
In diesem Jahr ist es bereits der 29. UNICEF-Lauf. Wie hat sich die Veranstaltung entwickelt? Was waren Highlights in den zurückliegenden Jahren?
1997 hat Kerstin Biedermann als Lehrerin im Fridericianum gemeinsam mit Ronald Apitz, Beate Sump und Ellen Saupe den ersten UNICEF-Lauf ins Leben gerufen. Ich selbst war damals in der fünften oder sechsten Klasse und bin mitgelaufen. In den ersten Jahren haben wir 3000, 4000 Mark an Spenden gesammelt, das ist dann immer mehr geworden, bis zu 18.000 Euro in den besten Zeiten. Viele Läufer und Sponsoren sind jedes Jahr dabei, das Schlosspark-Center zum Beispiel oder die Betriebslaufgruppe der Sparkasse. Und Paddy, der ganz bestimmt in den Jahren die meisten Schritte absolviert hat, er läuft da mit bis zu 20 Runden à 1,66 Kilometer mindestens einen Halbmarathon. Übrigens war der Schweriner Lauf innerhalb der UNICEF-Familie der erste dieser Art – und ist heute eine der Veranstaltungen, die schon am längsten regelmäßig stattfinden.
Was wünschen Sie sich für die 29. Auflage?
Gutes Wetter! Gute Stimmung brauchen wir uns nicht zu wünschen, die gibt es immer.
Es ist jedes Mal eine tolle Atmosphäre.
Was ist das Spendenprojekt in diesem Jahr und warum wurde es ausgewählt?
In diesem Jahr geht es um Schutz vor Gewalt auf den Philippinen. Viele Kinder leben dort in Armut, auf der Straße und sind sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Mit dem Spendengeld aus Schwerin sollen Lernsets angeschafft werden, die als „Schule in der Kiste“ überall zum Einsatz kommen können: in Flüchtlingslagern, Waisenheimen, Community-Centern. Das UNICEF-Juniorteam des Fridericianums hat das Spendenziel ausgewählt und sich das Bildungsprojekt gewünscht. Zwei Schulen in der Kiste kosten übrigens 252 Euro.
Warum engagieren Sie persönlich sich für UNICEF?
Als Kind war es die Neugier, die Lust aufs Laufen. Später habe ich mich auch inhaltlich interessiert. Ich war bis zum Abitur im Juniorteam des Fridericianums und habe neben VWL eine Zeitlang auch Entwicklungsökonomie studiert. Zwar habe ich dann doch einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen, mich nach meiner Rückkehr nach Schwerin aber wieder der Arbeitsgruppe angeschlossen, diesmal bei den Erwachsenen. So habe ich das Gefühl, mich konkret zu engagieren und nicht einfach auf eine IBAN-Nummer zu spenden. Übrigens war auch Kim Müggenburg, die heute als Lehrerin im Fridericianum das Juniorteam betreut, genau wie ich früher in der Jugendgruppe.
Wie können Jugendliche und Erwachsene voneinander profieren?
Die jungen Leute haben tolle Ideen, wir wiederum bringen die Erfahrung mit. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen, eine Veranstaltung zu organisieren. Und wir lernen zum Beispiel, dass es gut sein kann, ein bisschen später anzufangen, wie es sich die Schüler gewünscht haben. Das kommt vielen Familien entgegen.
Laufen Sie selbst auch mit?
Mal sehen, ob mir die Organisation dieses Jahr Zeit dafür lässt. Aber Kim und ich wollen unbedingt jeder zwei Runden schaffen.
Interview: Katja Haescher