Das Risiko, alkoholabhängig zu werden, ist in Mecklenburg-Vorpommern besonders groß

Bild: KI-generiert mit Adobe Firefly
Alkohol bleibt die gefährlichste Droge in MV. Das hat Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese anlässlich des Weltdrogentags 2026 mitgeteilt. Sie warnte dabei vor den teils dramatischen Folgen von Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht. Diese hätte sowohl schwerwiegende gesundheitliche als auch soziale Auswirkungen, so die Ministerin.
Nach aktuellen Schätzungen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund 38.200 alkoholabhängige Menschen. Damit weist das Land mit einem Anteil von 2,35 Prozent der Bevölkerung bundesweit den höchsten Wert auf. Das Risiko, alkoholabhängig zu werden, ist in Mecklenburg-Vorpommern etwa 56 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.
„Diese Zahlen machen deutlich: Alkohol ist und bleibt eine der größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unseres Landes“, betonte Drese. Dies zeige auch die Entwicklung in den Sucht- und Drogenberatungsstellen. Nachdem die Zahl der betreuten Menschen mit Alkoholabhängigkeit über mehrere Jahre rückläufig gewesen war, steigt sie nun wieder an. Wurden 2023 noch 4978 Betroffene beraten, waren es 2024 bereits 5223 und im Jahr 2025 sogar 5287 Menschen. Besonders häufig betroffen sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte. Die Ministerin machte darauf aufmerksam, dass hinter jeder Zahl ein persönliches Schicksal stehe. Schließlich sind auch Familien, Partnerschaften und Arbeitsverhältnisse, durch eine Suchterkrankung belastet oder werden sogar zerstört.
Dass Alkohol auch bei jungen Menschen weiterhin eine große Rolle spielt, zeigen aktuelle Ergebnisse einer Studie der Universität Greifswald. Demnach haben bereits 61,5 Prozent der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Das durchschnittliche Erstkonsumalter liegt bei lediglich 13,1 Jahren. Besonders alarmierend: Vier von zehn befragten Jugendlichen weisen Hinweise auf einen riskanten oder problematischen Alkoholkonsum auf.
Drese sprach sich deshalb zum Weltdrogentag für eine konsequente Stärkung der Präventionsarbeit aus: „Kinder und Jugendliche brauchen klare Orientierung und Schutz. Dazu gehört auch, kritisch zu hinterfragen, welche Signale wir als Gesellschaft aussenden. Alkohol gehört vielerorts selbstverständlich zum Alltag, zu Familienfeiern, Vereinsfesten oder öffentlichen Veranstaltungen. Gleichzeitig wissen wir um die enormen gesundheitlichen Risiken. Diese Widersprüche müssen wir offen ansprechen, um Verhaltensmuster aufzubrechen.“