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Handwerk mit Tradition

Die traditionelle kleine Küstenfischerei schafft es auf Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes

Küstenfischerei
Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Bodden- gewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Foto: unesco.de

Die traditionelle kleine Küstenfischerei ist in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Es war ein langer Weg, doch jede Mühe der vergangenen acht Jahre hat sich gelohnt. Darüber ist sich die Arbeitsgruppe, die aus fünf Fischereifachleuten rund um Museologin und Initiatorin Antje Hückstädt gebildet wurde, einig.

In der Küstenfischerei, die typisch für küstennahe Gewässer wie Ostsee und Bodden ist, kommen kleine Boote und überwiegend ortsfeste Fanggeräte wie Reusen zum Einsatz. Das Handwerk erfordert ein umfangreiches, vor allem mündlich überliefertes Wissen über Fischarten und Techniken, die angepasst an natürliche Bedingungen sowie jahreszeitliche Abläufe angewandt werden und so zu einer nachhaltigen Nutzung mariner Lebensräume beitragen.

Die Aufnahme in die Kulturerbe­liste soll zur besseren Sichtbarkeit einer Jahrtausende alten Kultur beitragen und deren Erhalt unterstützen. Für die Eintragung erarbeitete das Team zunächst einen Erhebungsbogen, der im Anschluss von den Fischern ausgefüllt wurde. Daraus ergab sich ein Überblick der quantitativen und qualitativen Situation der Küstenfischerei. Darauf basierend entstand der umfangreiche Antrag, an dem unter anderem ein Fischerei-Historiker und eine Meeresbiologin mitarbeiteten – mit Erfolg. Am 27. März dieses Jahres wurde die „Traditionelle Kleine Küstenfischerei“ als Immaterielles Kulturerbe anerkannt und in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen. Damit ist sie eine von insgesamt 13 der 173 eingetragenen Kulturformen, die aus Mecklenburg-Vorpommern stammen. Ein weiteres Beispiel für eine lebendige Tradition ist die des Martensmanns, der alljährlich seinen Weg von Lübeck nach Schwerin zurücklegt, um ein Fass Wein zu bringen. Seine Ankunft wird mit dem Anstich des 1991 eigens dafür gefertigten Weinfasses im Rahmen eines Volksfestes zelebriert.

Auch die Vielfalt des Sagenerzählens steht auf der Erbeliste. Die Tradition wird von mehreren Vereinen im Land gepflegt. Rund 50.000 dieser Geschichten soll es in Mecklenburg-Vorpommern geben. Der Bezug zu real existierenden Orten im Land macht die zumeist mündlich überlieferten Geschichten besonders spannend. 

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