
Im Frühjahr kommenden Jahres soll die Kulturmühle Parchim eröffnet werden. Dann ist auch das Museum am neuen Standort. Der Umzug ist für September geplant, Besucher dürfen sich zur Wiedereröffnung auf eine völlig neue Präsentation freuen. Zwei besondere Exponate sind nun in Vorbereitung darauf restauriert worden: ein alter Leichenwagen und ein Epitaph von 1676. Die hölzerne Kutsche, mit der in Parchim noch bis etwa 1930 Verstorbene zum Friedhof gefahren wurden, stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Ein hölzerner Aufbau mit schwarzen Säulen, Schmuckfries und Vorhängen gibt ihr ein ernst-würdevolles Aussehen. Das wertvolle Stück kam 1982 ins Museum, wo es 1996 aufgearbeitet wurde. Bei der grundlegenden Restaurierung jetzt nahm sich Spezialistin Stefanie Schipper des strapazierten Holzes an: Der Wagen erhielt eine Trockenreinigung und eine Auffrischung des tiefschwarzen Lacks. Parallel dazu beseitigte Restauratorin Corinna Krömer rostige Stellen auf Metallteilen. In der künftigen Ausstellung ist der Wagen dann ein zentrales Element für Einblicke in die Gebräuche rund ums Thema Tod. Ein beeindruckendes Stück ist hier auch die zweite Restaurierungsarbeit – ein hölzernes Epitaph aus der St. Georgenkirche. Die Gedenktafel zeigt in Erinnerung an ein jung verstorbenes Kind wohlhabender Parchimer Bürger einen Engel, der den Weg zu Christus weist. Allerdings waren die Farben verblasst, einzelne Teile fehlten. Restauratorin Mandy Breiholdt-Jescheniak ergänzte nun die fehlenden Elemente – und gab dem Exponat aus der Zeit des Barock seine Strahlkraft zurück.
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