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Biografien werden per App sichtbar

Wismarer Stolpersteine jetzt auch digital erfasst

Wismarer Stolpersteine
In Krönkenhagen 20 liegt ein Stein für Walter Mantow, der ebenfalls auf dem Sachsenberg ermordet wurde. Foto: Rainer Cordes

Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt: die Stolpersteine, die der Künstler Gunter Demnig inzwischen in mehr als 30 europäischen Ländern verlegt hat. Stolpersteine in Wismar lassen sich jetzt auch digital besuchen: per App, die im Google Play Store und App Store kostenlos heruntergeladen werden kann. Sie ermöglicht es Nutzern, zusätzlich zu den Angaben auf den Stolpersteinen weitere Informationen abzurufen. Wer zum Beispiel einen Stein scannt, kann weitere Details erfahren. In Wismar gibt es zum Beispiel Stolpersteine für die jüdische Familie Karseboom, die hier einst ein Kaufhaus betrieb, aber auch für den neunjährigen Günter Nevermann, der an Kinderlähmung litt und deshalb 1942 auf dem Sachsenberg in Schwerin ermordet wurde. Insgesamt gibt es in Wismar 47 Stolpersteine.

Rund die Hälfte der Steine in Mecklenburg-Vorpommern sind bereits in der App erfasst und die Details dazu können auch unabhängig vom Standort abgerufen werden. Europaweit ist die Zahl der Stolpersteine inzwischen auf mehr als 100.000 gewachsen, verlegt werden sie vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort des Menschen, an den mit dem Stein erinnert wird.