
Alles wird besser. Das betrifft auch unser Alltagsleben, das in Zeiten der Digitalisierung mühelos dahinflutscht. Ich meine: Wenn du im Restaurant keine Speisekarte mehr bekommst, sondern den Hinweis, den QR-Code auf dem Aschenbecher zu scannen, läuft‘s doch. Handy vergessen? Dann wirds eng. Möglicherweise auch auf dem Parkplatz nebenan, falls der nur noch mittels App abrechnet. Ist voll easy, die musst du nur herunterladen, ein Konto anlegen, eine Zahlungsmethode hinterlegen und schon parkst du scheinlos und glücklich. Ok, vielleicht nicht beim ersten Mal, wenn dir mitten in der Pampa das Passwort für deinen Account nicht einfällt, aber hey, das ist schnell vergessen. Gleiches gilt für die Rücksendeaufträge, die du selbst anlegst, weil bei Bestellungen der Retourenaufkleber zum Auf-den-Karton-Pappen nicht mehr mitgeliefert wird. Für Flüge, bei denen du dich selbst eincheckst, während der Server der Airline dreimal abstürzt. Oder für SB-Kassen im Supermarkt, bei denen du dich selbst abkassierst und zehn Minuten nach dem Unterschied von Körner- und Mehrkornbrötchen scrollst. Nur Mut, das wird schon. Was mir eher zu denken gibt, ist mein Dasein als gläserne Möwe. Früher wusste man nichts über mich, außer vielleicht die Sache mit den Fischbrötchen. Heute ist bekannt, wo ich parke, dass ich nicht mehr in Größe 38 passe und mir vor zwei Tagen eine neue Zahnbürste gekauft habe. Und das ist erst der Anfang.
Euer Matti
(notiert von Katja Haescher)