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Gärtnern im Einklang mit der Natur

Mecklenburger Köpfe - Johanna Köhnlein. Natur im Garten MV
Johanna Köhnlein ist in Schwerin ehrenamtliche Plakettenbotschafterin für die Bewegung „Natur im Garten“. Foto: Katja Haescher

Sie vergeben als ehrenamtliche Plakettenbotschafterin von „Natur im Garten MV“ die Gartenplakette.
Was bescheinigt dieses Label?

Es zeigt, dass der Garten im Einklang mit der Natur bewirtschaftet wird und heimischen Pflanzen und Tieren ein Zuhause bietet. Dafür gibt es verschiedene Kriterien – zum Beispiel den Verzicht auf Torf, was den Schutz der Moore und damit den Klimaschutz als Hintergrund hat. Eine gesunde Kreislaufwirtschaft, in der Regenwasser genutzt wird und Gartenabfälle auf den Kompost wandern, ist wichtig.

Wildwuchs also?
Wilde Ecken vielleicht, aber nicht automatisch Wildwuchs. Der Garten muss trotzdem gepflegt werden. Das schließt ja Vielfalt nicht aus, ich muss ja nicht gegen jedes Unkraut kämpfen. Ein bisschen Durcheinander im Beet ist doch schön: Wenn ich sehe, dass sich in meinem Gemüsebeet eine Akelei eingenistet hat, freue ich mich.

Welche Pflanzen sind für einen naturnahen Garten gut geeignet?
Passend sind solche mit ungefüllten Blüten, weil hier die Insekten gut hineinkommen. Korbblütler wie Ringelblumen gehören dazu, aber auch Fingerhut und Klee für die Vielfalt im Rasen. Hecken, die Früchte tragen und möglichst aus verschiedenen Elementen bestehen sollten, sind wichtige Lebensräume. Eigentlich reicht es, daran zu denken, dass jeder im Naturgarten einen Platz haben sollte, hier also auch Insekten, Vögel und andere Tiere leben, die Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten brauchen. Schön ist, wenn es große Bäume gibt. Leider ist das im Kleingarten selten der Fall, weil die Gärtner die Bäume aus Platzgründen oft zurückschneiden.

„Wenn ich im Gemüsebeet eine Akelei entdecke, freue ich mich.“

Warum sind Sie Plakettenbotschafterin für „Natur im Garten“ geworden?
Vor fünf, sechs Jahren habe ich mich selbst um die Plakette beworben. Ich wollte gern sichtbar machen, welche Herangehensweise ich habe, dass ich zum Beispiel nicht gegen jedes Unkraut kämpfe. Die Plakette habe ich als Auszeichnung empfunden und sehe das naturnahe Gärtnern auch als persönliche Möglichkeit, etwas für den Umwelt- und Klimaschutz zu tun. Nun bin ich selbst eine von zwei Plakettenbotschafterinnen in Schwerin. Was mir großen Spaß macht, ist, bei Gartenbegehungen die vielen verschiedenen Gärten und unterschiedlichen Arten des Gärtnerns zu sehen. Das Interesse an der Plakette ist groß, ich musste schon wieder Schilder nachbestellen. Inzwischen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern fast 1500 ausgezeichnete Naturgärten. Aktuell arbeiten wir an der Gründung einer Regionalgruppe, mit dem Ziel, Gartenwissen auszutauschen und auch mal die eine oder andere Pflanze. So soll es gelingen, die Bewegung lebendig zu halten.

Wo müssen sich Gärtner um die „Natur im Garten“-Plakette bewerben?
Partner in Mecklenburg-Vorpommern ist der Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne“, zu erreichen unter www.natur-im-garten-mv.de

Bei Interesse können sich Gärtner*Innen auf dieser Seite anmelden. Die Bewegung stammt ursprünglich aus Österreich und inzwischen gibt es auch in Deutschland ein großes Netzwerk.

Interview: Katja Haescher