Tourist-Info der Hansestadt Wismar bietet regelmäßig Stadtführungen mit diesem Fokus an

Wismars Welterbe – darum geht es bei einer thematischen Stadtführung, die von der Tourist-Info in Wismar täglich um 14 Uhr angeboten wird. Seit 2002 steht die historische Altstadt zusammen mit der von Stralsund auf der prestige-trächtige UNESCO-Liste.
Es war in erster Linie die Hansezeit, die der Stadt das hinterließ, was heute ihre Bedeutung ausmacht. Der städtebauliche Grundriss der Altstadt stammt aus dem Mittelalter und hat sich mit Straßen und Plätzen, Parzellen- und Quartiersstrukturen bis heute erhalten. Dazu kommen mit St. Nikolai, St. Marien und St. Georgen drei große Backsteinkathedralen, die von einem prosperierenden Ort künden.
Einen ersten Eindruck vom Welterbe erhalten Touristen auch im Welterbehaus in der Lübschen Straße. Dort verlief im Mittelalter eine der Lebensadern der Hanse, der Handelsweg der Via Baltica. Das rund 700 Jahre alte Dielenhaus, das heute die Ausstellung beherbergt, hat zahlreiche Schätze seiner einstigen Ausstattung erhalten. Ein bemalter Boden aus dem Kemladen, dessen Bohlen heute eine Zimmerdecke bilden, und der berühmte Tapetensaal gehören dazu. Letzterer entstand allerdings erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ausgekleidet mit einer Papiertapete aus der Pariser Manufaktur Dufour et Leroy. Darauf zu sehen ist ein Bilderzyklus, der die Reise von Odysseus‘ Sohn Telemach auf die Insel der Calypso zeigt. Es ist einer von wenigen vollständig erhaltenen Zyklen dieses Motivs – ein weiterer befindet sich zum Beispiel in der Villa des einstigen US-Präsidenten Jackson in Tennessee.
So ist das heutige Welterbehaus eines der Profangebäude, die zusammen mit den Sakralbauten der großen Kathedralen einen großen kunsthistorischen Wert darstellen. Dazu kommen in Wismar auch herausragende Beispiele norddeutscher Renaissancearchitektur – wie beispielsweise der Fürstenhof mit seinen Terrakottafriesen im so genannten Johann-Albrecht-Stil.