Zum Inhalt springen

Ort Für Erinnerung und Diskurs

Neues Klassenzimmer für Erinnerungsarbeit in Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin ist startklar

Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin
Die Bedingungen für die Erinnerungsarbeit haben sich in Wöbbelin durch den Anbau deutlich verbessert. Foto: Landkreis Ludwigslust-Parchim

In den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin ist ein neues Klassenzimmer entstanden. Der Anbau soll künftig für Lehr- und Vermittlungs­angebote genutzt werden. Gleichzeitig sind auch bestehende Räume in der Gedenkstätte aufwendig saniert worden – beides finanziert mit 750.000 Euro aus dem so genannten PMO-Vermögen. Das sind Mittel der ehemaligen Parteien und Massenorganisationen der DDR, die den ostdeutschen Ländern und Berlin für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zwecke zur Verfügung stehen. Darüber hinaus übergab Kulturministerin Bettina Martin bei der Einweihung einen Zuwendungsbescheid über rund 34.000 Euro für die Einrichtung der Räume. Das Geld stammt aus dem Bürgerfonds Kultur.

„Die Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin ist für mich mit einer der wichtigsten Orte im Landkreis, wenn es um die Wertevermittlung unserer Demokratie geht“, sagte Landrat Stefan Sternberg bei der Eröffnung. Der Ort steht im Spannungsfeld deutscher Geschichte: Hier wurde Theodor Körner begraben, der 1813 als Mitglied des Lützower Freikorps im Kampf gegen Napoleon gefallen und dessen Person in nachfolgenden Generationen immer wieder politisch-ideologisch vereinnahmt worden war. Hier entstand 1945 nur wenige Kilometer entfernt an der Chaussee nach Ludwigslust das letzte Außenlager des KZ Neuengamme. In der kurzen Zeit seines Bestehens war das Lager Wöbbelin Station für mehr als 5000 Häftlinge. Die Menschen kamen aus mehr als 25 Nationen, fast 1000 von ihnen starben infolge der extremen Haftbedingungen.
„Wöbbelin ist nicht nur ein Ort der Erinnerung – es ist ein Ort des Lernens und der politischen Bildung“, sagte Bettina Martin. Sie bezeichnete die Investition in die Gedenkstätte auch als Investition in die Demokratie. Wöbbelin sei ein Ort, an dem Wertevermittlung, historische Genauigkeit und gesellschaftlicher Diskurs zusammenkommen.

Mit der verbesserten Infrastruktur können Lehr- und Vermittlungsangebote in Wöbbelin nun ausgeweitet, Führungen und Workshops fortan in modernen Räumen stattfinden und die technischen Anforderungen an Ausstellungen sowie Archiv- und Büroflächen erfüllt werden.