
Du trittst am 27. Februar im Zebef in Ludwigslust auf. Was verbindet dich mit diesem Ort?
Das Konzert findet in der guten alten Aula der alten EOS, meiner ehemaligen Penne, statt. Ich hatte einen Bericht über das Zebef gesehen und hab dann einfach mal auf der Durchreise dort angehalten. Ehrlich, ich hatte das alles viel größer in Erinnerung! Es ist ein Ort, der mich geprägt hat, hier fand die erste Phase des Erwachsenwerdens statt. Das hatte natürlich auch mit Musik zu tun. Rockmusik hat uns damals nachhaltig beeinflusst: Rockmusik war wild, war individuell. Keith Richards, der Gitarrist der Rolling Stones, hat mal sinngemäß gesagt, dass Rock‘n‘Roll mehr zum Untergang des Sowjetimperiums beigetragen hat, als das
gesamte Wettrüsten.
Hattest du damals als Schüler schon selbst Musik gemacht?
Damals noch nicht, aber unmittelbar nach dem Abitur fuhren wir in der Clique der Grabower Fahrschüler zelten. Einer war dabei, der konnte zwei Griffe auf der Gitarre und hat damit das Lagerfeuer gerockt. Ich hab‘s dann auch probiert. Das Spielen an sich war nicht so schwierig, wie eine eigene Gitarre zu besorgen. Ich werde an dem Abend in Ludwigslust auch ein bisschen Storytelling machen. Da gibt‘s jede Menge Geschichten aus der Schulzeit und von Canguru, Strafsache Dr. Schlüter, den Lulu Strings… Meine Frau Änne hat mich schon ermahnt, nicht nur Ansagen zu machen, sondern auch ein paar Songs zu spielen.
„An der Platte waren viele Freunde und Weggefährten beteiligt.“
Apropos Lieder: Du stellst auf dem Konzert deine neue Platte ALLES SCHICK vor. Was kannst du über die erzählen?
Es ist eine Platte, die ich seit mindestens fünf Jahren vor mir herschiebe, irgendwie hat immer die Zeit gefehlt. Die 14 Songs darauf spiegeln die Bandbreite dessen, was ich schreibe. Ein Grund für die Produktion war auch, dass ich die Songs darauf endlich mal so hören wollte, wie sie in meinem Kopf klingen: Rocksongs, bei denen musikalisch weit oben ins Regal gegriffen wird. Natürlich kannst du einen guten Song immer auch nur mit einer Gitarre spielen. Aber auf der Platte hörst du es mit vollem Brett und ich bin dankbar, dass sich viele Freunde und Weggefährten daran beteiligt haben. Dazu gehören meine Söhne Ron und Nils, die Schlagzeug und Banjo spielen, oder stellvertretend genannt, Produzent Thomas Fink, der alle Tasteninstrumente spielt, die auf der Platte zu hören sind. In Ludwigslust im Zebef spiele ich dann ein echtes Solo-Konzert.
Worauf dürfen sich Besucher deines Konzerts noch freuen?
Und worauf freust du dich?
Ich freue mich auf die besondere Atmosphäre, die entstehen wird, wenn man an den Ort seiner Jugendsünden zurückkehrt und dort viele Leute trifft. Ich bin mir sicher: Das wird ein total witziges Heimspiel. Die Gäste sollen an dem Abend aber auch miteinander ins Gespräch kommen, also nicht gleich nach dem Konzert nach Hause gehen, sondern dableiben, und dann hauen wir uns alle ordentlich die Taschen voll. Karten kann man übrigens im Zebef unter der Nummer 03874-571800 bestellen, außerdem gibt es sie an der Abendkasse.
Interview: Katja Haescher