hagenow, die Polizei sowie die Galliner und die Testorfer Feuerwehr.

Ausstellung im Karower Meiler

Foto: Thomas Gallien

Obgleich die Künstlerin Kristina Anders hier mit einer Katze kuschelt, geht es in dem von ihr geschriebenen und illustrierten Kinderbuch „Suppe, satt, es war einmal“ um Wilde Wölfe. Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide zeigt nun „Wie der Wolf ins Buch kommt“. Diese Ausstellung im Naturparkzentrum Karower Meiler gibt Einblick in das Werden eines Buches von der Skizze bis zur Reinzeichnung. Sie ist noch bis zum 15. August zu sehen. Kristina Andres studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seit 15 Jahren zeichnet und schreibt sie hauptsächlich Bücher für Kinder. Ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

Festumzug in Neukloster

Foto: S. Krieg

Die Stadt Neukloster begeht in diesem Jahr ihren 800. Geburtstag. Höhepunkt war am 1. Juni die große Jubiläumsfeier mit einem Festumzug (Foto) durch den Ort. Dargestellt wurde die Geschichte Neuklosters, und es präsentierten sich viele Vereine und Unternehmen der Stadt. Anschließend wurde am Kloster bis spät in die Nacht ein buntes Stadtfest mit Musik und Tanz gefeiert.
Bis zum Ende des Jahres stehen noch viele weitere Veranstaltungen auf dem Jubiläumsprogramm – vom Sportfest bis zum Höhenfeuerwerk.

Lewitz-Sternfahrt

Foto: PR digital

Mehr als 200 Radler, damit im Schnitt genau so viele wie in den vergangenen Jahren, folgten am 1. Mai trotz kühler Witterung der Einladung des Lewitz-Vereins zur elften Radsternfahrt durch die Lewitz. Los ging es in Schwerin, Banzkow, Pinnow, Crivitz, Parchim, Neustadt-Glewe, Rastow und Friedrichsruhe. Ziel für alle Teilnehmer war die Forstscheune Bahlenhüschen. Im kommenden Jahr soll wieder eine solche Sternfahrt stattfinden.

Märchenfeier in Dreilützow

Foto: Schloss Dreilützow

Zehn Jahre Märchenstraße Meck­len­burg-Vorpommen – ein runder Geburtstag, der zünftig gefeiert werden muss. Ein kleines Jubiläumsprogramm zu diesem Anlass hat auch das Schloss Dreilützow auf die Beine gestellt. Am Vormittag des 23. Mai werden Kinder auf dem Geländes des Schlosses empfangen. Nach der Veranstaltung für die jüngsten Märchenfreunde von 10 bis 12 Uhr treffen sich dann die Akteure der Märchenstraße zu einer Feier an der langen, zauberhaften und reich gedeckten Tafel. Weitere Informationen zur Feier unter 038852/50154.

„Bares für Rares“ am Schloss

Foto: Landtag MV

Vom 13. bis zum 15. April weilte Horst Lichter (r.) mit seinem Team in Schwerin, um am Schloss und im Burggarten für die nächste TV-Abendshow „Bares für Rares“ zu drehen. Im Schloss empfangen wurde der beliebte Moderator aus diesem Anlass von der stellvertretenden Landtagspräsidentin Beate Schlupp und dem Landtagsdirektor Armin Tebben. Die Sendung wird am 22. Mai ab 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Mal sehen, welche Schätze und Dachbodenfunde diesmal den Besitzer wechseln.

Frühling am Schloss

Foto: Rainer Cordes

Am ersten Aprilwochenende wurde am Schloss Ludwigslust zum „Frühlingszauber“ eingeladen. Zahlreiche Aussteller prä­sentierten die unterschiedlichsten Produkte rund um Haus und Garten – von Pflanzen und Pflanzgefäßen bis hin zu Terrassenmöbeln. Aber auch Mode und vor allem jede Menge Kulinarisches wurden angeboten. Stargast war der ZDF-Fernsehgärtner John Langley (Foto, 2. v. l.).

Kunst in Wiligrad

Am 13. Januar ist auf Schloss Wiligrad die 28. Kunstbörse des Kunstvereins Wiligrad zu Ende gegangen. Mehr als 60 Künstler beteiligten sich daran – mit Malerei, Grafik, Textil, Foto, Glas, Porzellan, Keramik, Schmuck sowie Holz- und Bronzeskulpturen. Schon am 19. Januar um 17 Uhr wird dort die nächste Ausstellung eröffnet: Gezeigt werden unter dem Titel „Hinterland“ Arbeiten von vier Fotografen der Agentur „Ostkreuz“.

Sternsinger aus Neukloster

Mecklenburg-Vorpommerns Minister-präsidentin Manuela Schwesig hat am Anfang des Monats Sternsinger aus der katholischen Kirchengemeinde „Mariä Himmelfahrt“ Neukloster in der Staats-kanzlei empfangen. Die Aktion Dreikönigssingen ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Rund 1.000 Kinder nahmen in MV teil. Die Aktion stand unter dem Motto „Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“. Schwesig sagt, sie finde es großartig, wenn sich Kinder aus unserem Land für andere Kinder einsetzen.

 

Vor allem aber bin ich Unternehmer

Interview mit Hans Thon, Präsident der IHK zu Schwerin

IHK-Präsident Hans Thon

Sehr geehrter Herr Thon, im Februar legen Sie Ihr Mandat als Präsident der IHK zu Schwerin nieder. Haben Sie den Abschied nach zehn Jahren schon länger geplant, oder haben Sie Ihren Entschluss kurzfristig gefasst?
2014 wurde ich zum wiederholten Mal für diese anspruchsvolle Aufgabe gewählt. Natürlich habe ich mir diesen Schritt damals reichlich überlegt. Alles hat jedoch seine Zeit und Leben bedeutet auch immer Veränderung. Ich habe mich aus vielerlei persönlichen Gründen dazu entschieden, dieses wichtige Amt nun in andere Hände zu geben.

Was wollen Sie in den verbleibenden Wochen als IHK-Präsident unbedingt noch erledigen?
Für die IHK gilt immer, im Interesse der Entwicklung der gesamten Wirtschaft Westmecklenburgs zu agieren. So sind Projekte positiv zu begleiten, die von großer Bedeutung sind. Ich denke da an den Weiterbau der A 14, der A 20, den Ausbau des Seehafens Wismar, des Gleisbogens bei Bad Kleinen oder auch der Fehmarnbeltquerung. Wir müssen innerhalb der Metro-polregion Hamburg unseren Pflichten nachkommen und dabei auch unsere Chancen wahrnehmen. Die Weiterentwicklung Westmecklenburgs als Hoch- und Fachschulstandort ist ebenfalls ein zentrales Anliegen.

Werden Sie der IHK noch beratend zur Seite stehen, vielleicht Ihren Nachfolger ein wenig unterstützen? Oder ziehen Sie sich komplett zurück?
Aus der Mitte der IHK-Vollversammlung, der ich weiter angehören werde, wird im Februar ein neuer IHK-Präsident gewählt werden. Ich werde meinem Nachfolger gerne weiter zur Seite stehen, wenn es den Wünschen entspricht. Als Mitglied der Vollversammlung und als Unternehmer hat man nur selten das Privileg, sich nicht zu engagieren. Es heißt ja nicht umsonst „selbst und ständig“!

Was waren Ihre schönsten Momente als IHK-Präsident?
Wiederholt als IHK-Präsident gewählt zu werden und damit die Bestätigung zu erhalten, doch einiges richtig entschieden und begleitet zu haben, ist so ein schöner Moment. Darüber hinaus sind für mich vor allem solche Veranstaltungen positive Erlebnisse, in denen ich jungen Menschen die IHK-Zeugnisse überreichen durfte. Der Start in einen neuen Lebensabschnitt ist sicher für alle ein wichtiger Schritt. Die IHK hat hier eine wichtige Funktion! Viele Begegnungen mit interessanten Menschen haben mich bereichert und gehören ebenso zu den schönen Momenten.

Wie füllen Sie die nun freiwerdende Zeit aus?
Eigentlich werden sich nur die Prioritäten etwas verschieben. Seit jeher engagiere ich mich in vielen Projekten, die gesellschaftliche, soziale und karitative Zwecke unterstützen. Am 29. Januar 2019 werde ich zum Beispiel einen Satz calliope Minirechner an die Niels-Stensen-Schule in Schwerin übergeben, um so das kreative Lernen der kommenden Generation zu fördern. Vor allem aber bin ich Unternehmer und werde auch mein Mandat in der IHK-Vollversammlung weiter ausfüllen.     Interview: S. Krieg