Berührende Bildgeschichten im Kulturhaus Mestlin

„Schein oder Sein“ lautet der Titel einer Fotoausstellung, die ab 21. August (Vernissage 14 Uhr) im Kulturhaus Mestlin zu sehen ist. Auf 150 Metern Wandfläche werden die Arbeiten von 13 Fotografinnen und Fotografen gezeigt. Es handelt sich um elf Bildserien, von denen die meisten bereits bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet worden sind.

Die Fokussetzung ist ganz unterschiedlich: Tamara Eckhardt zum Beispiel hat ihre Kamera auf die „Travellers“ gerichtet – Irlands größte Minderheit, die als traditionell fahrendes Volk durchs Land reist und deshalb immer wieder diskriminiert wird. Um den Krieg und seine Inszenierung als etwas Harmloses und Unterhaltsames geht es in der Serie des Fotojournalisten Raffael Heygster aus Hannover, der Waffenmessen und Airsoft-Parks im Bild festgehalten hat.

„Hashtags unplugged“ heißt es wiederum bei Florian Müller. Er hat sein Thema mit dem sozialen Netzwerk Instagram gefunden, einem Freiraum, der alle Formen von Selbstdarstellung zulässt. Gleichzeitig dazu hat der Fotograf den Abgleich mit der Realität gemacht und fotografisch erkundet, welche Menschen hinter der digitalen Fassade stecken. Drei von ihnen hat er in ihrem Alltag begleitet und mit der Kamera ein Abbild dieser speziellen Szene geschaffen.

Die Kinder der sogenannten Traveller, wie die fünfjährige Alana, wurden von der Berliner Fotografin Tamara Eckhardt porträtiert. Foto: Tamara Eckhardt

Die gesamte Fotoausstellung lebt einerseits durch den Gegensatz zwischen sonderbaren Schauplätzen und ganz menschlichen Szenen. Aber auch durch das Zusammenspiel von konsequenter Ästhetik und gesellschaftlich relevanten Themen. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 10. Oktober zu den Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Parallel zur Ausstellung ist der Film „Des Kaises neue Kleider“ zu sehen. Eigentlich handelt es sich um ein Theaterstück, das wegen möglicher Pandemiebeschränkungen sicherheitshalber als Film aufgenommen wurde und als solcher täglich mehrere Male im großen Saal des Kulturhauses gezeigt wird. Heiter und ernst zugleich geht es darin um die Entlarvung von Machtmissbrauch, Regisseurin Susanne Reichard hat das Märchen von Hans Christian Andersen in einen Stoff für Erwachsene umgestaltet. Das Besondere: Professionelle Schauspieler spielen gemeinsam mit Einwohnern von Mestlin und Umgebung.