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Aberglaube

Matti sagt... Aberglaube

„Heute ist Freitag, der 13.“, ließ sich unlängst mein Buhnennachbar vernehmen. Ja, und morgen ist Sonnabend der 14., sagte ich, was willst du mir damit mitteilen? Fassungslos sah er mich an. „Das ist ein Unglückstag“, setzte er nach und krallte seine Zehen dabei ängstlich in das Holz. Gut, ich gebe zu, er ist schon einige Male versehentlich ins Wasser gekippt. Aber doch nicht, weil er von einem Kalender getroffen wurde! Einmal war es ein abgelenkter Lenkdrache und einmal habe ich vielleicht ein bisschen gedrängelt, als ich es mir auf dem Pfahl bequem machen wollte.

Das sagte ich ihm auch, er aber guckte immer noch, als würde ihm gleich der Himmel auf den Kopf fallen. Ich meine, was macht man da? Mein Nachbar ratterte jetzt eine ganze Liste von No-Gos herunter und so weiß ich nun, dass ich nicht mit dem linken Fuß aufstehen, das Salz umkippen und Messer verschenken darf. Außerdem sollte ich trotz meines weißen Gefieders die Freundschaft mit einem Schornsteinfeger anstreben, niemandem jemals über Kreuz den Flügel schütteln und dafür sorgen, dass schwarze Katzen nicht von rechts nach links meinen Weg kreuzten – oder war es vielleicht anders herum? Egal, das meiste habe ich vergessen, aber es wird schon gutgehen. Das dachte ich jedenfalls, als es plötzlich neben mir laut klatschte und mein Buhnennachbar kurzzeitig unter Wasser verschwand. Sorry, Bro! Ich wollte nur kurz auf Holz klopfen!

Euer Matti
(notiert von Katja Haescher)