Aktion am 4. Februar macht auf die Bedeutung der Laienreanimation aufmerksam

Für eine neue Wiederbelebungskultur in Deutschland – dafür steht der Verein „Notfallversorgung im ambulanten Sektor“, kurz NOFiAS. Gegründet wurde er im vergangenen Jahr von Notärzten, die die Erstversorgung in Deutschland verbessern und neu aufstellen wollen. Die Marienplatz-Galerie ist bei diesem Vorhaben von Anfang an dabei. Hier wurde vor wenigen Wochen ein jederzeit zugänglicher Defibrillator an der Außenfassade installiert, hier findet am 4. Februar zwischen 10 und 18 Uhr der 1.Schweriner Blaulichttag statt. Die Schirmherrschaft hat Sozialministerin Stefanie Drese übernommen, die am Aktionstag auch im Center zu Gast sein wird.
WISSEN, WAS ZU TUN IST
Mit dabei sein werden Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, THW und Feuerwehr, die DAK und der ASB. Geplant ist an diesem Tag, einen Wiederbelebungs-Unterricht für Schulklassen und die Bevölkerung anzubieten. Das geschieht vor einem ernsten Hintergrund: Die Ersthelferquote in Deutschland liegt bei etwa 50 Prozent. Das heißt, in nur jedem zweiten Notfall nehmen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand Ersthelfer Wiederbelebungsmaßnahmen vor. In anderen europäischen Ländern erreicht diese Quote 80 Prozent.
Notarzt und NOFiAS-Mitbegründer Frederik Schlichting möchte zusammen mit anderen Engagierten aus dem Verein eine solche Ersthelfer-Kultur auch in Deutschland etablieren. Das kann Leben retten, denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind die ersten acht Minuten entscheidend: Wird ein Mensch in dieser Zeit nicht wiederbelebt, geht seine Überlebenschance gegen Null. Der Rettungsdienst wiederum schafft es oft nicht innerhalb dieses Zeitfensters zum Notfallort.
Am Blaulichttag in der Marienplatz-Galerie will das NOFiAS-Team Schülern das Wissen und den Mut vermitteln zu retten. Und es will ihnen dabei Menschen vorstellen, die sich jeden Tag für Rettung engagieren. Neben dem praktischen Training an Übungspuppen wird es weitere Stände geben. Die Feuerwehr bringt zum Beispiel einen Einsatzwagen mit und zeigt, was bei einer Wiederbelebung im Auto geschieht. Highlights werden sicher die beiden VR-Brillen sein, mit deren digitaler Hilfe sich der Herzschlag sehen lässt.
Die Fokussierung auf Schüler hat das Ziel, das Thema Wiederbelebung in den Unterricht einzubinden. Andere Länder tun dies bereits und kein Jugendlicher verlässt die Schule, ohne die Laienreanimation gelernt zu haben. Dazu kommt: Junge Menschen haben oft weniger Scheu und sind gute Multiplikatoren für ihre Eltern. Aber selbstverständlich haben auch erwachsene Besucher Gelegenheit, ihre Kenntnisse zu überprüfen.
Ein konkretes Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen NOFiAS und der Marienplatz-Galerie ist bereits an der Außenfassade des Einkaufszentrums sichtbar: ein hier angebrachter AED – ein automatisierter, externer Defibrillator.