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Blässhühner

Matti sagt...Blässhühner

Wer kommt denn auf sowas? Diese Frage stelle ich mir nicht nur, wenn Menschen Abfall neben den Papierkorb werfen oder ihr Kind Kevin nennen. Geben Sie einfach mal ein beliebiges Wort bei Google ein und schauen Sie, was dazu häufig gestellte Fragen sind. Das kann sehr verstörend sein. Ich suchte neulich mal nach Informationen über Blässhühner, sind ja quasi meine Nachbarn. Frage eins: Kann man Blässhuhn schmackhaft zubereiten? Ich glaube, es hackt! Muss man denn alles auf den Teller zerren, was nicht bei 3 im Röhricht abgetaucht ist? Oder diese hier: Sind Blässhühner Enten? Ja, nee, warum sollten sie? Man könnte sagen, es sind Hühner mit Interesse an einem maritimen Lebensstil. Aber das macht sie ja noch lange nicht zur Ente; wenn ich in einer Garage stehe, bin ich trotzdem kein Auto.

Dennoch: Die Fragestellung sagt viel über das eigene Image aus. Als Huhn bist du sofort im Beuteschema der Fleischesser. Wenn ich Möwe google, sehe ich mich mit Fragen a là „Wie werde ich unerwünschte Möwen los?“ und „Wie kann man Möwen verscheuchen“ konfrontiert. (Raubvogelattrappen funktionieren nicht, Anm. e. M.) Okay, dachte ich, versuche ich‘s halt mal mit Mensch. Da geht es natürlich mit den gro-ßen philosophischen Fragen los. Der Sinn des Lebens, woher kommt er, wohin geht er, was ist der Mensch. Und zumindest die letzte Frage kann ich beantworten: jemand, der Blässhühner essen will, mir aber das Fischbrötchen nicht gönnt.

Euer Matti
(notiert von Katja Haescher)