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„Dieses Silber ist Gold wert“

Fielmann-Stiftung übergibt Kannen aus dem 18. Jahrhundert für künftiges stadtgeschichtliches Museum

18. Jahrundert - Silberkannen
Jakob Schwichtenberg, Christin Latza, Constanze Köster und Silvio Horn (v.l.) bewundern die beiden Silberkannen aus dem 18. Jahrhundert. Foto: Journal eins

„Die sehen fast so aus wie meine Espressokanne.“ Kulturdezernent Silvio Horn brachte es bei der Übergabe zweier Silberarbeiten für die städtische Sammlung auf den Punkt: Ohne die aufwendig gearbeiteten Knaufe hätten die Kaffeekanne und das Kakaokännchen aus dem 18. Jahrhundert auch in der Bauhaus-Ära eine gute Figur gemacht.

Perspektivisch sollen die beiden Stücke dem künftigen Stadtmuseum Glanz verleihen und dafür übernahm die Fielmann-Stiftung die Anschaffungskosten. Die Stücke stammen aus der Werkstatt des Schweriner Goldschmieds Martin Gabriel Mumm. Dieser kam 1751 in die Stadt und wirkte hier mehrere Jahrzehnte. Ende des 18. Jahrhunderts verliert sich seine Spur nach Neubrandenburg und die Quellen wissen zu berichten, dass er dort „der Alchemie“ verfallen“ sei. Wollte er möglicherweise Gold herstellen? Wer weiß. Fest steht, dass die beiden Silbergefäße aus dem 18. Jahrhundert für die künftige stadtgeschichtliche Sammlung Gold wert sind. „Stücke aus dem 18. Jahrhundert sind selten, da ist die Überlieferung weniger gut“, sagt Dr. Jakob Schwich-tenberg, der die Ausstellung im künftigen stadtgeschichtlichen Museum kuratiert. Und auch, wenn das 19. Jahrhundert für die Residenzgeschichte eine wichtige Rolle spielt, passierte im Schwerin des 18. Jahrhunderts viel: die Selbstermächtigung der Stadtbevölkerung in Abwesenheit des Hofs. Überliefert ist sogar eine Aktennotiz, in der sich der Hofmarschall über „Promenierende“ auf dem Alten Garten beklagt, die dort Tabak rauchen und Kaffee trinken würden.

Was die beiden Stücke für die Kunsthistorikerin Dr. Constanze Köster von der Fielmann-Stiftung besonders macht: Sie sind sehr gut erhalten, wurden möglicherweise selten benutzt. Auffällig sind die Seitengriffe, die parallel zu Henkeln bereits im 18. Jahrhundert auftauchen. „Sie helfen dabei, die Kannen besser zu leeren und nichts von dem kostbaren Inhalt zu vergeuden“, sagt sie. Christin Latza von der Schweriner Fielmann-Niederlassung freut sich bereits da-rauf, die Stücke später im Museum zu sehen. Bis 2029/2030, so
Dezernent Horn, soll das Projekt verwirklicht sein.

www.schwerin.de