Zum Inhalt springen

Line Dance ist gut für Körper, Geist und Seele

Mecklenburger Köpfe: Daniela Lemmer-Helms (51) 
aus Pinnow ist Line-Dance-Trainerin
Daniela Lemmer-Helms (51) aus Pinnow ist Line-Dance-Trainerin und organisiert am 8. Mai einen
Line-Dance-Flashmob in der Schweriner Marienplatz-Galerie. Foto: privat

Wie haben Sie selbst Line Dance für sich entdeckt?
Ich habe eine Schwäche fürs Tanzen und für Amerika. Als ich nach Pinnow bei Schwerin zog, gab es dort eine Line-Dance-Gruppe. Eine Weile habe ich sie mir aus der Ferne angeschaut, dann habe ich mitgemacht. Es war die beste Enscheidung meines Lebens und inzwischen bin ich Trainerin. Aktuell absolvierte ich zusätzlich die Line-Dance-Trainer-Ausbildung beim Deutschen Tanzverband.

Was ist das Schöne an diesem Tanzstil?
Line Dance ist ungeheuer vielfältig. Man verbindet es immer mit Country, Cowboyhut, Stiefeln und kariertem Hemd, aber das ist nur ein Bruchteil von dem, was diesen Tanz ausmacht. Auch Cha Cha Cha, Walzer und Swing eignen sich für Line Dance, man kann zu moderner Popmusik und Techno tanzen, es gibt lateinamerikanische und andere Einflüsse. Diese Vielfalt ist das, wofür ich brenne. Außerdem ist Line Dance für jeden etwas, man kann es bis ins hohe Alter machen, ist dabei in der Gemeinschaft, bewegt sich und trainiert Gehirn und räumliches Vorstellungsvermögen. Line Dance ist etwas für Körper, Seele und Geist und ich freue mich über jeden, der die Trainingsstunde mit einem Lächeln verlässt.

„Menschen auf der ganzen Welt werden im Mai zu dieser Musik tanzen.“

Sie planen am 8. Mai wieder einen Line-Dance-Flashmob in der Marienplatz- Galerie. Wie haben Sie den ersten Flashmob im vergangenen Jahr dort erlebt?
Wir waren völlig überwältigt von dem, was dort geschehen ist. Noch heute habe ich Gänsehaut, wenn ich mir die Videos ansehe, 250 Tänzerinnen und Tänzer auf allen Etagen… Wir freuen uns riesig, dass das Team der Marienplatz-Galerie uns gegenüber so aufgeschlossen ist, danke dafür! Wir – das sind Moni Mehner aus Gadebusch, Bärbel Stockerl und Kathleen Naumann von Glitterladys aus Beckerwitz und ich und wir hoffen natürlich, dass auch in diesem Jahr viele Menschen in der Marienplatz-Galerie tanzen werden. Den Line Dance Flashmob gibt es übrigens auf der ganzen Welt. Dahinter steht die internationale Line Dance Foundation, die für 2026 drei Titel festgelegt hat, zu denen dann alle tanzen werden. Everybody Dance ist zum Beispiel ein Stück, zu dem es sogar eine Sitz- und eine Kindervariante gibt! Da kann wirklich jeder mitmachen, das ist Inklusion im Tanz. Wir wollen in der Marienplatz-Galerie insgesamt sogar fünf Tänze zeigen, um 17.30 Uhr geht es los.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft und wo würden Sie gern einmal auftreten?
Blackpool in England – das wäre ein Traum. Es ist eines der weltweit am meisten besuchten Turniere und gern würde ich mal mit einigen Leuten dort hinfahren. Ansonsten geht es mir gar nicht so um das perfekte, hohe Niveau, sondern eher um die Gemeinschaft und die Vielfalt des Line Dances. In Pinnow gibt es unter dem Dach des Sportvereins SV Petermännchen inzwischen drei Gruppen mit 75 Tänzern zwischen 13 und 83 Jahren. Das ist doch toll – wir mussten schon das Trainerteam erweitern.

Interview: Katja Haescher