Zum Inhalt springen

Staunen garantiert: der Westflügel von Schloss Ludwigslust

Mit der Eröffnung des Westflügels wird Schloss Ludwigslust erstmals vollständig als Museum erlebbar – ein eindrucksvoller Rundgang durch Geschichte, prunkvolle Räume und moderne Ausstellungen lädt zum Entdecken und Staunen ein.

Schloss Ludwigslust
Bild: Funkhaus Creative

„Ich muss gestehen, dieser Ort hat alle meine Erwartungen bei weitem übertroffen“, schrieb ein Besucher bereits vor über 200 Jahren. Bis heute hat das einzigartige Ensemble aus Schloss, Park und Stadtanlage nichts von seinem Reiz verloren. Im Gegenteil – nach der Restaurierung von Schlosspark und Ostflügel (seit 2016 für Besucherinnen und Besucher als Museum zugänglich), kann das Schloss Ludwigslust mit der Eröffnung des sanierten Westflügels ein neues, spektakuläres Highlight setzen. Erstmals ist das Schlossensemble nun vollständig als Museum erlebbar, Geschichte und Pracht werden in ihrer ganzen Tiefe greifbar.

Begonnen hatte alles einst mit einem kleinen Jagdschloss, das 1735 am damaligen Ort Klenow vollendet wurde. Herzog Christian Ludwig II. gab diesem Rückzugsort später den Namen „Ludewigs-Lust“ – ein Programm, das sein Sohn Friedrich konsequent weiterverfolgte. Er verlegte seinen Hof von Schwerin hierher und schuf ein architektonisches Gesamtkunstwerk: Zwischen 1772 und 1776 entstand das neue Schloss mit seiner markanten Sandsteinfassade nach Entwürfen des Bauherrn und seines Architekten Johann Joachim Busch. Ergänzt durch die bereits früher als das Schloss gebaute Hofkirche, die Stadtanlage und den weitläufigen Park entwickelte sich Ludwigslust zu einem beeindruckenden Ensemble, dessen Wirkung bis heute durch die weiten Sichtachsen, die Kaskaden und die harmonische Einbindung in die Landschaft bestimmt wird. Der Schlosspark selbst, gestaltet im Stil eines englischen Landschaftsgartens mit barocken Elementen, lädt bis heute zum Flanieren und Entdecken ein.

Mit der Öffnung des Westflügels erhält das historische Ensemble eine neue Dimension. Nachdem der Ostflügel bereits zugänglich ist, wird das Schloss nun erstmals als zusammenhängendes Museum erlebbar. Den Auftakt bildet im Erdgeschoss eine moderne Ausstellung, die Besucherinnen und Besucher auf eine ebenso unterhaltsame wie informative Zeitreise mitnimmt. In sechs Räumen wird die Bau- und Nutzungsgeschichte vom 18. Jahrhundert bis heute erzählt.

Die Präsentation verbindet klassische Exponate mit zeitgemäßen Vermittlungsformen. Interaktive Stationen, digitale Medien und Filme eröffnen vielfältige Zugänge zur Geschichte des Hauses. Ein Modell des Schlossensembles veranschaulicht die Anlage, während ein animiertes Blätterbuch oder Einblicke in historische Tapetenschichten neue Perspektiven bieten. Anschaulich wird es auch auf einer inszenierten Bühne, auf der sich Gäste mitten unter die höfische Gesellschaft stellen und sich gemeinsam mit den historischen Figuren fotografieren können – ein Selfie mit dem Hofstaat.

Den Abschluss bildet ein filmischer Blick auf die Restaurierungsarbeiten. In den Obergeschossen entfaltet sich die Pracht der rekonstruierten Interieurs. Räume mit Bespannungen aus Seide, Chintz oder Papier vermitteln eindrucksvoll die Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Im Appartement der Herzogin sind bedeutende Kunstwerke wieder am ursprünglichen Ort zu sehen, darunter die einzigartigen gemalten Brettfiguren von Personen des Hofstaates der Herzogin Luise Friederike, gemalt von Georg David Matthieu. Ein Höhepunkt ist die Wiederherstellung des Großen Roten Vorzimmers, dessen historische Raumwirkung durch einen barocken Wandteppich, der das verlorene Original ersetzt, vollständig zurückgewonnen wurde.
Im zweiten Obergeschoss geben die rekonstruierten Appartements der Erbgroßherzogin Alexandrine und ihres Gemahls Paul Friedrich Einblick in das höfische Leben. Kunstwerke und Leihgaben ergänzen sich zu einem stimmigen Gesamtbild, darunter das vergoldete Toiletteservice, das nach Jahrzehnten zurückkehrt. Besonders eindrucksvoll ist das rekonstruierte Schlafzimmer mit dem restaurierten Prunkbett von 1822. Auch das Blaue Zimmer wurde detailgetreu wiederhergestellt – mit originalen Werken und historischem Mobiliar.

Mit dem Westflügel wird Schloss Ludwigslust nun vollständig museal erlebbar. Die Verbindung aus moderner Vermittlung und originalgetreuer Rekonstruktion macht den Besuch zu einer eindrucksvollen Reise durch die Zeit des Spätbarocks und des Klassizismus.

Am 30.05. öffnet sich dieser neue Abschnitt erstmals für die Öffentlichkeit – ein besonderer Anlass, der mit einem vielseitigen Programm gefeiert wird und dazu einlädt, das Schloss in seiner ganzen Pracht neu zu entdecken.

Programm ab 12 Uhr
· Feierliche Eröffnung des Westflügels um 13 Uhr
· Barocke Musik & Szenerie mit Gewandeten
· Bühnenprogramm & Mitmachangebote für Groß und Klein
· Informatives zu Restaurierung und Ausstellung

Mehr Infos unter:
https://www.mv-schloesser.de/de/event/eroeffnung-des-westfluegels-schloss-ludwigslust/