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VON NULL AUF HUNDERT IM KARNEVAL

Mecklenburger Köpfe - Sebastian Maukel
Sebastian Maukel (36) ist Präsident des Sukower Carnevalclubs (SCC). Foto: Privat

Am 16. Februar ist Rosenmontag. Die Vorbereitung auf den krönenden Saisonabschluss bedeutet für Karnevalisten viel Arbeit – Sebastian Maukel als Präsident des Sukower Carnevalclubs kann das nur bestätigen.

Wie sind Sie zum Karneval gekommen?
Bei mir war es wie bei wahrscheinlich 80 Prozent aller Karnevalsmänner: durch die Partnerin. Ich hatte wirklich 0,0 Prozent mit dem Karneval zu tun. Auf der anderen Seite war ich technisch bewandert, kannte mich mit Licht und Ton aus. Und weil die Sukower auf ihren Veranstaltungen alles selbst machen, auch die Technik, bin ich reingerutscht. Das war 2008. Seit 2019 bin ich Präsident.

Was gefällt Ihnen persönlich am Karneval?
Der Karneval fällt in die dunkelste Zeit des Jahres. Alles ist schwergängig, viele sitzen zu Hause, es ist nichts los. Da ist der Karneval eine schöne Abwechslung und wird nicht ohne Grund die fünfte Jahreszeit genannt. Und wir arbeiten für ein gemeinsames Ziel, nämlich die Menschen zu begeistern und
ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Wie viel Karneval steckt in den Mecklenburgern?
Mehr, als man glaubt! Mecklenburger feiern auf ihre Art leidenschaftlich, mit Freude und viel Herzblut. Wir hatten schon Karnevalisten aus Köln bei uns zu Gast, die das bestätigt haben. Sicher ist es hier im Norden anders als im Rheinland: weniger Straßenkarneval, weniger Büttenreden, vielleicht ist alles nicht ganz so politisch. Aber spätestens, wenn das zweite Bier offen ist, sind auch Mecklenburger echte Karnevalisten.

Was macht den Sukower Karneval aus?
Unser Verein wurde 1980 gegründet und ist mit 180 Mitgliedern eher klein. Die Mitgliederzahl hat sich aber in den zurückliegenden Jahren fast verdoppelt! Wir sehen und verstehen uns als große Familie, die ihre Mitglieder bestmöglich unterstützt. So werden zum Beispiel die Kostüme zu 100 Prozent vom Verein bezahlt. Möglich ist das, weil wir ein eigenes Wirtschaftssystem haben. Wir organisieren im Jahresverlauf zwei Veranstaltungen: Mecklenburgs größte Mitbringparty im Sommer mit einem Auftritt von Tripod auf dem Sportplatz und „Sukow rockt die Einheit“ am 2. Oktober. Jeder dort erwirtschaftete Euro fließt in den Karneval. Außerdem haben wir Sponsoren in der Gemeinde, denen wir sehr dankbar sind.

Was war Ihr bisher schönster Rosenmontag – und warum?
Wir machen selbst keine Rosenmontagsfeier in Sukow, sondern sind außerhalb zu Gast.
In den zurückliegenden Jahren war das bei unser Karnevalspartnerfamilie in Crivitz. Da
gibt es weder Neid noch Missgunst. Wir feiern gern zusammen und es ist jedes Mal ein
wunderbarer Rosenmontag.

Worauf dürfen sich Besucher in diesem Jahr in Sukow freuen?
Auf das Motto „Musicals“, unter dem jede Gruppe im Showprogramm ein anderes Musical
performt. Ich will nicht zu viel verraten, nur so viel: Diese Stücke kennt jeder.

Interview: Katja Haescher