Zu Besuch bei grauen Riesen

Vanha rupft Gras. Immer wieder schließt sich ihre Rüsselspitze um ein saftiges Büschel, das anschließend vorsichtig ins Maul befördert wird. Die schwergewichtige Dame ist die älteste Elefantenkuh auf dem Elefantenhof in Platschow und hat mit 61 Jahren schon ein stattliches Alter erreicht.

Zehn graue Riesen leben in dem kleinen Dorf im südlichen Mecklenburg, nicht weit von der Landesgrenze nach Brandenburg entfernt. Seit 2003 darf der 33-Einwohner-Ort offiziell den Beinamen „Elefantendorf“ tragen. So nah wie hier kommen Besucher den eindrucksvollen Tieren in Mecklenburg nirgendwo.

1999 kaufte die Familie Frankello hier einen Bauernhof. Sonny Frankello ist Elefantentrainer und mit seinen Tieren bereits beim renommierten Zirkusfestival in Monte Carlo aufgetreten – genauso wie seine beiden Söhne. Dass die Frankellos mit dem Elefantenhof in Platschow auch ein beliebtes Ausflugsziel geschaffen haben, ergab sich durch Zufall: Weil immer mehr Menschen plötzlich in Mecklenburg Elefanten sahen und sich erstaunt die Augen rieben, luden sie irgendwann zu Tagen der offenen Tür ein.

2006 startete dann der Elefanten-Hof in seine erste „Spielzeit“. In diesem Jahr ist es bereits die 15. Saison. Und natürlich wird auch sie von Corona beeinflusst: So dürfen zum Beispiel Fütterungen nicht stattfinden und auch das Reiten auf Elefanten ist aktuell tabu. Trotzdem freuen sich Frankellos, wieder für ihre Besucher da zu sein.

Einmal Elefanten aus der Nähe sehen – das geht in Platschow. Foto: büro v.i.p.

Denn Platschow ist immer ein spannendes Ausflugsziel. Hier leben neben den Dickhäutern viele andere Tiere, darunter Kamele, Watussirinder und Seelöwen. Die Stars sind natürlich die zehn Elefanten – zwei asiatische und acht afrikanische. Besucher erfahren, wodurch sie sich unterscheiden – die afrikanischen haben große Ohren und Stoßzähne. Auch darüber hinaus gibt es eine Menge Wissenswertes. Was wiegt so ein grauer Riese? „Bei unseren Elefantenkühen sind es vier bis fünf Tonnen“, erklärt Marlon Frankello. Bis zu 150 Kilogramm Futter vertilgt ein Tier täglich. Die Platschower Elefanten bekommen viel Heu, aber auch Obst, Gemüse und „Elefanten-Müsli“ – ein speziell für ihre Bedürfnisse hergestelltes Mineralfutter.

Geöffnet ist der Elefantenhof bis zum 21. Juni von 11 bis 18 Uhr (außer montags und freitags), vom 23. Juni bis 22. August von 10.30 bis 18 Uhr (außer montags) und vom 23. August bis 3. November von 11 bis 18 Uhr (außer montags und freitags). Geplant ist übrigens auch in diesem Jahr ein Advents- und Weihnachtsprogramm im beheizten Zirkuszelt.