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Es steht viel auf dem Spiel

Mecklenburgisches Staatstheater stellt das Programm der neuen Spielzeit vor

Das Leitungsteam des Mecklenburgischen Staatstheaters
Das Leitungsteam des Mecklenburgischen Staatstheaters. Foto: Silke Winkler

Was auf dem Spiel steht. Das ist in der kommenden Spielzeit im Mecklenburgischen Staatsstheater programmatisch wie doppeldeutig. Als Titel des Spielzeithefts 2026/2027 folgen dahinter die Ankündigungen von 32 Premieren, 27 Konzerten, 17 Wiederaufnahmen, von Sonderveranstaltungen und Gastspielen. Als Relativsatz bezieht sich das Motto auf die „sehr sensible Situation, in der sich die Gesellschaft aktuell befindet“ – so drückte es Intendant Hans-Georg Wegner bei der Vorstellung der neuen Spielzeit aus.

Die humanistische Tradition des Theaters in den Vordergrund zu rücken – das war dem Team auch mit Blick auf die Landtagswahlen in MV am 20. September wichtig. „Freiheit ist das Herz unserer Kunst, sie ist das Einzige, das niemals auf dem Spiel stehen darf“, sagte Wegner. Stattdessen stehe das Haus für Menschlichkeit, die Bereitschaft, Einflüsse von außen aufzunehmen und die Offenheit, sich das Experiment genauso zu leisten wie die Unterhaltung.

Damit wäre der Bogen zur neuen Spielzeit geschlagen. Die verspricht, unterhaltsam, interessant und herausfordernd zu werden. Die Fritz-Reuter-Bühne wird 100 und feiert mit Veranstaltungen rund ums Jahr. Die Rückkehr ins Große Haus steht an und mit einer neuen Schauspieldirektorin und einem neuen Künstlerischen Leiter der Kinder- und Jugendtheatersparte sind neue Impulse zu erwarten. Das bestätigt der Blick aufs Programm, das zeigt, dass Schauspieldirektorin Joanna Lewicka in der europäischen Theaterszene gut vernetzt ist. Mit Thyestes nach Seneca startet sie mit ihrer ersten Inszenierung gleich spartenübergreifend in die Spielzeit. Weihnachtsmärchen in Schwerin wird „Der Blaue Vogel“ sein, in Parchim ist es „Die feuerrote Blume“. Außerdem darf sich das Publikum auf zweimal Shakespeare freuen: Mit „Der Sturm“ geht es zurück ins Große Haus, mit „Der Widerspenstigen Zähmung“ in die Schlossfestspiele.

Das Musiktheater lotet das Thema Freiheit aus: Beethovens „Fidelio“ als erste Premiere der Spielzeit ist dafür wie gemacht. Auch die Mecklenburgische Staatskapelle feiert Beethoven, dessen Todestag sich 2027 zum 200. Mal jährt – unter anderem mit der Aufführung der 5. Sinfonie. Ende des Jahres soll auch die Suche nach einem neuen Generalmusikdirektor abgeschlossen sein. Als „Conductor in Residence“ wird der Dirigent Dominik Beykirch drei von sechs Sinfoniekonzerten leiten. Das Ballett präsentiert mit erzählenden Produktionen und gemischten Programmen Werke von zwölf Choreographen – alles nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was auf dem Spiel steht. Katja Haescher

www.mecklenburgisches-staatstheater.de