Wismarer Schaufensterausstellung thematisiert Mut

Der Widerstand von Frauen gegen den Nationalsozialismus war mutig, vielfältig, risikoreich – und ist doch heute fast vergessen. Daran wollen die „Omas gegen Rechts“ in Wismar etwas ändern – mit der Ausstellung „Damals Heute Hier“. Bis zum 31. Mai zeigen 22 Schaufenster in Wismar 22 Frauen des Widerstands. Die „Omas gegen Rechts“ haben der vom Evangelischen Presseverband Bayern kuratierten Ausstellung widerständige Frauen aus MV zur Seite gestellt. QR-Codes auf den Plakaten führen in einen digitalen Ausstellungsbereich. Ein Veranstaltungsprogramm mit Gesprächen, Filmen und Lesungen kommt dazu.
„Aug in Aug mit Himmler“ ist zum Beispiel der Titel eines Films, der den Widerstand von Lina Haag zeigt. Zu sehen ist die Dokumentation am 28. April um 19 Uhr im Kulturwohnzimmer in der Bohrstraße 13. Ein Ausstellungsgespräch am 4. Mai um 18.30 Uhr im Keramikladen von Anne Jahn in der Breiten Straße 20 widmet sich Cato Bontjes von Beek, die im Alter von 22 Jahren in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Am 10. Mai ist die Bücherverbrennung vom Mai 1933 Thema im Garten der ijgd und des Vereins Kulturmühle. „Erst brannten die Bücher, dann Menschen“ ist Titel einer Lesung, die um 15 Uhr beginnt.
Wie sah der Widerstand damals aus? Frauen wehrten sich gegen Unrecht und Unterdrückung, halfen Verfolgten, organisierten Fluchten oder beschafften gefälschte Papiere. Sie verbreiteten Flugblätter und unterstützten Widerstandsaktionen. Einige wurden in Konzentrationslager verschleppt – nicht wenige bezahlten ihren Mut mit dem Leben.