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Traditionserhalt: Parchim up Platt

Neue Zusatzschilder weisen an 14 Stellen auf niederdeutschen Namen „Parchen“ der Stadt Parchim hin

Zusatzschild - Parchim
Die Zusätze an den Ortseingangsschildern Parchims weisen auf die plattdeutschen Ortsbezeichnungen hin.Foto: Axel Schott, Stadt Parchim

Parchim und Parchen: Die Gemeinden des Landes Mecklenburg-Vorpommern haben die Möglichkeit, neben dem hochdeutschen auch den niederdeutsche Ortsnamen auf einem Zusatzschild am Ortseingang zu führen. Der Anstoß dazu kam vom Landtag mit dem Ziel, die niederdeutsche Sprache sichtbarer zu machen. Deren Förderung ist in der Landesverfassung festgeschrieben und mehrere Orte nutzten bereits die Gelegenheit, ihren plattdeutschen Namen nach außen zu zeigen.

Nun auch Parchim: Pünktlich zur bevorstehenden Festwoche vom 30. Mai bis 7. Juni anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums weisen die Schilder an 14 Stellen auf Parchims Sprachtradition hin. Darauf steht „Parchen“ und auch der sehr verbreitete Spitzname „Pütt“, der soviel wie Pfütze bedeutet. Entstanden sind die Schilder in Absprache mit dem Parchimer Heimatbund und nach Einschätzung der Universität Greifswald, um nun ein Stück Sprachtradition wieder lebendig.

Auch an anderen Stellen gibt es Bemühungen, die plattdeutsche Sprache als gesprochene Sprache zu fördern – zum Beispiel mit besonders schönen Wörtern. Auch in diesem Jahr wurde wieder das plattdeutsche Wort des Jahres gewählt. Die Abstimmung ist inzwischen abgeschlossen, verkündet wird das
Ergebnis am 30. Mai im Rahmen der plattdeutschen Wochen in Stavenhagen.

Eine Jury hat aus zahlreichen Vorschlägen fünf Begriffe ausgewählt, die in diesem Jahr zur Auswahl stehen: Triddelfitzen (Verhalten eines Aufschneiders, der viel Meinung bei wenig Ahnung zeigt), Batterieknoesel (E-Zigarette), Tauhusmarachen (Arbeit im Homeoffice), Zoomdösch (Müdigkeit nach ­Videocalls) und Lögendöntje (Fake-News). Im Vordergrund standen Begriffe, die hochdeutsche Wörter originell und lebendig ins Niederdeutsche übertragen. Plattdeutsche Worte vergangener Jahre waren
übrigens Schlackermaschü, Tauversicht und Fräden – klingt das nicht schön? Der Wettbewerb wird alljährlich vom Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet.